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Was wäre wenn …

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 10 Januar 2012

Eine Frage, die mir zu der Überlegung, was Wirtschaft ist, einfiel:

Was wäre, wenn man das Geld aus der Welt nehmen würde?
Eigentlich könnten alle erst einmal weiterarbeiten (bis auf die Banker), nicht wahr?

Zweite Frage:

Was wäre, wenn man die „Wirtschaft“ aus der Welt nehmen würde?
Das wäre schon schwieriger. Denn bislang weiß keiner, was das genau ist, die Wirtschaft. Jedenfalls nicht so konkret, dass es eine Liste geben könnte, auf der aufgeführt würde, was zur Wirtschaft gehört, und was nicht.
Was gehört dazu? Was muss mit in den Karton, der mit „Weltwirtschaft“ beschriftet ist?
Vermutlich eine Menge. Mindestens mal die Menschen. Dann noch Rohstoffe vermutlich, und Maschinen.

Voilá.

Eine Menge Zutaten, die ganz sicher auch zählbar sind.

Jetzt die finale Frage: Warum wird Wirtschaft ausschließlich in Geld gezählt? Warum wird die Größe einer Wirtschaft ausschließlich über ein Bruttoinlandsprodukt o.ä., aber zumindest stets in einer Währung ausgedrückt? Es ist doch etwas vorhanden (siehe oben), was offensichtlich zu einer Wirtschaft gehört.

Wenn man die Wirtschaft von Tuvalu und die von Russland vergleicht, muss es doch noch mehr geben, als nur die Erkenntnis, dass das BIP von Tuvalu kleiner ist, als das von Russland. Und dass deshalb die Wirtschaft „kleiner“ ist, wie die „Messung“ mit dem Geld ja gezeigt hat.

Wir verständlich, worauf ich hinaus will?

Mich treibt die Frage um, wie man Wirtschaft definieren kann, OHNE sie in Geld zu zählen.
Wobei ich bereits eine Antwort habe, mit der ich glaube, die Wirtschaft messbar machen zu können, ohne auch nur Währung oder Geld zu nutzen.

Magic Glass

Geschrieben in Magisches von Olaf Schilgen am 6 Januar 2012

Mal wieder eine Meldung, die das, was ein Kollege schon von einer Messe (Hintergrundinfo) erzählte.
Es fängt mit einem knutschenden Gorilla an … und es geht, genau, um Gorillaglas.

 

Ist mal wieder etwas für „Magisches“ …

 

Ricardos Irrtum

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 31 Dezember 2011

David Ricardo hat den komparativen Kostenvorteil beschrieben.

 

Er hat das, wie die Wirtschaftswoche schreibt, am Beispiel des Handels mit Wein und Tuch beschrieben.

Die Annahme ist in seinem Fall, dass hier Portugal und England beide gemeinsam Tuch und Wein herstellen. Portugal gelingt dies mit 90 Arbeitern für 1000 Rollen Tuch, und80 Arbeitern für 1000 Fass Wein. In England dagegen werden für 1000 Rollen Tuch 100 Arbeiter benötigt, und für 1000 Fass Wein 120 Arbeiter.

Ricardo sagt nun, dass es insgesamt für die Portugiesen in jedem Fall einfacher ist, Tuch oder Wein herzustellen, es sich trotzdem für sie lohnt, sich auf Wein zu beschränken, und mit England in eine Handelsbeziehung einzutreten.

Die Arbeitsteilung soll so aussehen, dass England das tut, was es am besten kann: Tuch herstellen (auch wenn es das nicht so gut kann wie Portugal) und Portugal sich auf die Produktion von Wein beschränkt.Das, so Ricardo, wäre zu aller Vorteil.

Das Nachrechnen dieser Annahme belegt seine Aussage zunächst: Die Arbeiter, die in Portugal nun kein Tuch mehr herstellen (90 Arbeiter) produzieren nun auch Wein. Damit erhöht sich der Ausstoß von Wein um weitere 1125 Fässer. Es stellen in Portugal also 80 (alte Weinarbeiter) und 90 (neue Weinarbeiter aus der Tuchproduktion) nun insgesamt 2125 Fässer Wein her.

Dagegen in England: Die 120 Arbeiter, die bislang wenig effektiv Wein hergestellt haben, gehen nun auch in die Tuchproduktion. Da in England ein Arbeiter 10 Rollen Tuch herstellen kann, erhöht sich die Gesamtproduktion auf 2200 Rollen Tuch.

Das ist der komparative Vorteil, den Ricardo benennt.

 

Meine Meinung dazu, ganz ehrlich?

Wieso hat niemals jemand diesen scheinheiligen „Großen Ökonomen“ widerlegt? Das ist doch bodenloser Unsinn, aus Mangel an Logik!
Gut, er lebte in einer Zeit, in der er das nicht erkennen musste. Man muss es ihm zugute halten, dass er einem von ihm nicht erkannter grundlegender Irrtum erlag.

Er misst Effektivität allein in Geld – und das ist unvollständig.

Die Kritik, die ich dazu habe, die die offenen Fragen, die er nicht benennt:
Wo ist die unsichtbare „Dunkle Energie“ in seiner Rechnung, die die Mehrarbeit leistet?
Denn wie kann es sein, dass mit „gleicher“ Ausgangsmenge von „Arbeitsaufwand“ in seinem Idealzustand plötzlich mehr Waren erzeugt werden?
Das allein soll vermutlich durch die „Effektivität“ erreicht werden. Doch das reicht als Erklärung nicht aus.

Das wäre, auf die Physik übertragen, die Beschreibung eines Perpetuum Mobile, welches durch „geniale“ Anordnung von Räderwerk, Magnetkraft und Radiumsonden mehr Energie abgibt, als es erzeugt.
Die „Effektivität“ des Räderwerks solcher Konstruktionen mag beeindruckend sein – doch Energie verbrauchen sie immer.

Wo ist der Ökonom, der auf das große schwarze Loch weist, aus dem die zusätzlichen Fässer Wein quellen sollen, und das Ricardo weder benennt noch erläutert?
Wo ist der Ökonom, der aufzeigt, dass der zusätzliche Wein, das zusätzliche Tuch auch aus Materie erschaffen werden wollen – und dass das mit rein menschlicher Arbeit leider nicht geht, noch niemals ging, und niemals gehen wird? Wo ist der Ökonom, der erkannt hätte, dass es Energie braucht, um Dinge herzustellen? Nicht bloß Geld, um Energie zu kaufen? Das Herstellen von Dingen ist das Umformen von Materie mittels Energieaufwand. Menschlicher Energie (zunehmend weniger) und Fremdenergie (Als Prozessenergie, Transport, Werk oder Formenergie, zunehmend mehr).

Ricardo unterliegt dem Irrtum, nach dem Effektivität, solange sie in Geld gemessen wird, objektiv sei.

Das ist sie nicht. Das Messen in Geld ist nur eine Scheinobjektivität innerhalb des Geldwertraums. Das Geld eignet sich gut, um alle Dinge innerhalb dieses Geldwertraums gegen- und miteinander zu vergleichen und einzupreisen. Aber um die Gesamtmenge des Geldwertraums objektiv zu beschreiben, eignet sich das Geld nicht.

Die wirklich notwendige ARBEIT ist nicht allein die, die von den Arbeitern dort geleistet wird.

Was ist ein Wein Fass?

Eine Mischung von Substanzen (die in Pflanzen durch Sonneneinstrahlung und die chemische Mikromaschine Chlorophyll in Pflanzen entstehen),
die aus diesen Pflanzen (mit menschlicher Lesearbeit in Form von Pflücken der Trauben) gewonnen werden,
die aus den gelesenen Trauben (mit menschlicherFußstampf-Arbeit) als Pflanzensaft ausgepresst werden,
der (in von Menschenhand gemachten Fässern) umgefüllt und gelagert,
dort von Hefen (die von dem in dem Saft enthaltenen Zucker leben und daraus Alkohol produzieren) in Wein verwandelt wird.

Das ist Wein.
Ist es plausibel, dass die Arbeiter in Portugal wirklich „effektiver“ arbeiten können, weil sie Portugiesen sind?

Nein, sicher nicht. Es steht ganz bedeutend viel eher zu vermuten, dass die Sonne dort einfach mehr scheint (die Energiequelle, die die Pflanzenmaschine Chlorophyll antreibt!), und es so mit wesentlich weniger Lesearbeit gelingt, zuckerhaltigere Traubensäfte zu gewinnen, die dann schneller, besser oder mehr Wein ergeben.

 

Dieselbe Gedankenanalytik wenden wir auf das englische Tuch an:

Was ist eine Rolle Tuch?

Eine Rolle Tuch ist eine geordnete Fügung von tierischen Fasern,
die von Wollschafen (in menschlicher Aufsicht aufwachsend) stammen.
Die Schafe wachsen dabei durch reichlicheres Grünfutter (Energiequelle für die Wollproduktionsmaschine „Schaf“) schneller,
und das Klima verleitet sie möglicherweise dazu, auch mehr Wolle zu produzieren, als sie es im warmen Portugal tun würden.
Die Schafe werden (von Menschenhand) geschoren, die Wolle wird (von Menschenhand) gesponnen,
anschließend auf Webstühlen (von Wasser- oder Dampfkraft angetrieben) zu Tuch verarbeitet.

Ist es plausibel, dass die besser qualifizierten Schafhirten es sind, die dafür sorgen, dass in England von einem Arbeiter im Schnitt mehr Wolle zu Tuch verarbeitet wird?

Nein, sicher nicht. Entweder diese in England nicht benötigten Arbeiter werden bei der Schafschur eingespart (dickere Wolle) oder aber in England wird mehr maschinelle (Fremdenergie) für die Produktion von Tuch eingesetzt (um die Webstühle zu betreiben, oder auch die Spinnereien).

 

Denn eines ist sicher:
Bei den im lager liegenden 2200 Rollen Tuch gilt, dass die gesamte ARBEITSLEISTUNG (physikalisch notwendige Arbeit) ist bei diesen 2200 Rollen Tuch genau 10% höher liegen muss, als bei 2000 Rollen.

Ebenso ist bei den 2125 Fässern WEIN die gesamte ARBEITSLEISTUNG (chemische Umformung der Ausgangsstoffe in das Endprodukt) ganz sicher ebenso 6,25% höher als bei nur 2000 Fässern Wein.

 

Dazu hat Ricardo den Teleporter vorausgesetzt.
Denn Ricardo vernachlässigt die Energie, die nötig ist, um den Wein von Portugal nach England zu transportieren, und umgekehrt das Tuch von England nach Portugal zu schaffen.

Fazit:

Ricardo hat unvollständig gerechnet – weil er nur die monetär verkürzte Sichtweise auf das Abstraktum „Wirtschaft“ hatte.

Das ist sein grundlegender Irrtum – allerdings ist er mit diesem Irrtum nicht allein.

 

 

 

Silvester – Salutschuss in Norwegen

Geschrieben in Magisches von Olaf Schilgen am 30 Dezember 2011

 

Zum Neuen Jahr hier mein Salutschuss auf einem kleinen Fjord in Norwegen.

 

 

Wir haben in diesem kleinen Fjord diese Bordkanone von dem Flugzeug übernommen, und mussten daher einmal testschießen.

Das habe ich dann mit der damals auch nicht mehr ganz taufrischen Sony F505 aufgenommen.

Aber egal, wann das war, und wie gut die Bildqualität ist: Ich wünsche hiermit allen …

… ein Frohes Neues Jahr 2012!

Noch hier?

ach ja, da war doch noch was!

 

 

Vive la Mêrkélé … !

 

 

Peak Oil and everything

Geschrieben in Home von Olaf Schilgen am 24 Dezember 2011

Peak Oil habe ich in kurzen Sätzen hier schon auf meiner Webseite erläutert:

Die Problematik in sehr unterhaltsamer Form kann man in diesem Film betrachten:

Darüber hinaus beleuchtet dieser Film die von der Energie abhängigen Themen über die reine Energie-Problematik insgesamt:

Quelle: Youtube

Beides keine ganz undramatischen Themen.
Aber wir werden damit leben müssen, und eine Lösung finden.
Wie auch immer sie aussieht.

Frohe Weihnachten!

Schreibstil

Geschrieben in Magisches,Schreiben von Olaf Schilgen am 23 Dezember 2011

Abgefahrener Test!

Man gibt ein wenig Text ein, und die Webseite der FAZ sagt einem, wie man schreibt. Also wem der Schreibstil ähnelt, den man in den (hoffentlich eigenen) Worten dort hat analysieren lassen. Hier der Artikel dazu: Artikel, wie man schreibt als Test.
Ich hab es getestet…

Das Ergebnis ist witzig:

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

 

… aber das ist natürlich noch nicht der letzte Test gewesen!

Nochmal ein paar Worte hinterlassen, und das Ergebnis:

Sigmund Freud

Das kann man doch toppen.
Noch ein Text! Ergebnis:

Sigmund Freud

Wie bitte? Wieder dieser Seelenklempner?
Jetzt hol ich das letzte Schreiben an die Verwaltung raus. Nochmal Test!
Ergebnis:

Sigmund Freud

Autsch!

Was ist das hier?
Die letzte Rezension, und wieder den Test!
Neues Ergebnis!

Friedrich Nietzsche

Noch ein Versuch, ein älterer Text:

Peter Handke

Hm. Stephen King ist immer noch nicht in dem Ergebnis.
Also noch ein paar alte Texte rausgesucht …

Heinrich Böll

Finde ich immer noch nicht witzig genug.
Weitersuchen, das ist die Devise!
Hier, friss, Schreibanalyealgorithmus.
Was kommt?

Alexa Hennig von Lange

Eine Frau?
Nee, lieber Algo … das geht so nicht.
Friss das hier …

Alfred Döblin

Na warte.
Nun geh ich hin, und nehme einen fremden Text. Von einem Autor, der durchaus bekannt ist, und Bestseller schreibt.
Was gibst Du mir zurück?

Uwe Johnson

Der finale Großversuch. 20 Seiten Text, aus eigener Feder!
Ergo:

Sigmund Freud

Nein, nicht schon wieder dieser Mondanbeter und Stille Post der Gedanken Leser!

noch ein Versuch. Etwas FRISCH GESCHRIEBENES:

Stephen King

Wow!
Genial!

Jetzt mach ich noch mal, mit demselben Text, eine kleine Überarbeitung nach dem Text-TÜV, wobei hier TÜV nur für Text Überarbeitungs-Verbesserung bedeutet, und nur als Kurzform dieser etwas länglichen Langfassung zu verstehen ist:
Was kommt nun dabei raus?

Olaf Schilgen

WOW!
Ja!
Genau so!

und jetzt gebe ich noch mal als Gegencheck den Text dieser Webseite dort ein.
Was bringt das zu Tage?

Olaf Schilgen

Ok. Passt. So kann man das stehen lassen!

Methyl-cyclopentadienyl-mangan-tricarbonyl

Geschrieben in Magisches von Olaf Schilgen am 17 November 2011

Das ist ein Wort, was ich mag. Es ist lang, leicht zu merken, und vollkommen belanglos – in der neuen Welt der Elektromobilität.
Was steckt dahinter?

Fragt man Wikipedia dazu, liest man folgendes:

(Methylcyclopentadienyl)mangantricarbonyl (Abk.: MMT oder MCMT) ist eine Manganverbindung mit der Halbstrukturformel (CH3C5H4)Mn(CO)3. Die Verbindung wurde ab 1958 zuerst als Ersatz zum Additiv Bleitetraethyl angeboten, später wurde MMT auch in unverbleitem Kraftstoff eingesetzt. Zweck war die Erhöhung der Oktanzahl.

Obwohl MMT als Benzinadditiv in den USA von 1977 bis 1995 verboten war, wurde es in dieser Zeit in Kanada ab 1976 eingesetzt. 1997-1998 war es aufgrund von Diskussionen über Gesundheitsrisiken nicht mehr erlaubt. MMT wird unter den Handelsnamen HiTec 3000 and AK-33X verkauft. Von T2 Labs wird es unter dem Namen Ecotane vermarktet.

Jedenfalls klingt es cool genug, hier Aufnahme zu finden. Es füllt nun die Kategorie „Magisches“ weiter auf.

US-Finanzen, die Probleme darin und eine Frage dazu

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 23 April 2011

Dass die USA derzeit erstmals von Standard & Poor’s als tendenzieller Abstufungskandidat geführt werden, hat, trotz der gegenteiligen Intervention der USA, zu einem kleinen Erdbeben der Stärke 3 bis 4 im weltweiten Finanzsystem geführt. Ein Erdbeben der Stärke 3 bis 4  ist üblicherweise nur begrenzt spürbar. Wirkliche Zerstörungen werden dadurch nicht ausgelöst – doch die Leute reden darüber.

Kenneth Rogoff kommentiert in der  Financial Times Deutschland das derzeitige Finanzsystem eingangs mit einem Zitat von Bernhard Madoff wie folgt: „Die ganze Regierung ist ein Schneeballsystem.“ Weiter sagt er „Auch die Schuldenstände vieler anderer Länder liegen ungemütlich nahe an ihren höchsten Werten seit 150 Jahren – obwohl es in weiten Teilen der Welt relativ friedlich zugeht.“.

Das Problem wird klar benannt, ein einfacher Ausweg wird nicht versprochen, sondern als schwierig und nur langfristig lösbar posuliert.

Die Wirtschaftswoche führt in ihrer Bilderübersicht noch ein paar weitere Fakten über die USA zusammen (Link):

Die einzelnen Punkte darin sind:

Schulden, Gesamtverbindlichkeiten, Bundesstaaten, Häusermarkt, Gewerbeimmobilien, Pleitewelle, Arbeitslosenrate, Essensmarken, Einkommensschere und Sozialversicherung.

Bei keinem der Punkte ist das Fazit positiv:

Die USA haben in 2010 fast soviele Schulden aufgenommen, wie der gesamte Rest aller Staaten weltweit zusammen. Die Verbindlichkeiten der USA erreichen mit den Firmen und Privatschulden inzwischen 360 % des Bruttoinlandsprodukts. Deutlich mehr als die Hälfte aller US-Staaten sind nicht mehr in der Lage, eine Arbeitslosenunterstützung zu zahlen. Die Zwangsvollstreckungen von Hauskrediten werden auch in 2011 nicht abebben, sondern weiterhin hoch bleiben.Ebenso sind die Preise für Gewerbeimmobilien seit 2007 stetig gefallen, und erreichen nun nur noch 60% des damaligen Wertes. Dazu passt, dass es eine Leerstandsquote von 20% gibt.Ebenso sind die Zahlen der Privatinsolvenzen bei den US-Bürgern weiter gestiegen, und die Arbeitslosenrate liegt weiter bei 10% offiziell. Inoffiziell sind aber bereits über 18 % arbeitslos oder nur in geringfügiger Beschäftigung untergebracht. Dazu ist eine wirklich unglaublich hohe Anzahl von 40 Millionen Amerikanern auf Essenmarken angewiesen – und dieser Wert soll noch steigen. Was wundert es da, dass die Schere zwischen Arm und Reich stetig weiter aufgeht. So beschreibt eine Studie der Universität Berkeley, dass 2/3 der Einkommenszuwächse im Zeitraum 2002 bis 2007 dem obersten einen Prozent der Bevölkerung angekommen ist. Die Sozialversicherung hat so bereits in 2010 mehr ausgezahlt, als sie eingenommen hat. Das sollte so eigentlich erst 2016 eintreten.

Es ist, das mein nüchternes Fazit hier an dieser Stelle, offensichtlich nicht so, dass die USA derzeit finanziell vollkommen gesund dastehen.

Im Gegenteil kann man von einem sehr ungesunden Bündel von Problemen ausgehen, dessen Lösung nach Meinung der meisten Kommentatoren nur durch ein sehr kräftiges Wirtschaftswachstum möglich sein dürfte, jedoch nicht als wirklich wahrscheinlich angesehen wird.

Zwei Felder werden für die Umsetzung eines aktiven Bekämpfens dieser Probleme als notwendig erachtet:

  1. Das Rückführen des nahezu hemmungslosen Geldausgebens und des faktisch nicht begrenzten Bereitstellens von Liqidität durch die FED.
  2. Das Erhöhen von Steuern.

Die Probleme der Finanzsituation der USA werden als so groß angesehen, dass nur eine der beiden Möglichkeiten als nicht ausreichend angesehen wird. Dummerweise stehen sich mit den beiden Argumenten die Demkraten und die Republikaner diametral gegenüber – was eine Einigung sehr viel schwieriger macht, und vor den nächsten Wahlen als kaum umsetzbar angesehen wird.

Doch abgesehen von der Situation der USA stelle ich mir folgende Frage:

Wieso wirkt das Mittel der unbegrenzt verfügbaren Liquidität nicht mehr so, wie es sonst schon gewirkt hat?

Ich möchte die Frage aufwerfen, wieso die als eigentlich nötig erachtete Liquidität hier auf einmal keinen Effekt mehr zeigt? Die Zurverfügungstellung von Finanzmitteln sorgt doch im allgemeinen dafür, dass mehr Wirtschaft betrieben wird, dass das Bruttosozialprodukt so sich erhöht, dass Wirtschaftswachstum stattfindet.

Ich glaube, eine Antwort darauf zu haben.

Da ich derzeit diese Webseite nur zu meinem eigenen Vergnügen betreibe, und mehr als Gedankenspeicher nutze, beantworte ich diese Frage hier noch nicht öffentlich. Ich möchte hier aber den Hinweis auf Ägypten hinterlassen, der mir als Beispiel dazu heute in den Sinn kam. (Das antike Ägypten ist gemeint.)

Mit meiner Antwort glaube ich berechnen zu können, wie viel Geld in einer Volkswirtschaft in Umlauf sein sollte, und wie stark eine Volkswirtschaft ihr Potential ausnützt oder es verschwendet.

 

 

Google goes Asphalt

Geschrieben in Home,Technik von Olaf Schilgen am 1 April 2011

Eine echt abgefahrene Meldung zu dem bislang im Netz sich ausbreitenden Kraken Google:

Zitat:

Google goes Asphalt
„Google erweitert die Geschäftstätigkeit, und wird zukünftig nicht nur erlebbar, sondern tatsächlich erfahrbar: Als Carsharing-Angebot mit dem Titel „Google NetFleet“ ergänzt dieses Projekt zukünftig die Dienste von Google. Die bisher schon laufenden Aktivitäten zu E-Mobilität mit umgebauten PlugIn-Hybrid Fahrzeugen auf Basis des Toyota Prius und auch die Forschungen zu Roboter-Fahrzeuge der beiden Google-Gründer Larry Page and Sergey Brin bekommen so eine neue Dimension. Daimlers Car2Go und BMWs DriveNow bekommen unerwartete Konkurrenz.

Google setzt mit den unterschiedlichen Software-Projekten, Dienstleistungen und Webfunktionen auf viele Pferde – und zukünftig offensichtlich auch auf Pferdestärken. Wie gestern bekannt wurde, hat Google weitgehende Pläne, in das vernetzte CarSharing in Verbindung mit mobilen Online-Diensten einzusteigen. Bislang hat Google mit Straßenfahrzeugen nicht viel zu tun. Google betreibt derzeit, wie bekannt sein dürfte, nur eine Flotte von Kamerafahrzeugen, die weltweit die Straßenansichten für das StreetView-Projekt liefern.

Doch der jetzt bekannt gewordene Plan dürfte nicht nur im Web auf ziemlich große Resonanz stoßen. Google will, ähnlich wie schon Daimler mit dem Projekt „Car2Go“, BMW mit „DriveNow“ und, bei uns eher unbekannt, auch Peugeot mit „Mu“, sehr breit ins CarSharing einsteigen. Dazu ist eine Kooperation mit einem bislang nicht genannten Automobilhersteller geplant. Weiter soll sich diese Flotte in den Plan von Google, zu 100% regenerative Energien für den Betrieb der Serverparks zu nutzen, einfügen. E-Fahrzeuge sind somit ausdrücklich Teil der Überlegungen. Ob es sich dabei um eine reine E-Fahrzeug-Flotte handeln soll, wurde jedoch nicht bestätigt, aber nicht ausgeschlossen.

Das fügt sich zu einem stimmigen Bild, denn die US-Regierung hat, wie der Sprecher von Obama bestätigte, Unterstützung des Projekts zugesagt. Wie diese Unterstützung konkret aussehen wird, ist allerdings noch unklar. Ebenso unklar ist, wie die Zusammenarbeit mit dem noch ungenannten Automobilbauer aussehen wird. Ob es nur eine Übernahme von bereits angekündigten Fahrzeugen in den Pool von Google sein wird, oder ob Google sich möglicherweise eine eigene Fahrzeugvariante stricken will, ist somit offen für Spekulationen. Denkbar wäre sicher eine Nutzung des Volts von GM oder Tesla – aber auch Daimler will ja in den USA ihre Car2Go-Flotte ausrollen. Denkbar wäre auch der Nissan Leaf als reines E-Fahrzeug. Konkrete Fragen dazu wollten aber weder Google noch die genannten Autohersteller beantworten.

Das Konzept überrascht im ersten Moment – Google goes Asphalt – doch mit ein wenig Nachdenken, kann diese Lösung tatsächlich überzeugen. Google sieht offensichtlich neue Nutzungskonzepte, die den Autoherstellern noch den Schweiß auf die Stirn treiben könnten. Es dürfte klar sein, dass das Modell – wie auch immer es aussehen wird – nicht darin bestehen wird, einfach Autos zu verkaufen. Eine wesentliche Bedingung bei neuen Projekten von Google ist stets, wie Gründer Larry Page einmal im Interview bestätigte, dass es möglich sein muss, mit Einmalinvestitionen hohe laufende Erträge zu generieren. Das ist sowohl bei StreetView als auch bei Google Maps der Fall.

Wie dieses Geschäftsmodell bei Google NetFleet aussehen soll, wurde bislang nicht weiter erläutert. Dass jedoch das Internet die junge Generation inzwischen mit iPhone und iPad stärker fasziniert, als der neueste Sportwagen, dürfte sich herumgesprochen haben.“

Was steckt dahinter? – Keine Ahnung, aber bei Google ist natürlich immer Werbung mit im Boot. Also kann man annehmen, dass man demnächst auf Zuruf so ein Auto, (selbst fahrend!), am Bordstein in Empfang nehmen kann, sich dann hineinsetzt – und „Bitte die nächste Pizzeria anfahren“ ruft – woraufhin man dann automatisch dort hingefahren wird.

Vermutlich ist die Fahrt dann auch noch kostenlos – man muss sich nur die andauernde Werbung ansehen, und kann vermutlich ganz einfach aus dem Auto heraus direkte Bestellungen aufgeben.

Hm. Ich weiß noch nicht, wie ich darüber denke. Klingt cool jedenfalls.

Kapitalrendite – wo ist das Pedal des Perpetuum Mobiles des Kapitalismus?

Geschrieben in Home,Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 29 März 2011

Dass verschiedene Banken sich eine Eigenkapitalrendite von 25% als Ziel ausgeben, dürfte bekannt sein. Das Ziel ist so auch in Ordnung – wie jedes Ziel, das sich jemand setzt.
Dass dieses Ziel derzeit als „zur Zeit nicht erreichbar“ bezeichnet wird, ist gerade hier (Capital.de) nachzulesen.
Dazu steht dort, dass der durchschnittliche Investmentbanker 403.000 Euro im Jahr „bekommt“.

Aber ganz abgesehen von einer „wer bekommt wieviel“-Debatte: Was treibt dieses offensichtlich jahrelang gut laufende „Schein-Perpetuum-Mobile“ an? Offensichtlich gibt es hier doch eine Menge Geld zu „holen“.
Wie kann das funktionieren?
Der Kommunist wird darauf sicher sagen, dass es eine Verteilungsungerechtigkeit gibt. Der Kapitalist wird darauf verweisen, dass das so nicht stimmt, denn wenn alle im Wettbewerb stehen, ist das gut für alle, und die Wirtschaft wächst.

Mir schleichen leise Zweifel durchs Hirn, dass das die letzte Antwort ist.
Denn wie kann es sein, dass es offensichtlich bislang allein durch ein „Wirtschaftssystem“ eine so gigantische Zunahme an Volksvermögen, an Bauwerken, Fabriken, Häusern, Straßen Autos, Schiffen, Abermillionen von Fernsehern, und im Endeffekt an irgendwann von irgendwem geleisteter Arbeit gibt?

Ein Haus mit seiner Händer Arbeit zu bauen kostet eine Menge Zeit und Energie. Ich habe mir mit meinen eigenen Händen, mit Axt, Beil und Säge, eine Hütte gebaut. Steht links unter „Gamme“ zu bewundern. Dazu habe ich etwa 150 Bäume gefällt, geschält, und dann passend gesägt zusammengesetzt. Dann habe ich Birkenrinde darübergeschichtet, und das ganze mit Graswurzeln abgedeckt.
Ich hab dafür zwei Jahre gebraucht, besser die Urlaube in zwei Jahren. Und ich habe eine Motorsäge genutzt – ohne hätte ich leicht die doppelte Zeit benötigt. Nur eine kleine Motorsäge!

Wie lange würde es dauern, den Burj Khalifa ohne Maschinen zu bauen?
Wieviel Energie steckt allein in diesem Bauwerk, in den Baumaterialien?
Wie kann ein Schreibtischtäter, als Investmentbankster getarnt, im Schnitt mit 403.000 Euro nach Haus gehen?
Wer hat da für ihn Arbeit geleistet, die er abschöpft?
Wer hat die Energie in welches System wie hineingegeben, das solche „Gewinne“ ermöglicht?

Wenn eine Volkswirtschaft immer „reicher“ wird – wer leistet da noch die Arbeit?

Eine interessante Frage, wie ich finde – und ich habe eine Antwort, die mir vorschwebt.

Vogel mini

Geschrieben in Magisches von Olaf Schilgen am 28 März 2011

Kaum erfindet Festo die künstliche Seeschwalbe, finde ich noch parallel einen Bericht, dass das US-Militär einen ferngesteuerten Mini-Kolibri gebaut hat. Der Minikolibri reagiert auf eine Fernsteuerung, und überträgt dazu noch ein Videobild. Das alles mit nur 20g Gewicht.
Ok, ich denke, einen Flug von ein paar Tagen schafft dieses Exemplar noch nicht.

Aber auch das ist faszinierend:

Wirklich cool. Wenn auch nicht so „magisch“ wie die Seemöve von Festo. Die fliegt wirklich elegant.

Better Place

Geschrieben in Technik von Olaf Schilgen am 28 März 2011

Better Place, das Unternehmen, das von Shai Agassi geleitet wird, beginnt so langsam mit der Realität Kontakt aufzunehmen.

Volvo Plugin Hybrid

Geschrieben in Technik von Olaf Schilgen am 28 März 2011

Volvo plant einen Plugin Hybrid. Was das genau ist? Das ist ein Auto, das „hybrid“ funktioniert. Sowohl ein Dieselmotor als auch ein Elektromotor ist darin enthalten. Was das aber zu einem „Plugin“ macht, ist eine Batterie, die nicht nur durch aufgenommene Bremsenergie, sondern auch zuhause über die Steckdose geladen werden kann. Dazu ist diese Batterie deutlich größer, als in den herkömmlichen Hybridfahrzeugen.
Ein Plugin Hybrid bietet im Regelfall, je nach Hersteller und Auslegung, eine Mindestreichweite, die einen Betrieb in der Stadt praktisch ganz ohne Verbrennungsmotor möglich macht.

Der Chef von Volvo, Stefan Jacobi, erzählt hier etwas dazu:

Die Firma Volvo gehört übrigens nun zu Geely, einem rein chinesischen Hersteller. Was das für die Einführung von Elektrofahrzeugen in China noch bedeuten kann, wird spannend zu sehen.

Volvo electric

Geschrieben in Technik von Olaf Schilgen am 28 März 2011

Wer meine Webseite ein wenig studiert, könnte den Eindruck bekommen, dass ich schon mal in Skandinavien war.

richtig!

Daher hier mal ein kurzes Video von Volvo, die im Winter ihr Batterieelektrisches Fahrzeug vorzeigen.
Wichtigstes Erlebnis bei den Journalisten? Es war schön warm …
Soviel mal zu qualifizierten Autojournalisten. Alles auch nur Schattenparker!

BMW i

Geschrieben in Technik von Olaf Schilgen am 28 März 2011

BMW hat ein nettes Werbevideo herausgebracht, in dem die Trennung von antriebseinheit und aufgesetzter Karosserie gut sichtbar wird.

Eine schöne Idee … und nett animiert. Hier nur zum Schauen – zu kaufen ist da noch nichts …

Das Wunder des Vogelflugs

Geschrieben in Magisches,Technik von Olaf Schilgen am 26 März 2011

Ich habe ja lange als Innovationsmanager bei Audi gearbeitet. Da gab es schon sehr interessante Ideen und Innovationen, die in dennächsten Jahren in den Fahrzeugen auftauchen werden.
Was jedoch die Firma Festo, ein Hersteller von für den Normalbürger ziemlich staubtrockenen Ventilen, Steuerungen, Elektroantrieben und Regeltechniken, auf der Hannover Messe jedes Jahr so zaubert, ist schon seit Jahren wunderbar.

Doch 2011 schießt Festo den Vogel ab.

Genauer: Festo hat den Vogelflug entschlüsselt. Festo hat geschafft, was schon die griechischen Philosophen beschäftigte: den Vogelflug mechanisch nachzubilden.
Es geht nicht um ein neues Flugzeug, und auch nicht um einen fliegenden Manta.
Es geht um eine fliegende Seemöve, mit ca 2m Spannweite etwas größer als das Original.

Man staune hier:

Das making of gibt es von Festo ebenso dazu:

Was bleibt mir dazu zu sagen?
„Haben wollen“.
Besser als jeder Modellflieger. Eine nachgerade Jahrhunderte umgrabende Erfindung!

Kreismassagen

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 15 Februar 2011

Geldschöpfung aus dem Nichts steigert das Bruttosozialprodukt, produziert Wachstum.

Das ist, sehr verkürzt, eine Sichtweise auf eine Bemerkung, auf eine Anekdote zum Wirtschaftssystem. Das Beispiel, welches konkret dahinter liegt, geht so: Man nehme ein Anzahl Studenten der Wirtschaftstheorie, setze sie in einem Kreis auf den Boden (ab ca. 20 Personen) und dann massiere jeder dem vor ihm sitzenden den Rücken. Anschließend zahle jeder seinem Masseur 20 Euro.

Violá, das Bruttosozialprodukt ist soeben um ca 400 Euro gestiegen, die Wirtschaft somit gewachsen.

Glauben sie an Zauberei? Nein? Ich auch nicht. Denn auch wenn das als Beispiel für gemeinsames Wirtschaften stehen soll, so gelten noch immer ein paar grundsätzliche Wahrheiten zu Leistungen und Gegenleistungen.

Denken wir dieses Konzept weiter.
Wieso baut nicht jeder seinem Vordermann ein Haus? Das gibt es doch auch in dörflichen Gemeinden, gemeinsames Häuserbauen mit Nachbarschaftshilfe. Das Prinzip ist das selbe, die Dimension ein Schritt größer.

Noch ein Schritt mehr gefällig?
Wieso baut nicht jeder dem Vordermann ein Schloss, oder eine ganze Stadt? Das Bruttosozialprodukt würde ein Wachstum wie in Entwicklungsländern erfahren. Zweistellige Wachstumsraten wären möglich.

Doch wo ist der Haken? Wieso macht es niemand? Wieso baut nicht jeder dem anderen eine Stadt oder ein Schloss?

Leistung muss erbracht werden – so möchte ich das hier einmal formulieren. Die Massagerunde ist bereits zu 100% ausgelastet. Mehr als eine Person massieren zu einer Zeit geht einfach nicht. Ein Rücken bleibt ein Rücken, und ein Masseur ein Masseur.
Es ist bei dieser Massage Arbeit geleistet worden. Es sind Joule verbraucht worden, oder auch berechenbar in kW. Es ist Zeit vergangen. Es ist Arbeit vollbracht worden, Leistung pro Zeit.

Leistung pro Zeit.

Beides steht nicht endlos zur Verfügung. Sicher wird jeder zustimmen, das ist altbekannt. Wieso aber soll in einem Wirtschaftssystem die Leistung nur im Tauschmittel berechnet werden? Leistungen werden im Wirtschaftssystem nur mit Geld berechnet, Leistungen, die nicht mit Geld bezahlt und verbucht werden, existieren nicht. Existieren sie wirklich nicht?
Ein Beispiel:
Häusliche Pflege beispielsweise – existiert sie nicht? Doch, sicher. Es wird Leistung erbracht. Nach unserem Wirtschaftssystem wäre es sinnvoll, wenn zwei Nachbarn sich jeweils gegenseitig die Wohnung putzen, das als haushaltsnahe Dienstleistung von ihrer Steuer absetzen. Nach unserem Wirtschaftssystem wäre es sinnvoll, wenn man nicht die eigene Mutter, den eigenen Vater pflegt, sondern die Oma des Nachbarn – und das wie soeben geschildert, in Rechnung stellt. Die eigene Mutter wird dann vom Nachbarn gepflegt. Nur so wird das Bruttosozialprodukt gesteigert, nur so entsteht Wirtschaftswachstum.
Offensichtlich ist das in diesem Beispiel nicht ganz so, wie es wirklich sinnvoll wäre.

Zurück zur Leistung, zu Arbeit pro Zeit: Beides steht nicht unbegrenzt zur Verfügung.
Eine Person kann zu einer Zeit nur massieren oder den Haushalt aufräumen oder die Nachbarin pflegen oder auch nichts tun.
Nichts tun und gleichzeitig etwas tun geht nicht. Massieren und gleichzeitig den Haushalt in Ordnung halten geht ebenso nicht.

Jeder Nachbar baut seinem Nachbarn ein Haus geht aber?
Nicht ganz. Es gilt: Leistung pro Zeit. Ein Nachbar allein braucht vielleicht 5 Jahre, bis das Haus fertig ist. 10 Nachbarn brauchen nur 6 Monate.

Was möchte ich damit sagen?
Es ist offensichtlich nicht möglich, beliebig viel Arbeitsleistung zu erbringen zu einer Zeit.

Also noch einmal zurück zu den Kreismassagen: Es ist wohl so, dass diese 20 Personen zwar eine Leistung erbringen, die sonst nicht erbracht worden wäre – aber es ist offensichtlich so, dass diese 20 Personen nun damit auch vollauf beschäftigt sind.
Mehr leisten können sie nicht. Vielleicht könnte der eine oder andere qualitativ noch etwas zulegen, die Rückenmuskeln noch etwas intensiver quetschen – aber diese 20 Personen sind zur Zeit der Massage vollends ausgelastet, und stehen für weitere Steigerung des Bruttozozialprodukts nicht mehr zur Verfügung. Diese 20 Masseure können in dieser Zeit kein Haus bauen.

Der Hausbau. Wie wäre es, wenn wir stattdessen einen Hausbauroboter kaufen? Dann wäre doch schnelleres arbeiten möglich, oder?
Das ist der Punkt, wo ich wieder auf Leistung pro Zeit verweisen möchte. Die Leistung wird erbracht, wenn das Haus fertig ist, ist die Leistung erbracht.
Für die Volkswirtschaft wäre es doch toll, wenn sich der Besitz von Hausbaurobotern in dörflichen Gemeinschaften durchsetzen würde. Die Nachbarn hätten mehr Zeit, wenn sie sich nicht gegenseitig selbst die Häuser bauen würden.

Die Frage ist nur: Wer leistet dann noch etwas?

Diese Mehrleistung funktioniert nur, wenn es jemanden gibt, etwas gibt, das die Leistung erbringt. Die Energie dafür lässt sich berechnen, es muss mindestens so viel sein, wie die Nachbarn auch in gemeinsamer Arbeit geleistet hätten.

Und da kommt man zur Einsicht, dass ein Wirtschaftswachstum einher geht, einher gehen muss, mit einer Zunahme des Energieverbrauchs.

Man muss nur noch den Zirkelschluß finden, dass die Zunahme des Wirtschaftswachstums (hier der Zahl der gebauten Häuser) notwendigerweise eine Zunahme des Energieverbrauchs zur Folge hat, haben muss.
Die zweite Betrachtung ist noch etwas grundlegender: Das Geld, mit dem dieses Wirtschaften gemessen wird, ist eine Entsprechung dieser Leistungen.
Die Ausgabe von mehr Geld in Form von Krediten, die in der Zukunft zurückgezahlt werden müssen, ist das Eingehen eines Leistungsversprechens in der Zukunft.

Die Leistung muss erbracht werden. Der Hausbauroboter will bezahlt werden. Der Kredit will getilgt werden. Ein Zins soll gezahlt werden. Alles Aussagen, die eine Leistung verlangen.
Geschenkt wird einem nichts. Das ist eine Aussage, die man ebenso kennt.
Dem Wirtschaftssystem aber soll etwas geschenkt werden? Die Wirtschaft soll „angekurbelt“ werden? Allein dadurch, dass man Geld, dass man Leistungsversprechen in Menge verteilt?
Wenn damit alle anfangen, etwas zu leisten, „etwas“ zu machen, anstelle eines gepflegten Nichtstuns – dann stimmt dieses Bild. Dann wird der Prozess der Leistungserbringung angeworfen.

Es wäre daher interessant, einmal zu schauen, wieviel der potentiellen Leistungskraft eine bestimmte Wirtschaftseinheit so realisiert.
Es wäre daher interessant, einmal zu betrachten, wie die Leistungsfähigkeit einer gegebenen Wirtschaftseinheit sich in Zukunft entwickeln wird.

Mehr dazu in Kürze.

Kleine Panzer, große Motoren

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 14 Februar 2011

Wie ist das eigentlich? Wäre es nicht besser, wir alle würden kleinere Autos fahren?
Sollte man diese großen Spritschlucker nicht verbieten?

Ich bin mir da nicht so sicher. Denn das Öl würde doch trotzdem verbraucht werden.
Es dürfte ziemlich wenig Unterschied bedeuten, wenn wir für den Verbrauch einer bestimmten Menge Öl zwei Autos brauchen, oder die doppelte Zeit … verbraucht werden wird es doch …

Ich bin noch nicht fertig mit diesem Gedanken, aber momentan sieht es so aus, als ob es sogar sinnvoll sein könnte, so schnell als möglich so viel wie möglich Öl zu verbrauchen.
Dann muss der Schock einer nicht gedeckten Nachfrage eher kommen – und ab da wird sich dann möglicherweise niemand mehr dafür interessieren?

Wie gesagt: ich denke darüber nach …

Peak Oil – big numbers

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Big Numbers. BIG numbers.

so etwa 86 Millionen Barrel ver-brauchen wir täglich auf der Erde.
4% davon werden zu Kunststoffen. Zu all dem Plastik, in dem wir leben.
7% davon werden für die Stromerzeugung weltweit in verschiedenen Regionen genutzt.
etwa 70% davon verbrennen wir in Automotoren.

Wieviel ist das, so als Menge? 86.000.000 bbl. Hat jemand eine Vorstellung?

Ein Barrel entspricht 159 Litern. Ganz zu Anfang der Ölförderung, als es weder Pipelines noch große Tankwagen gab, wurde Öl in den Behältern transportiert, die gerade verfügbar waren – und das waren leere Heeringsfässer.
Die Größe entspricht tatsächlich diesen alten Fässern für Fisch, diese Maßeinheit hat sich gehalten. Die Stahlfässer, in denen heute allerdings nur noch ein sehr kleiner Bruchteil des Öls transportiert wird, haben daher noch immer diese Größe.
Und sie haben 60 cm Durchmesser. Damit kann man doch was anfangen.
Wir stellen uns vor, diese 86.000.000 Fässer stellen wir aufrecht in eine Reihe. Jedes aufrecht neben das andere, schön entlang einer imaginären Linie. Wie weit reicht diese Linie?
Einfache Rechnung: 86.000.000 x 0,6 m = 51.600.000 m
Das entspricht dann wiederum 51.600 km – und wenn man das um die Erde wickelt … kommt man gut mehr als einmal rum.
Der Erdumfang am Äquator wurde nämlich auf genau 40.000 km definiert. Eine ziemlich lange Reihe Fässer, und nun bitte das Streichholz …
all das verheizen wir täglich.
Oder genauer: 70% wandelt sich pro Tag in Automotoren in Abgas um. Wieviel CO2 das dann ist?

Die Verbrennung der Kohlenwasserstoffketten im Öl ist ja die Reaktion von „C“ (für Kohlenstoff) und „O“ für Sauerstoff. Es kommen zwei Sauerstoffatome auf ein Kohlenstoffatom, und bilden das Molekül Kohlendioxid.
Es ist nicht ganz einfach, zu bestimmen, welche Anzahl von Kohlenstoffatomen in einem Barrel Öl steckt. Und das variiert auch.
Aber eine Annahme kann man treffen.
Wäre das Fass voll mit Diesel, würde ziemlich genau 420 kg CO2 produziert werden, und wäre es Benzin, also einem anderen Destillat des Öls, wären es etwa 370 kg.
Als Annahme irgendwo in der Mitte sind daher 400 kg CO2 nicht so schlecht. Pro Barrel Öl, wohlgemerkt.

Nun haben wir zwar ein Gewicht – aber keine Vorstellung, wieviel „Gas“ das ist.
Also füllen wir dieses Gas in Flaschen, genauer gesagt, in Tauchflaschen.

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Tauchflaschen gibt es in verschiedenen Größen, eine häufige Größe sind 10 Liter. Das lässt sich gut rechnen.
Und der Druck darin beträgt 200 bar. Nach dem Boyle-Mariottschen Gesetz kann man da ganz leicht ausrechnen, wieviel Gas unter Normaldruck das ergibt. 10 l bei 200 bar = 2000 l bei 1 bar.
Es sind also pro Tauchflasche 2000 Liter „Gas“ (egal welches Gas, ob Luft oder eben CO2) darin speicherbar.

Wir haben aber eine Angabe des Gewichts von CO2, nicht des Volumens.
Da hilft das Wissen, dass ein m³ von CO2 ziemlich genau 2 kg wiegt. (Bei Luft wäre das übrigens nur 1,2 kg).

Fassen wir zusammen:
Wir haben ein Barrel Öl verbrannt, und haben „im Lager“ sauber getrennt, das CO2 liegen, und zwar genau 400 kg als Annahme.
Diese 400 kg CO2 (gasförmig) entsprechen unter Normaldruck einem Volumen von ziemlich genau 200 m³.
Diese 200 m³ kann ich dann mittels eines Kompressors in Tauchflaschen füllen. Pro Flasche passen 2 m³ hinein, also werden wir 100 Tauchflaschen mit dem CO2 aus dem verbrannten einen Faß Rohöl füllen können.

WOW.
100 Flaschen voll CO2 ergibt die Verbrennung des Öls pro Barrel!

Wenn man dieses CO2 daran hindern möchte, in die Atmosphäre zu kommen … und das ebenso mit den weiteren 86 Millionen Barreln Öl machen möchte, dann braucht mal viele Tauchflaschen.
Ach ja. Das war der Verbrauch eines Tages, und nicht etwa eines Jahres – nicht dass da jemand etwas durcheinander wirft.

Magisches Denken

Geschrieben in Magisches von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Ein Buch, was einem die Augen öffnen kann, wenn man eine Zusammenstellung zum Thema „Magisches Denken“ sucht:

Das Gesamtphänomen des „Magischen Denkens“ ist das Thema dieses Buches. Es weist nach, dass wir alle andauernd – sehr häufig sogar ohne uns darüber bewusst zu sein – magisches Denken praktizieren. Ziemlich spannend zu lesen!

Homöopathie – Aberglaube in Zuckerform

Geschrieben in Magisches von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Es gab schon die eine oder andere Diskussion dazu. Homöopathische Mittelchen bedürfen beispielsweise keinerlei Wirksamkeitsnachweise zur „Zulassung“.
Vermutlich wegen erwiesener „Harmlosigkeit“, oder besser „Wirklosigkeit“.

Dazu ist ein aktueller Artikel bei Spiegel Online erschienen, der das oft zu hörenden Argument „wirkt auch bei Kinder/Hunden/Pferden“ thematisiert.
Das Argument wird stets dann ins Felde geführt, wenn es als Beweis dienen soll, dass es auch „bei Kindern wirkt, die den Placeboeffekt gar nicht kennen“ … (ersatzweise bei Tieren).

Genau das Argument ist aber genauso unhaltbar, wie dieser Artikel aufzeigt.

Schöne und knappe Zusammenfassung!

Das Geldsystem außer Rand und Band

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Ein Artikel, der die FInanzpolitik der USA ziemlich auseinandernimmt, findet sich hier: Der „Gazillion“-Betrug der Federal Reserve

Titel:
Der „Gazillion“-Betrug der Federal Reserve

Autor: Artur P. Schmidt
Datum: 04.02.2011
Auf dem Weg in die größte Depression aller Zeiten

Ein paar kleine Zitate aus diesem Text:

Mittlerweile besitzt die Fed mehr Staatsanleihen (Treasuries) als die Volksrepublik China. So betrug das Volumen an Treasuries, Schatzwechseln und anderen US-Schuldtiteln im Besitz der Notenbank in der vergangenen Woche 1,11 Billionen US Dollar. Die von China gehaltenen Bestände belaufen sich laut einer Statistik des US-Finanzministeriums nur noch auf 896 Milliarden US-Dollar. Nur um die Zinsen der gemachten Schulden zu bezahlen, wird in den führenden Industrienationen zukünftig mehr als ein Drittel des Bruttosozialproduktes dafür verwendet werden müssen. Ein Zustand der nur zu einer einzigen Lösung führen kann: einer Währungsreform im globalen Maßstab.

und einiges weiter unten:
Fast hat es den Anschein, dass in den USA Bankster regieren, während das Repräsentantenhaus und der Kongress die Rolle von abnickenden Marionetten spielen müssen. Hierbei agiert die Fed als globales Pfandhaus, wobei sie etwa 9 Billionen USD auf 18 Finanzinstitute verteilte, indem sie alles, was die Banken besaßen, als Sicherheiten hereinnahm. Damit wurde in den USA die erste postmoderne Pfandhaus-Ökonomie begründet, die im noch längst nicht beendeten Quantitative-Easing ihren Höhepunkt fand. Man verpfändet alles, was man an Vermögen hat, nur um nicht in die Versuchung des Sparens zu kommen. Konsum um jeden Preis, bis auch das Pfandhaus pleitegeht.

Beim Lesen dieses Artikels stellt sich mir wieder die Frage: was ist Geld eigentlich? Wie kann es möglich sein, dass so viel Geld auf den Markt kommt, und wie kann man dieses Geld wieder „wegzaubern“? Das Geld, was da „irgendwie“ auf den Markt kommt, ist ja in jedem Fall ein Kredit, und damit ein Leistungsversprechen.

Und da hake ich wieder ein: Dieses Übermaß an Leistungsversprechen kann offensichtlich niemand mehr einlösen.

Internet-Killswitch

Geschrieben in Home von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Wie die Ägypter herausgefunden haben, kann man das Internet auch einfach so abstellen.
Das ist natürlich was für meine Unterrubrik „Killswitch“. Ich hab nur noch keine Angabe gefunden, wo der Schalter vom Ägyptischen Internet steht. Sachdienliche Hinweise bitte an mich.

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Sensorgrößen bei Digitalkameras

Geschrieben in Technik von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Immer wieder frage ich mich beim regelmäßigen Kamerakauf, wie groß denn nun eigentlich die Bildsensoren sind. Es ist ja eine Größenangabe ich Form eines Bruchs, und dazu in Zoll, und als Diagonale angegeben. Damit ist in etwa die maximale Konfusionstiefe beschrieben, es fehlt nur noch der Hinweis, dass nicht direkt die wirksame Fläche als Größenangabe angegeben wird, sondern die Größe der (fiktiven) Bildröhre, auf dem die Sensorfläche angeordnet sein „könnte“. Was nichts anderes bedeutet, als dass die reale Größe des Bildsensors nochmals kleiner ist, als die verklausuliert angegebene Größe eh schon verspricht. Dazu gibt es einen interessanten Artikel hier.

Das Bild mit den realen Entsprechungen im Vergleich hier stammt von Wikipedia:
Sensorgrößenvergleich

Ich verweise hier auf den Artikel, ich hab mir diesen Link eigentlich nur eingebaut, damit ich dieses Vergleichsbild einfach zur Hand habe.

Peak Oil – problems ahead

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 12 Januar 2011

Hier eine sehr unaufgeregte Rede von Richard Heinberg zu den Problemen, die zu erwarten sind, nach dem Peak of Oil.
Dauer: 25 min. – die es wirklich wert sind, ganz gehört zu werden.

Quelle: Youtube

Neujahr 2011

Geschrieben in Weihnachtliches von Olaf Schilgen am 1 Januar 2011

So, nun bricht ein neues Jahr an.

Das wichtigste: Die Jagd nach dem Weihnachtsmann ist nun endlich im Kino zu sehen.

(Wer hier nichts sieht, nutzt den Internet-Explorer von Microsoft. Der Film ist mp4-codiert. Firefox, Safari, Chrome und Opera schaffen das.)

Wer kann da schon widerstehen!
Ab ins Kino!

Aktualisierung: (12.1.2011)
Leider ist der Film schon wieder aus dem Programm geflogen … kino.to hat ihn aber gerettet)

Weihnachten 2010

Geschrieben in Weihnachtliches von Olaf Schilgen am 22 Dezember 2010

Dies ist das Weihnachtsvideo 2010:

Feine Sache das!

Wünsche euch allen das Allerbeste zum Neuen Jahr!

Auf dass Silvester weiterhin Silvester bleibt, und
nicht zu Sylvester wird, und als Katze im Comic enden muss.

Noch wichtiger aber ist, in meinen Augen, dieses Thema:

Alles verständlich?

Peak Oil – einfach erklärt

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 21 Dezember 2010

Peak Oil als Begriff ist überraschend unbekannt.

Dabei ist das nicht sehr schwer zu erklären, was ich hiermit versuche.

Peak Oil als Begriff bezeichnet einen Punkt auf einer Kurve.
Er bezeichnet den höchsten Punkt (Peak) auf einer besonderen Kurve, auf der Kurve der Weltölförderung (Oil).
In der deutschen Übersetzung heißt es Globales Ölfördermaximum.

Diese Kurve der Ölförderung ist in dem Verlauf bis heute die historische Rückschau der Ölförderung.
Der Begriff Peak Oil wurde jedoch schon 1956 von Marion King Hubbert geprägt, weil er von dem „Peak“ der Ölförderung sprach. Er sagte den „Peak of the oil production of the United States“ im Jahr 1956 für den Zeitraum um 1970 voraus. Die Kurzfassung davon war „Peak Oil„.

Er lag sehr richtig. 1970 förderten die USA so viel Öl wie nie zuvor – und wie niemals wieder danach.

Es dauerte noch bis etwa 1974, bis die letzten Kritiker, die ihn fast zwanzig Jahre lang lächerlich gemacht hatten, endlich verstummten.
Das wirklich blödeste Argument, welches seine Kritiker als „Beweis“ gegen ihn anführten, war dabei genau diese Aussage im Jahr 1970:
„Hey, die USA fördern dieses Jahr mehr Öl als je zuvor. Was redet dieser Mensch da für einen Blödsinn von Peak Oil?“

Aber genau das hatte er ja vorhergesagt – das Maximum der Förderung. Für 1970.
… und zwar nicht aus dem Lesen einer Glaskugel oder aus dem Flug der Schwalben, sondern aus einer Berechnung, die er nachvollziehbar dargelegte. Jeder konnte seine Berechnung prüfen, und die Annahmen und Rechnungen darin kontrollieren. Das wurde auch gemacht, nur wurden seine Annahmen als „Unsinn“ bezeichnet, und so lächerlich gemacht.
Alles, was er tat, war zu warten, dass die Förderkurve ihm recht geben würde.

Sie tat es. Ab 1970 – genau wie prognostizert.

1974 war seine Vorhersage endlich in der Wissenschaft und in der Presse als korrekt akzeptiert worden, denn es gab nur noch wenig, was man dagegen sagen konnte.
Die Förderkurve zeigte ja bereits im vierten Jahr in Folge nach Süden (nach unten). Auch als die großen Ölfelder in Alaska in Produktion gebracht wurden, änderte das tatsächlich nichts mehr daran. Obwohl es die Förderkurve der USA noch einmal ein wenig steigen ließ, wurde die Ölförderung der USA von 1970 seitdem nie wieder erreicht.
Und das, obwohl Hubbert die Ölfelder in Alaska gar nicht auf der Rechnung hatte. Doch er hatte sie nicht etwa vergessen, oder falsch gelegen in seier Abschätzung, wieviel Öl es in den USA gab.
Alaska war im Jahr 1956 einfach noch gar nicht USA. Erst im Jahr 1959 kam Alaska als 49. Staat zu den USA hinzu … dass Hubbert das nicht in seine Rechnung einbezog, sei ihm somit nachgesehen. Oder gerade deswegen ist seine Prognose in noch schärferem Licht als korrekt anzusehen.

Peak Oil war damit in der Welt. Zwar erst einmal nur bewiesen für die USA (die über 100 Jahre der weltgrößte Ölförderer gewesen waren), aber der Gedanke lag nahe, dieselbe Berechnung für die Welt zu machen.

Hubbert machte diese Berechnung, und im Jahr 1974 veröffentlichte er eine weitere Prognose.
Die Prognose für Peak Oil der Welt. Das weltweite Fördermaximum von Öl.

Er nahm dieselben Methoden, er traf die gleichen Annahmen – nun jedoch für die gesamte Welt.
Und wieder gab es eine Zahl:

1995.

Und wieder kamen die Kritiker, und sagten, dass das eine vollkommen unsinnige Rechnung sei. Es gäbe doch noch so viel Öl auf der Welt, das erst noch gefunden werden müsse.
Dabei wusste Hubbert genau das ja besser als viele seiner Kritiker.
Er war Erdölgeologe bei Shell.
Genau das hatte er ja abgeschätzt, nach einer einfachen Rechnung. Genau das war die Basis für seine Prognose.
Er sagte klar, wieviel Öl es auf der Welt noch zu finden gab – seiner Einschätzung nach.
Mit dieser Zahl war die Berechnung des Fördermaximums einfach.
Genau das war die Basis für seine Prognose des Weltfördermaximums, des globalen Peak Oil, und damit dessen, was gemeinhin unter dem Begriff Peak Oil heute verstanden wird.

Jedoch: Diese Prognose trat so nicht exakt ein.
Die Ölförderung stieg noch bis ins Jahr 2005 weiter an – aber etwas verwundert dann doch:

Seit 2006 steigt die Förderkurve nicht mehr, es ist eine Art Plateau zu beobachten.

Doch spannender als die Aussage, dass er hier falsch lag, ist es, zu untersuchen, was genau er falsch in seiner Rechnung machte.

Was war es, was in der Rechnung in die Irre führte? Man kann seine Rechnung ja problemlos nachrechnen. Seine alten Annahmen in die Rechnung eingesetzt führen stets zu dieser Zahl.
Was also war falsch?

Er lag vor allem falsch mit der Annahme des Verbrauchs. Die Steigerung des Verbrauchs von Öl nahm er mit 5% an. Real waren es aber nur etwa 2%. Das ist ein großer Unterschied.
Diese eine Annahme führte dazu, dass er die Menge des insgesamt verbrauchten Öls im Laufe der Jahre viel höher berechnete, als dann tatsächlich eintrat.
Es ist klar, dass das Öl länger reicht, wenn man es weniger schnell verbraucht. Spannend ist die Frage, welche Zahl seine alte Rechnung auswirft, wenn man diese Annahme von ihm durch die korrekte historische Zahl ersetzt.
Denn man muss ja bedenken, dass er diese Zahl nur schätzen konnte – er hat in die Zukunft geblickt. Wir können heute jedoch den genauen tatsächlichen Verlauf des Ölverbrauchs genau beziffern.
Die Rechnung wird da also ganz genau sein. und welche Zahl kommt dann heraus?

2005.

Wohlgemerkt: das ist seine alte Prognose, die nur in der Zahl des geschätzten Verbrauchs durch die Zahl des tatsächlichen Verbrauchs korrigiert wurde. Klar ist weiterhin, dass das Öl endlich ist, und dass die Förderung somit zwangsläufig zu einem Zeitpunkt x absinken muss. Spätestens einen Tag bevor das Öl vollständig verbraucht sein wird, muss die Förderung sinken. Hubbert hat diesen Tag versucht zu berechnen.
Nun liegt 2005 auch schon hinter uns. War das Jahr auch das Jahr mit der höchsten Ölförderung?
Jein … nicht ganz.

Wir hatten 2006 eine höhere Ölförderung. Seitdem allerdings bewegt sich die Menge des geförderten Öls „seitwärts“. Diese idiotische Bezeichnung, die Analysten gern nutzen, meint, dass die Kurve waagerecht verläuft.
Bis heute haben wir also ziemlich genau das Niveau von 2006 gehalten. Weder eine Steigerung noch ein Rückgang ist zu verspüren. Nur eine sehr sehr deutliche Verteuerung. In 2008 schwang das Pendel des Ölpreises bis auf 147 Dollar pro Barrel, wobei es bis 2005 eher bei 20 bis 30 Dollar lag. Noch vor fünf Jahren war ein Ölpreis über 100 Dollar „völlig irrational“, „absoluter Unsinn“ und „nicht denkbar“.
Das letzte Argument ist das schönste. „Nicht denkbar“ … wo es doch nur ein anderer Preis ist für etwas, was wir jeden Tag verbrauchen. Denkbar im Sinne von „ich denk mir das mal aus“ ist das in jedem Fall. Was vermutlich gemeint, ist, ist eher eine Aussage wie: „Das halte ich für nicht plausibel begründbar, und jeder Versuch, das zu begründen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt“.
Wie unsinnig die Aussage nur wenige Jahre später bei Erreichen dieses Preises war, wird schnell klar.

Fazit:
Ob Hubbert auch mit seiner Rechenmethode den Weltpeak korrekt berechenbar machte, können wir „heute“ noch nicht ganz genau sagen.
Doch es gibt ein paar wenige Experten, die diese Rechnung als sehr plausibel bezeichnen. Das ist die Die EnergyWatchGroup.

Wer mehr wissen möchte, dem sei dieser Film ans Herz gelegt:

Quelle: Youtube

Testbild

Geschrieben in Home von Olaf Schilgen am 13 Dezember 2010

Gerade schneit es wie dumm, und ich muss daran denken, wie schön es früher war, wenn man abends rechtschaffen müde vom Testbild der Sendeanstalten daran erinnert wurde, wann es Zeit war ins Bett zu gehen.
Wäre das nicht genau das, was man sich momentan wirklich gern anschauen würde? Um dann kurz darauf im Bett zu verschwinden? Und Winterschlaf zu halten?
Vermutlich … leider gibt es im Fernsehen kein Testbild mehr, und ohne Fernseher ist es nochmals schwieriger geworden.
Sehr traurig das …

Aber:
hier habe ich einmal eines eingestellt:
Tesbild Fernsehen

Wikileaks

Geschrieben in Home von Olaf Schilgen am 7 Dezember 2010

Man kann ja meinen, glauben und denken darüber, wie man möchte. Aber dass Wikileaks nun durch die beginnenden „Abwehr-Reaktionen“ umso mehr Unterstützung findet, darf man als Fakt bezeichnen.

Zahllose 1:1 Kopien des Wikileaks-Contents finden sich auf immer mehr Servern. Bis auf weiteres ist Wikileaks ebenso unter der IP-Adresse http://213.251.145.96/ zu erreichen. Das ist die Adresse, auf die über die „Namens-Übersetzung“ von www.wikileaks.org bislang verwiesen wurde, bis der Betreiber dieses Domainnamenhostings aus sehr ungewöhnlich zweifelhaften Gründen entschied, die Registrierung des Domainnamens nicht mehr zu verlinken.

Ab da begann die Gegenwehr des Netzes … Stand heute: über 750 Kopien weltweit auf zahllosen Servern …

Feine Sache das.

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