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Thermoeconomics Comic Project

Geschrieben in Cool'n'Crazy,Peak Oil,Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 17 Mai 2015

Wow.

Das war mit einem Wort mein Eindruck, als ich sah, wie Stuart McMillan sich an die Arbeit gemacht hat, die Themen Peak Oil und Ökonomie als Thermoeconomics-Comic-Project“ aufzuarbeiten.

Stuart McMillan Homepage (deutsch)

Ich kann nur sagen: Reinlesen … durchlesen! Absolut lohnend … und wer mag, spendet für Stuart. Eine richtig coole Aktion.
Hier ein Bild daraus:

Peak Oil Cover von Stuart McMillan

Energy as the Numéraire of any Given Economy

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 3 März 2013

Nun habe ich die Kernthese meiner Theorie online zur Diskussion gestellt.Meinen Beitrag habe ich als Mitglied der World Economics Association bei der

World Economics Association, Conference on the political economy of economic metrics, 28th January to 14th March, 2013

zur Diskussion gestellt.
Das hat bereits ganz gut geklappt:

Energy as the Numéraire of any Given Economy

Olaf Schilgen

Olaf Schilgen, (2013), Energy as the Numéraire of any Given Economy, World Economics Association (WEA), Conferences, No.1 2013, Conference on the political economy of economic metrics: 28th January to 14th March, 2013.

Abstract

Economic theories are based on money as the unit of accounting, measuring and exchange. This paper discusses the usage of Energy as a physical characteristic of all commodities, all goods and services as the numéraire for measuring the size of any given economy. Since monetary value is not a real characteristic of the commodities and goods, physical characteristics are real characteristics and therefore they are precisely measurable. This allows measuring a precise physically real GDP in Energy units which represents an exactly metered value in the opposite to the inflation corrected money based ‘real GDP’. Doing so allows redefining the quantity theory as a relation of a given amount of money representing a given and real based physically measurable amount of commodities, goods and services. It allows to explicitly defining the size of any given economy by its amount of energy necessary to create the different kind of capital and consumer goods of any given economy. It also avoids the problem that the existing definition is circular. Measuring an economy by the money used in that economy to define the amount of money circulating in that economy is a circle in itself. Therefore it is impossible to measure an absolute value of any economy since no currency today is defined by a physically existent value. Changing this therefore allows redefining the quantity theory. Doing so also allows defining the Limits of Growth by setting in a given amount of Energy as the available input. Without more energy available for being productively used this sets, describes the limit of growth and gives it a value in physical units.

Link:

http://peemconference2013.worldeconomicsassociation.org/?paper=energy-as-the-numeraire-of-any-given-economy

Als Paper (gering upgedatet):

http://www.schilgen.com/sn/downloads/2013-02-12_paper-energy-as-the-numeraire-of-an-economy_schilgen_v.1.06.pdf

 

Peak Oil and Economy

Geschrieben in Peak Oil,Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 25 September 2012

Wer einmal eine Vorstellung von dem engen Zusammenhang von der verfügbaren Energie und der Wirtschaft bekommen möchte,
der schaue sich diesen kurzen Film an:

Beeindruckend gut animiert.

Energie und Wirtschaft

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 30 Juli 2012

Dieses kurze Videointerview mit Colin Campbell spricht genau die Irrationalität der bestehenden Ökonomietheorie an.
Er schildert darin die Herausforderungen, die die Wirtschaftswissenschaft zu lösen hat, wenn die Wirtschaft durch reduziertes Energieangebot schrumpfen muss.

Weizenbauer

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 4 Februar 2012

Ich habe eine eigene Vorstellung davon, was Wirtschaft ist.
Jedoch habe ich nicht nur kleine Probleme, diese Vorstellung offen zu diskutieren. Die Fragestellungen, die ich aufwerfe und anspreche, werden akzeptiert. Zumindest unter Vorbehalt der Namensnennung.
Doch der Ansatz, den ich als nicht nur halbwegs zielführend, sondern als einzig korrekt ansehe, wird stets angesehen, als ob er vom Mars kommt, oder besser von Gliese 085, einen der noch nicht entdeckten Planeten dieses Universums.

Heute jedoch habe ich Mut geschopft. Als ich diese kurzen Zitatschnipsel bei Golem.de fand:

Zitat:
„Manche Wissenschaften hätten immense Fortschritte gemacht – Wirtschaftswissenschaften und Meteorologie etwa hätten elegante mathematische Modelle entwickelt. So könnten die Ökonomen beispielsweise mit einem wunderschönen und verständlichen Modell die Wirtschaft eines Landes erklären. Nur leider, sagte Weizenbaum, hätte dieses wenig mit der Realität zu tun.“

Quelle: http://www.golem.de/news/joseph-weizenbaum-welche-rolle-spielt-wissenschaft-1202-89557.html

Wie sehr sich die Wissenschaft seiner Meinung nach vom Rest der Welt entfernt hat, verdeutlicht Weizenbaum mit einer weiteren Metapher: Er beschreibt das von Hollywood-Western gezeichnete Klischee eines Saloons – mit den üblichen Figuren: Cowboys mit Revolvern und leichten Mädchen, ein versoffener Arzt, der mit dem Großgrundbesitzer und dem Sheriff im Hinterzimmer Poker spielt.

Dieses Szenario soll die Naturwissenschaften darstellen. Da betritt ein Außenseiter, gekleidet wie ein Gentleman in St. Louis, die Szene. Er hat ein Spielbrett dabei und will der Pokerrunde das Dame-Spielen beibringen. Die Runde hört zu, während der die Regeln erklärt – und fragt schließlich: Wo sind die Karten?

Für diese Runde müsse ein Spiel Karten haben, und ohne Karten sei Dame eben kein Spiel. Anders ausgedrückt: Die Naturwissenschaften erkennen nur ihre eigenen Wahrheiten an. Andere Argumente werden abgetan als unwissenschaftlich, und Unwissenschaftliches zähle nicht. „In diesem Sinne verteidigt sich die Naturwissenschaft gegen fremde Wahrheiten, wie beispielsweise Religion“, resümierte Weizenbaum.

Was wäre wenn …

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 10 Januar 2012

Eine Frage, die mir zu der Überlegung, was Wirtschaft ist, einfiel:

Was wäre, wenn man das Geld aus der Welt nehmen würde?
Eigentlich könnten alle erst einmal weiterarbeiten (bis auf die Banker), nicht wahr?

Zweite Frage:

Was wäre, wenn man die „Wirtschaft“ aus der Welt nehmen würde?
Das wäre schon schwieriger. Denn bislang weiß keiner, was das genau ist, die Wirtschaft. Jedenfalls nicht so konkret, dass es eine Liste geben könnte, auf der aufgeführt würde, was zur Wirtschaft gehört, und was nicht.
Was gehört dazu? Was muss mit in den Karton, der mit „Weltwirtschaft“ beschriftet ist?
Vermutlich eine Menge. Mindestens mal die Menschen. Dann noch Rohstoffe vermutlich, und Maschinen.

Voilá.

Eine Menge Zutaten, die ganz sicher auch zählbar sind.

Jetzt die finale Frage: Warum wird Wirtschaft ausschließlich in Geld gezählt? Warum wird die Größe einer Wirtschaft ausschließlich über ein Bruttoinlandsprodukt o.ä., aber zumindest stets in einer Währung ausgedrückt? Es ist doch etwas vorhanden (siehe oben), was offensichtlich zu einer Wirtschaft gehört.

Wenn man die Wirtschaft von Tuvalu und die von Russland vergleicht, muss es doch noch mehr geben, als nur die Erkenntnis, dass das BIP von Tuvalu kleiner ist, als das von Russland. Und dass deshalb die Wirtschaft „kleiner“ ist, wie die „Messung“ mit dem Geld ja gezeigt hat.

Wir verständlich, worauf ich hinaus will?

Mich treibt die Frage um, wie man Wirtschaft definieren kann, OHNE sie in Geld zu zählen.
Wobei ich bereits eine Antwort habe, mit der ich glaube, die Wirtschaft messbar machen zu können, ohne auch nur Währung oder Geld zu nutzen.

Ricardos Irrtum

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 31 Dezember 2011

David Ricardo hat den komparativen Kostenvorteil beschrieben.

 

Er hat das, wie die Wirtschaftswoche schreibt, am Beispiel des Handels mit Wein und Tuch beschrieben.

Die Annahme ist in seinem Fall, dass hier Portugal und England beide gemeinsam Tuch und Wein herstellen. Portugal gelingt dies mit 90 Arbeitern für 1000 Rollen Tuch, und80 Arbeitern für 1000 Fass Wein. In England dagegen werden für 1000 Rollen Tuch 100 Arbeiter benötigt, und für 1000 Fass Wein 120 Arbeiter.

Ricardo sagt nun, dass es insgesamt für die Portugiesen in jedem Fall einfacher ist, Tuch oder Wein herzustellen, es sich trotzdem für sie lohnt, sich auf Wein zu beschränken, und mit England in eine Handelsbeziehung einzutreten.

Die Arbeitsteilung soll so aussehen, dass England das tut, was es am besten kann: Tuch herstellen (auch wenn es das nicht so gut kann wie Portugal) und Portugal sich auf die Produktion von Wein beschränkt.Das, so Ricardo, wäre zu aller Vorteil.

Das Nachrechnen dieser Annahme belegt seine Aussage zunächst: Die Arbeiter, die in Portugal nun kein Tuch mehr herstellen (90 Arbeiter) produzieren nun auch Wein. Damit erhöht sich der Ausstoß von Wein um weitere 1125 Fässer. Es stellen in Portugal also 80 (alte Weinarbeiter) und 90 (neue Weinarbeiter aus der Tuchproduktion) nun insgesamt 2125 Fässer Wein her.

Dagegen in England: Die 120 Arbeiter, die bislang wenig effektiv Wein hergestellt haben, gehen nun auch in die Tuchproduktion. Da in England ein Arbeiter 10 Rollen Tuch herstellen kann, erhöht sich die Gesamtproduktion auf 2200 Rollen Tuch.

Das ist der komparative Vorteil, den Ricardo benennt.

 

Meine Meinung dazu, ganz ehrlich?

Wieso hat niemals jemand diesen scheinheiligen „Großen Ökonomen“ widerlegt? Das ist doch bodenloser Unsinn, aus Mangel an Logik!
Gut, er lebte in einer Zeit, in der er das nicht erkennen musste. Man muss es ihm zugute halten, dass er einem von ihm nicht erkannter grundlegender Irrtum erlag.

Er misst Effektivität allein in Geld – und das ist unvollständig.

Die Kritik, die ich dazu habe, die die offenen Fragen, die er nicht benennt:
Wo ist die unsichtbare „Dunkle Energie“ in seiner Rechnung, die die Mehrarbeit leistet?
Denn wie kann es sein, dass mit „gleicher“ Ausgangsmenge von „Arbeitsaufwand“ in seinem Idealzustand plötzlich mehr Waren erzeugt werden?
Das allein soll vermutlich durch die „Effektivität“ erreicht werden. Doch das reicht als Erklärung nicht aus.

Das wäre, auf die Physik übertragen, die Beschreibung eines Perpetuum Mobile, welches durch „geniale“ Anordnung von Räderwerk, Magnetkraft und Radiumsonden mehr Energie abgibt, als es erzeugt.
Die „Effektivität“ des Räderwerks solcher Konstruktionen mag beeindruckend sein – doch Energie verbrauchen sie immer.

Wo ist der Ökonom, der auf das große schwarze Loch weist, aus dem die zusätzlichen Fässer Wein quellen sollen, und das Ricardo weder benennt noch erläutert?
Wo ist der Ökonom, der aufzeigt, dass der zusätzliche Wein, das zusätzliche Tuch auch aus Materie erschaffen werden wollen – und dass das mit rein menschlicher Arbeit leider nicht geht, noch niemals ging, und niemals gehen wird? Wo ist der Ökonom, der erkannt hätte, dass es Energie braucht, um Dinge herzustellen? Nicht bloß Geld, um Energie zu kaufen? Das Herstellen von Dingen ist das Umformen von Materie mittels Energieaufwand. Menschlicher Energie (zunehmend weniger) und Fremdenergie (Als Prozessenergie, Transport, Werk oder Formenergie, zunehmend mehr).

Ricardo unterliegt dem Irrtum, nach dem Effektivität, solange sie in Geld gemessen wird, objektiv sei.

Das ist sie nicht. Das Messen in Geld ist nur eine Scheinobjektivität innerhalb des Geldwertraums. Das Geld eignet sich gut, um alle Dinge innerhalb dieses Geldwertraums gegen- und miteinander zu vergleichen und einzupreisen. Aber um die Gesamtmenge des Geldwertraums objektiv zu beschreiben, eignet sich das Geld nicht.

Die wirklich notwendige ARBEIT ist nicht allein die, die von den Arbeitern dort geleistet wird.

Was ist ein Wein Fass?

Eine Mischung von Substanzen (die in Pflanzen durch Sonneneinstrahlung und die chemische Mikromaschine Chlorophyll in Pflanzen entstehen),
die aus diesen Pflanzen (mit menschlicher Lesearbeit in Form von Pflücken der Trauben) gewonnen werden,
die aus den gelesenen Trauben (mit menschlicherFußstampf-Arbeit) als Pflanzensaft ausgepresst werden,
der (in von Menschenhand gemachten Fässern) umgefüllt und gelagert,
dort von Hefen (die von dem in dem Saft enthaltenen Zucker leben und daraus Alkohol produzieren) in Wein verwandelt wird.

Das ist Wein.
Ist es plausibel, dass die Arbeiter in Portugal wirklich „effektiver“ arbeiten können, weil sie Portugiesen sind?

Nein, sicher nicht. Es steht ganz bedeutend viel eher zu vermuten, dass die Sonne dort einfach mehr scheint (die Energiequelle, die die Pflanzenmaschine Chlorophyll antreibt!), und es so mit wesentlich weniger Lesearbeit gelingt, zuckerhaltigere Traubensäfte zu gewinnen, die dann schneller, besser oder mehr Wein ergeben.

 

Dieselbe Gedankenanalytik wenden wir auf das englische Tuch an:

Was ist eine Rolle Tuch?

Eine Rolle Tuch ist eine geordnete Fügung von tierischen Fasern,
die von Wollschafen (in menschlicher Aufsicht aufwachsend) stammen.
Die Schafe wachsen dabei durch reichlicheres Grünfutter (Energiequelle für die Wollproduktionsmaschine „Schaf“) schneller,
und das Klima verleitet sie möglicherweise dazu, auch mehr Wolle zu produzieren, als sie es im warmen Portugal tun würden.
Die Schafe werden (von Menschenhand) geschoren, die Wolle wird (von Menschenhand) gesponnen,
anschließend auf Webstühlen (von Wasser- oder Dampfkraft angetrieben) zu Tuch verarbeitet.

Ist es plausibel, dass die besser qualifizierten Schafhirten es sind, die dafür sorgen, dass in England von einem Arbeiter im Schnitt mehr Wolle zu Tuch verarbeitet wird?

Nein, sicher nicht. Entweder diese in England nicht benötigten Arbeiter werden bei der Schafschur eingespart (dickere Wolle) oder aber in England wird mehr maschinelle (Fremdenergie) für die Produktion von Tuch eingesetzt (um die Webstühle zu betreiben, oder auch die Spinnereien).

 

Denn eines ist sicher:
Bei den im lager liegenden 2200 Rollen Tuch gilt, dass die gesamte ARBEITSLEISTUNG (physikalisch notwendige Arbeit) ist bei diesen 2200 Rollen Tuch genau 10% höher liegen muss, als bei 2000 Rollen.

Ebenso ist bei den 2125 Fässern WEIN die gesamte ARBEITSLEISTUNG (chemische Umformung der Ausgangsstoffe in das Endprodukt) ganz sicher ebenso 6,25% höher als bei nur 2000 Fässern Wein.

 

Dazu hat Ricardo den Teleporter vorausgesetzt.
Denn Ricardo vernachlässigt die Energie, die nötig ist, um den Wein von Portugal nach England zu transportieren, und umgekehrt das Tuch von England nach Portugal zu schaffen.

Fazit:

Ricardo hat unvollständig gerechnet – weil er nur die monetär verkürzte Sichtweise auf das Abstraktum „Wirtschaft“ hatte.

Das ist sein grundlegender Irrtum – allerdings ist er mit diesem Irrtum nicht allein.

 

 

 

US-Finanzen, die Probleme darin und eine Frage dazu

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 23 April 2011

Dass die USA derzeit erstmals von Standard & Poor’s als tendenzieller Abstufungskandidat geführt werden, hat, trotz der gegenteiligen Intervention der USA, zu einem kleinen Erdbeben der Stärke 3 bis 4 im weltweiten Finanzsystem geführt. Ein Erdbeben der Stärke 3 bis 4  ist üblicherweise nur begrenzt spürbar. Wirkliche Zerstörungen werden dadurch nicht ausgelöst – doch die Leute reden darüber.

Kenneth Rogoff kommentiert in der  Financial Times Deutschland das derzeitige Finanzsystem eingangs mit einem Zitat von Bernhard Madoff wie folgt: „Die ganze Regierung ist ein Schneeballsystem.“ Weiter sagt er „Auch die Schuldenstände vieler anderer Länder liegen ungemütlich nahe an ihren höchsten Werten seit 150 Jahren – obwohl es in weiten Teilen der Welt relativ friedlich zugeht.“.

Das Problem wird klar benannt, ein einfacher Ausweg wird nicht versprochen, sondern als schwierig und nur langfristig lösbar posuliert.

Die Wirtschaftswoche führt in ihrer Bilderübersicht noch ein paar weitere Fakten über die USA zusammen (Link):

Die einzelnen Punkte darin sind:

Schulden, Gesamtverbindlichkeiten, Bundesstaaten, Häusermarkt, Gewerbeimmobilien, Pleitewelle, Arbeitslosenrate, Essensmarken, Einkommensschere und Sozialversicherung.

Bei keinem der Punkte ist das Fazit positiv:

Die USA haben in 2010 fast soviele Schulden aufgenommen, wie der gesamte Rest aller Staaten weltweit zusammen. Die Verbindlichkeiten der USA erreichen mit den Firmen und Privatschulden inzwischen 360 % des Bruttoinlandsprodukts. Deutlich mehr als die Hälfte aller US-Staaten sind nicht mehr in der Lage, eine Arbeitslosenunterstützung zu zahlen. Die Zwangsvollstreckungen von Hauskrediten werden auch in 2011 nicht abebben, sondern weiterhin hoch bleiben.Ebenso sind die Preise für Gewerbeimmobilien seit 2007 stetig gefallen, und erreichen nun nur noch 60% des damaligen Wertes. Dazu passt, dass es eine Leerstandsquote von 20% gibt.Ebenso sind die Zahlen der Privatinsolvenzen bei den US-Bürgern weiter gestiegen, und die Arbeitslosenrate liegt weiter bei 10% offiziell. Inoffiziell sind aber bereits über 18 % arbeitslos oder nur in geringfügiger Beschäftigung untergebracht. Dazu ist eine wirklich unglaublich hohe Anzahl von 40 Millionen Amerikanern auf Essenmarken angewiesen – und dieser Wert soll noch steigen. Was wundert es da, dass die Schere zwischen Arm und Reich stetig weiter aufgeht. So beschreibt eine Studie der Universität Berkeley, dass 2/3 der Einkommenszuwächse im Zeitraum 2002 bis 2007 dem obersten einen Prozent der Bevölkerung angekommen ist. Die Sozialversicherung hat so bereits in 2010 mehr ausgezahlt, als sie eingenommen hat. Das sollte so eigentlich erst 2016 eintreten.

Es ist, das mein nüchternes Fazit hier an dieser Stelle, offensichtlich nicht so, dass die USA derzeit finanziell vollkommen gesund dastehen.

Im Gegenteil kann man von einem sehr ungesunden Bündel von Problemen ausgehen, dessen Lösung nach Meinung der meisten Kommentatoren nur durch ein sehr kräftiges Wirtschaftswachstum möglich sein dürfte, jedoch nicht als wirklich wahrscheinlich angesehen wird.

Zwei Felder werden für die Umsetzung eines aktiven Bekämpfens dieser Probleme als notwendig erachtet:

  1. Das Rückführen des nahezu hemmungslosen Geldausgebens und des faktisch nicht begrenzten Bereitstellens von Liqidität durch die FED.
  2. Das Erhöhen von Steuern.

Die Probleme der Finanzsituation der USA werden als so groß angesehen, dass nur eine der beiden Möglichkeiten als nicht ausreichend angesehen wird. Dummerweise stehen sich mit den beiden Argumenten die Demkraten und die Republikaner diametral gegenüber – was eine Einigung sehr viel schwieriger macht, und vor den nächsten Wahlen als kaum umsetzbar angesehen wird.

Doch abgesehen von der Situation der USA stelle ich mir folgende Frage:

Wieso wirkt das Mittel der unbegrenzt verfügbaren Liquidität nicht mehr so, wie es sonst schon gewirkt hat?

Ich möchte die Frage aufwerfen, wieso die als eigentlich nötig erachtete Liquidität hier auf einmal keinen Effekt mehr zeigt? Die Zurverfügungstellung von Finanzmitteln sorgt doch im allgemeinen dafür, dass mehr Wirtschaft betrieben wird, dass das Bruttosozialprodukt so sich erhöht, dass Wirtschaftswachstum stattfindet.

Ich glaube, eine Antwort darauf zu haben.

Da ich derzeit diese Webseite nur zu meinem eigenen Vergnügen betreibe, und mehr als Gedankenspeicher nutze, beantworte ich diese Frage hier noch nicht öffentlich. Ich möchte hier aber den Hinweis auf Ägypten hinterlassen, der mir als Beispiel dazu heute in den Sinn kam. (Das antike Ägypten ist gemeint.)

Mit meiner Antwort glaube ich berechnen zu können, wie viel Geld in einer Volkswirtschaft in Umlauf sein sollte, und wie stark eine Volkswirtschaft ihr Potential ausnützt oder es verschwendet.

 

 

Kapitalrendite – wo ist das Pedal des Perpetuum Mobiles des Kapitalismus?

Geschrieben in Home,Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 29 März 2011

Dass verschiedene Banken sich eine Eigenkapitalrendite von 25% als Ziel ausgeben, dürfte bekannt sein. Das Ziel ist so auch in Ordnung – wie jedes Ziel, das sich jemand setzt.
Dass dieses Ziel derzeit als „zur Zeit nicht erreichbar“ bezeichnet wird, ist gerade hier (Capital.de) nachzulesen.
Dazu steht dort, dass der durchschnittliche Investmentbanker 403.000 Euro im Jahr „bekommt“.

Aber ganz abgesehen von einer „wer bekommt wieviel“-Debatte: Was treibt dieses offensichtlich jahrelang gut laufende „Schein-Perpetuum-Mobile“ an? Offensichtlich gibt es hier doch eine Menge Geld zu „holen“.
Wie kann das funktionieren?
Der Kommunist wird darauf sicher sagen, dass es eine Verteilungsungerechtigkeit gibt. Der Kapitalist wird darauf verweisen, dass das so nicht stimmt, denn wenn alle im Wettbewerb stehen, ist das gut für alle, und die Wirtschaft wächst.

Mir schleichen leise Zweifel durchs Hirn, dass das die letzte Antwort ist.
Denn wie kann es sein, dass es offensichtlich bislang allein durch ein „Wirtschaftssystem“ eine so gigantische Zunahme an Volksvermögen, an Bauwerken, Fabriken, Häusern, Straßen Autos, Schiffen, Abermillionen von Fernsehern, und im Endeffekt an irgendwann von irgendwem geleisteter Arbeit gibt?

Ein Haus mit seiner Händer Arbeit zu bauen kostet eine Menge Zeit und Energie. Ich habe mir mit meinen eigenen Händen, mit Axt, Beil und Säge, eine Hütte gebaut. Steht links unter „Gamme“ zu bewundern. Dazu habe ich etwa 150 Bäume gefällt, geschält, und dann passend gesägt zusammengesetzt. Dann habe ich Birkenrinde darübergeschichtet, und das ganze mit Graswurzeln abgedeckt.
Ich hab dafür zwei Jahre gebraucht, besser die Urlaube in zwei Jahren. Und ich habe eine Motorsäge genutzt – ohne hätte ich leicht die doppelte Zeit benötigt. Nur eine kleine Motorsäge!

Wie lange würde es dauern, den Burj Khalifa ohne Maschinen zu bauen?
Wieviel Energie steckt allein in diesem Bauwerk, in den Baumaterialien?
Wie kann ein Schreibtischtäter, als Investmentbankster getarnt, im Schnitt mit 403.000 Euro nach Haus gehen?
Wer hat da für ihn Arbeit geleistet, die er abschöpft?
Wer hat die Energie in welches System wie hineingegeben, das solche „Gewinne“ ermöglicht?

Wenn eine Volkswirtschaft immer „reicher“ wird – wer leistet da noch die Arbeit?

Eine interessante Frage, wie ich finde – und ich habe eine Antwort, die mir vorschwebt.

Kreismassagen

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 15 Februar 2011

Geldschöpfung aus dem Nichts steigert das Bruttosozialprodukt, produziert Wachstum.

Das ist, sehr verkürzt, eine Sichtweise auf eine Bemerkung, auf eine Anekdote zum Wirtschaftssystem. Das Beispiel, welches konkret dahinter liegt, geht so: Man nehme ein Anzahl Studenten der Wirtschaftstheorie, setze sie in einem Kreis auf den Boden (ab ca. 20 Personen) und dann massiere jeder dem vor ihm sitzenden den Rücken. Anschließend zahle jeder seinem Masseur 20 Euro.

Violá, das Bruttosozialprodukt ist soeben um ca 400 Euro gestiegen, die Wirtschaft somit gewachsen.

Glauben sie an Zauberei? Nein? Ich auch nicht. Denn auch wenn das als Beispiel für gemeinsames Wirtschaften stehen soll, so gelten noch immer ein paar grundsätzliche Wahrheiten zu Leistungen und Gegenleistungen.

Denken wir dieses Konzept weiter.
Wieso baut nicht jeder seinem Vordermann ein Haus? Das gibt es doch auch in dörflichen Gemeinden, gemeinsames Häuserbauen mit Nachbarschaftshilfe. Das Prinzip ist das selbe, die Dimension ein Schritt größer.

Noch ein Schritt mehr gefällig?
Wieso baut nicht jeder dem Vordermann ein Schloss, oder eine ganze Stadt? Das Bruttosozialprodukt würde ein Wachstum wie in Entwicklungsländern erfahren. Zweistellige Wachstumsraten wären möglich.

Doch wo ist der Haken? Wieso macht es niemand? Wieso baut nicht jeder dem anderen eine Stadt oder ein Schloss?

Leistung muss erbracht werden – so möchte ich das hier einmal formulieren. Die Massagerunde ist bereits zu 100% ausgelastet. Mehr als eine Person massieren zu einer Zeit geht einfach nicht. Ein Rücken bleibt ein Rücken, und ein Masseur ein Masseur.
Es ist bei dieser Massage Arbeit geleistet worden. Es sind Joule verbraucht worden, oder auch berechenbar in kW. Es ist Zeit vergangen. Es ist Arbeit vollbracht worden, Leistung pro Zeit.

Leistung pro Zeit.

Beides steht nicht endlos zur Verfügung. Sicher wird jeder zustimmen, das ist altbekannt. Wieso aber soll in einem Wirtschaftssystem die Leistung nur im Tauschmittel berechnet werden? Leistungen werden im Wirtschaftssystem nur mit Geld berechnet, Leistungen, die nicht mit Geld bezahlt und verbucht werden, existieren nicht. Existieren sie wirklich nicht?
Ein Beispiel:
Häusliche Pflege beispielsweise – existiert sie nicht? Doch, sicher. Es wird Leistung erbracht. Nach unserem Wirtschaftssystem wäre es sinnvoll, wenn zwei Nachbarn sich jeweils gegenseitig die Wohnung putzen, das als haushaltsnahe Dienstleistung von ihrer Steuer absetzen. Nach unserem Wirtschaftssystem wäre es sinnvoll, wenn man nicht die eigene Mutter, den eigenen Vater pflegt, sondern die Oma des Nachbarn – und das wie soeben geschildert, in Rechnung stellt. Die eigene Mutter wird dann vom Nachbarn gepflegt. Nur so wird das Bruttosozialprodukt gesteigert, nur so entsteht Wirtschaftswachstum.
Offensichtlich ist das in diesem Beispiel nicht ganz so, wie es wirklich sinnvoll wäre.

Zurück zur Leistung, zu Arbeit pro Zeit: Beides steht nicht unbegrenzt zur Verfügung.
Eine Person kann zu einer Zeit nur massieren oder den Haushalt aufräumen oder die Nachbarin pflegen oder auch nichts tun.
Nichts tun und gleichzeitig etwas tun geht nicht. Massieren und gleichzeitig den Haushalt in Ordnung halten geht ebenso nicht.

Jeder Nachbar baut seinem Nachbarn ein Haus geht aber?
Nicht ganz. Es gilt: Leistung pro Zeit. Ein Nachbar allein braucht vielleicht 5 Jahre, bis das Haus fertig ist. 10 Nachbarn brauchen nur 6 Monate.

Was möchte ich damit sagen?
Es ist offensichtlich nicht möglich, beliebig viel Arbeitsleistung zu erbringen zu einer Zeit.

Also noch einmal zurück zu den Kreismassagen: Es ist wohl so, dass diese 20 Personen zwar eine Leistung erbringen, die sonst nicht erbracht worden wäre – aber es ist offensichtlich so, dass diese 20 Personen nun damit auch vollauf beschäftigt sind.
Mehr leisten können sie nicht. Vielleicht könnte der eine oder andere qualitativ noch etwas zulegen, die Rückenmuskeln noch etwas intensiver quetschen – aber diese 20 Personen sind zur Zeit der Massage vollends ausgelastet, und stehen für weitere Steigerung des Bruttozozialprodukts nicht mehr zur Verfügung. Diese 20 Masseure können in dieser Zeit kein Haus bauen.

Der Hausbau. Wie wäre es, wenn wir stattdessen einen Hausbauroboter kaufen? Dann wäre doch schnelleres arbeiten möglich, oder?
Das ist der Punkt, wo ich wieder auf Leistung pro Zeit verweisen möchte. Die Leistung wird erbracht, wenn das Haus fertig ist, ist die Leistung erbracht.
Für die Volkswirtschaft wäre es doch toll, wenn sich der Besitz von Hausbaurobotern in dörflichen Gemeinschaften durchsetzen würde. Die Nachbarn hätten mehr Zeit, wenn sie sich nicht gegenseitig selbst die Häuser bauen würden.

Die Frage ist nur: Wer leistet dann noch etwas?

Diese Mehrleistung funktioniert nur, wenn es jemanden gibt, etwas gibt, das die Leistung erbringt. Die Energie dafür lässt sich berechnen, es muss mindestens so viel sein, wie die Nachbarn auch in gemeinsamer Arbeit geleistet hätten.

Und da kommt man zur Einsicht, dass ein Wirtschaftswachstum einher geht, einher gehen muss, mit einer Zunahme des Energieverbrauchs.

Man muss nur noch den Zirkelschluß finden, dass die Zunahme des Wirtschaftswachstums (hier der Zahl der gebauten Häuser) notwendigerweise eine Zunahme des Energieverbrauchs zur Folge hat, haben muss.
Die zweite Betrachtung ist noch etwas grundlegender: Das Geld, mit dem dieses Wirtschaften gemessen wird, ist eine Entsprechung dieser Leistungen.
Die Ausgabe von mehr Geld in Form von Krediten, die in der Zukunft zurückgezahlt werden müssen, ist das Eingehen eines Leistungsversprechens in der Zukunft.

Die Leistung muss erbracht werden. Der Hausbauroboter will bezahlt werden. Der Kredit will getilgt werden. Ein Zins soll gezahlt werden. Alles Aussagen, die eine Leistung verlangen.
Geschenkt wird einem nichts. Das ist eine Aussage, die man ebenso kennt.
Dem Wirtschaftssystem aber soll etwas geschenkt werden? Die Wirtschaft soll „angekurbelt“ werden? Allein dadurch, dass man Geld, dass man Leistungsversprechen in Menge verteilt?
Wenn damit alle anfangen, etwas zu leisten, „etwas“ zu machen, anstelle eines gepflegten Nichtstuns – dann stimmt dieses Bild. Dann wird der Prozess der Leistungserbringung angeworfen.

Es wäre daher interessant, einmal zu schauen, wieviel der potentiellen Leistungskraft eine bestimmte Wirtschaftseinheit so realisiert.
Es wäre daher interessant, einmal zu betrachten, wie die Leistungsfähigkeit einer gegebenen Wirtschaftseinheit sich in Zukunft entwickeln wird.

Mehr dazu in Kürze.

Das Geldsystem außer Rand und Band

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Ein Artikel, der die FInanzpolitik der USA ziemlich auseinandernimmt, findet sich hier: Der „Gazillion“-Betrug der Federal Reserve

Titel:
Der „Gazillion“-Betrug der Federal Reserve

Autor: Artur P. Schmidt
Datum: 04.02.2011
Auf dem Weg in die größte Depression aller Zeiten

Ein paar kleine Zitate aus diesem Text:

Mittlerweile besitzt die Fed mehr Staatsanleihen (Treasuries) als die Volksrepublik China. So betrug das Volumen an Treasuries, Schatzwechseln und anderen US-Schuldtiteln im Besitz der Notenbank in der vergangenen Woche 1,11 Billionen US Dollar. Die von China gehaltenen Bestände belaufen sich laut einer Statistik des US-Finanzministeriums nur noch auf 896 Milliarden US-Dollar. Nur um die Zinsen der gemachten Schulden zu bezahlen, wird in den führenden Industrienationen zukünftig mehr als ein Drittel des Bruttosozialproduktes dafür verwendet werden müssen. Ein Zustand der nur zu einer einzigen Lösung führen kann: einer Währungsreform im globalen Maßstab.

und einiges weiter unten:
Fast hat es den Anschein, dass in den USA Bankster regieren, während das Repräsentantenhaus und der Kongress die Rolle von abnickenden Marionetten spielen müssen. Hierbei agiert die Fed als globales Pfandhaus, wobei sie etwa 9 Billionen USD auf 18 Finanzinstitute verteilte, indem sie alles, was die Banken besaßen, als Sicherheiten hereinnahm. Damit wurde in den USA die erste postmoderne Pfandhaus-Ökonomie begründet, die im noch längst nicht beendeten Quantitative-Easing ihren Höhepunkt fand. Man verpfändet alles, was man an Vermögen hat, nur um nicht in die Versuchung des Sparens zu kommen. Konsum um jeden Preis, bis auch das Pfandhaus pleitegeht.

Beim Lesen dieses Artikels stellt sich mir wieder die Frage: was ist Geld eigentlich? Wie kann es möglich sein, dass so viel Geld auf den Markt kommt, und wie kann man dieses Geld wieder „wegzaubern“? Das Geld, was da „irgendwie“ auf den Markt kommt, ist ja in jedem Fall ein Kredit, und damit ein Leistungsversprechen.

Und da hake ich wieder ein: Dieses Übermaß an Leistungsversprechen kann offensichtlich niemand mehr einlösen.

Geld – was ist es wirklich wert?

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 14 November 2010

Dass Geld derzeit im Gespräch ist, ist kein Wunder. Es liegt ja quasi überall in Mengen herum, die es unmöglich machen, darüber hinweg zu sehen. Aus dem Nichts werden Abermilliarden neuen Geldes gezogen, und der Wirtschaft als Doping untergeschoben. Volker Pispers sagt dazu, dass die USA ein Problem damit hatten, zuviele ungesicherte Kredite, zuviele Kredite ohne den dahinterliegenden Wert in Umlauf zu haben. Die Lösung für dieses Problem sieht derzeit so aus, dass noch sehr viel mehr Geld in Umlauf zu bringen.

Nicht nur der Normalbürger hat Schwierigkeiten, das zu verstehen. Es gibt sehr hochstehende Mahner, die das ebenso kritisch sehen, und es als ein sehr riskantes Experiment betrachten, dessen Ausgang keineswegs sicher ist.

Die Mechanismen, die da gezogen werden, sind bekannt. Geld ist, zumindest in den Augen der FED, in beliebiger Menge vorhanden, und wird als Mittel eingesetzt, die Wirtschaft zu stimulieren. Mancher vermag das nicht zu verstehen, doch bislang ist diese Theorie in der Praxis sogar belegt. Wenn die FED die Zinsen in der Vergangenheit gesenkt hat, hatte das stets einen Effekt auf die Wirtschaft. Die Wirtschaft begann, lohnendere Investments als die Geldanlage auf der Bank, stärker zu verfolgen. Der Effekt, der von den Ökonomen vorhergesagt wurde, war bis heute da.

Dass das möglicherweise eine Beobachtung war, die auf falschen Annahmen beruhte, und verschiedene Faktoren schlicht nicht berücksichtigte, ist ein Verdacht von mir. Wie viele andere schon zuvor, habe ich mich gefragt, was Geld genau ist.

Bevor ich darauf eingehe, wie ich das sehe, möchte ich Wikipedia zitieren:

Geld (abgeleitet vom indogermanischen ghel=Gold und dem Althochdeutschen gelt ,Vergeltung, Vergütung, Einkommen‘ oder ,Wert‘[1]) ist ein Begriff für ein Wertäquivalent. Dieser Ausdruck kann in Form von sinnlich wahrnehmbaren oder auch in Form von ideellen Gegenständen stattfinden. Geld als sinnlich wahrnehmbare Gegenstände sind beispielsweise Geldmünzen oder Wertpapiere wie etwa Banknoten oder Wechsel. Geld liegt als ideeller Gegenstand zum Beispiel in Form eines Bankguthabens oder einer Kreditzusage vor. Im praktischen Gebrauch ist Geld ein Zwischentauschmittel, das sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern auf Grund allgemeiner Anerkennung zu weiterem Tausch eingesetzt werden kann.
Quelle: wikipedia.org/Geld

Das ist eine Definition, die aus der von vielen redigierten Meinung von Nutzern von Wikipedia zusammengetragen wurde. Daher darf man annehmen, dass viele diese Definition so auch als korrekt bezeichnen würden. Es sind wesentliche Aspekte darin angesprochen. Ein Problem aber ist, dass nicht alle Aspekte von Geld hier enthalten sind.

Es fehlen in meinen Augen zwei wesentliche Punkte. Diese zwei fehlenden Punkte sind folgende:

  1. Die Mengenbegrenzung
  2. Die Ableitung auf eine physikalische Größe

Und genau diese beiden Punkte sind es, die mich zu meiner Theorie eines Geldwertes geführt haben. Ich werde sie hier im folgenden darstellen.

Einfach gesprochen

Ich bin kein Ökonom. Vielleicht ist das ein Vorteil, wenn man sich solche Gedanken macht. Ich werde keine Formel verwenden, sondern nur darlegen, wie ich das Geld gerne definiert haben würde.

Mein Gedanke bedarf keiner sehr langen Ausarbeitung. Ich finde den Gedanken so einfach und nachvollziehbar, dass ich mich wundere, dass ich darüber noch nichts gelesen habe. Doch vielleicht lese ich nur die falschen Bücher?

Nun denn, hier meine Gedanken dazu:

1. Die Geldmengenbegrenzung

Sofort fällt das Wort „Goldstandard“, wenn es um eine Begrenzung der Geldmenge geht. Wenn es, wie es zu Zeiten von Bretton Woods war, eine feste Bindung z.B. des Dollars an eine Menge Goldes gibt, dann kann man nicht beliebig viel Geld drucken. Die Menge des vorhandenen Goldes begrenzt die Geldmenge.

Eine Reaktion, wie sie die FED derzeit zeigt, wäre nicht möglich. Man kann nicht „mal eben“ ein paar Dutzend Tonnen Gold fördern. Gold ist ein seltenes Metall, und die Förderung ist begrenzt.

Mein Gedanke ist jedoch nicht, dass ein Goldstandard wieder eingeführt werden sollte!

Denn es gibt einen ganz erheblichen Nachteil an diesem Goldstandard. Die Menge, also die absolute Menge, ist nicht irgendwie begrenzt, und vor allem auch nicht nachvollziehbar begründet. Warum Gold? Man könnte die Geldmenge ebenso an andere seltene Dinge knüpfen. Wie wäre es mit einem festen Umtauschkurs von Dollar in Quadratmeter eines Landes? Das wäre ebensowenig vermehrbar, oder, wie man in Holland sehen kann, vielleicht zwar vermehrbar, aber nur mit viel Aufwand, dem dann ein realer messbarer Bodenwert entspringt.

Man könnte die Geldmenge auch an die Verfügbarkeit von Tantal, von Lithium, von Bor, von Uran, von Titan, oder von anderen seltenen Metallen binden.

Man könnte es auch, wie es bereits zu Anbeginn des Kulturgutes Geld einmal der Fall war, an eine Ressource aus der Biosphäre binden. An die Verfügbarkeit von Kaurimuscheln.

Kaurimuscheln als Währung?

Was genau ist eine Kaurimuschel, und wie kann es sein, dass das ein Zahlungsmittel war? Eine Kaurimuschel ist zunächst einmal handlich, man kann sie einfach in Beuteln transportieren. Doch es ist etwas, was man auch selbst im Meer finden kann. Wieso gehen die Fischer dann noch fischen? Wieso tauchen sie nicht nach Kaurimuscheln und füllen ihre Taschen?

Es scheint so zu sein, dass es annähernd gleichgültig ist, was als Geld genutzt wird. Es scheint so zu sein, dass es nur praktische Erwägungen sind, die die Form des Geldes bestimmen. Heute sind das zumeist nur Nullen und Einsen auf Konten. Real ist es schon lange unmöglich, alles weltweit zirkulierende Geld als Banknoten anzuschauen.

2. Die Ableitung auf eine physikalische Größe

Meine Geldtheorie fußt auf der Idee, dass man sowohl die Geldmenge, als auch den Geldwert an eine physikalische Größe bindet.

Um diese Idee zu erläutern, möchte ich vorab etwas ausholen, und wieder zu dem plastischen Beispiel des Kaurigeldes verweisen. Die Menschen, die das Kaurigeld akzeptierten, wussten vermutlich, dass man sich dieses Geld auch selbst suchen kann. Jeder Bürger hätte zum Strand gehen können, und diese Muscheln suchen können. Vermutlich taten das auch einige, die sich so ihren Lebensunterhalt sicherten. Sie hoben die Gegenstände auf, die ihnen andere für andere Waren wieder abnahmen.

Meine Theorie

Meine Theorie sagt aus, dass die Geldmenge an die Leistungsfähigkeit eines Volkes gebunden sein soll.

Zu diesen Bemessungsfaktoren gehören die Leistungsfähigkeit der Bewohner des Landes (oder der Welt),

  • eine Größe für die derzeitige Leistungsfähigkeit und die zukünftige Leistungsfähigkeit dieser Bewohner (Einflussgrößen sind die Bevölkerungspyramide und Geburtenzahl)
  • die „Zuschüsse“ an Leistungskraft in Form von zu Tage geförderter fossiler Energie, die als einmaliger Zugewinn an Leistungskraft verbucht werden muss
  • die realen Zuschüsse durch die Gewinnung von regenerativer Energie, die als dauernder Zustrom von Leistungskraft verbucht werden kann,
  • ein Effizienzfaktor, der beschreibt, inwieweit durch gedankliche Leistungen physikalische Leistungen ersetzt oder effizienter verbucht werden können.

Die Folgerungen, die sich daraus ergeben, sind vielfältig. Dazu komme ich in den nächsten Beiträgen.