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Thermoeconomics Comic Project

Geschrieben in Cool'n'Crazy,Peak Oil,Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 17 Mai 2015

Wow.

Das war mit einem Wort mein Eindruck, als ich sah, wie Stuart McMillan sich an die Arbeit gemacht hat, die Themen Peak Oil und Ökonomie als Thermoeconomics-Comic-Project“ aufzuarbeiten.

Stuart McMillan Homepage (deutsch)

Ich kann nur sagen: Reinlesen … durchlesen! Absolut lohnend … und wer mag, spendet für Stuart. Eine richtig coole Aktion.
Hier ein Bild daraus:

Peak Oil Cover von Stuart McMillan

IEA.org – Energie

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 27 Mai 2013

Die iea.org macht ganz interessante Sachen:

Coole Übersichten, denke ich!

Peak Oil and Economy

Geschrieben in Peak Oil,Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 25 September 2012

Wer einmal eine Vorstellung von dem engen Zusammenhang von der verfügbaren Energie und der Wirtschaft bekommen möchte,
der schaue sich diesen kurzen Film an:

Beeindruckend gut animiert.

Spiegel-Verriss

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 2 Juni 2012

Bislang hatte ich ja gedacht, dass Spiegel Online sich qualitativ nicht ganz unten im Journalismus ansiedelt.
Bis heute, bis ich den absurd schlechten Artikel von A. Jung gelesen habe über die „Peakniks“ der Aspo …

Ich war Teilnehmer der ASPO Conference 2012 – 30. Mai bis 1. Juni in Wien. Zu finden sind die Beiträge und das Programm zum selbst nachlesen und hören unter www.aspo2012.at.
Daneben bearbeite ich die Thematik auch beruflich und privat.

Hier meine Kommentierung zu dem seltsamen Artikel (Link): Der Artikel ist absurd schlecht, nicht sichtbar recherchiert und vor allem eins: polemisch … das als Fazit vorab.

Zitat des Titels:

Endliche Ölreserven – Apokalypse irgendwann

(Spiegel Online, 01. Juni 2012, 20:15 Uhr)

Gute Journalisten machen gute Titel – was jedoch im Umkehrschluß nicht zuteffen muss. Hier beweist Herr Jung, dass ein Titel „gut“ sein kann im Sinne der Chefredaktion – um Leser zu gewinnen, und Interesse zu wecken. Das hat dieser Titel geschafft, man kann ihn damit als „gut“ bewerten. Ob der Journalist dahinter jedoch auch eine gute Arbeit macht, muss vor allem der dazugehörige Artikel zeigen. Dazu weiter im Text:

Zitat:“Wie lange reicht das Öl? In Wien trafen sich Weltuntergangspropheten, um über das nahende Ende der Vorräte zu spekulieren. Doch die Wirklichkeit ist deutlich komplizierter als die Theorien der „Peakniks“.
Eine kurze Basisrecherche hätte Herrn Jung schnell gezeigt, dass es ASPO nicht darum geht, das „Ende“ vom Öl vorherzusagen. Es geht um die Abnahme der Flow-rate nach dem Peak. Dass das existiert liegt auf der Hand – bei einer endlichen Ressource kann es nicht anders sein.
Das steht bereits im Bericht des Department of Energy an den Präsidenten der USA in 2005 unter der Federführung von Robert Hirsch. Der übrigens die vollen drei Tage anwesend war, und auch ansprechbar in jeder Pause.

Zitat:“Auf dem Programm steht der Weltuntergang, doch Dennis Meadows langweilt das Thema. Der amerikanische Wissenschaftler ist gewissermaßen Fachmann in Fragen der Apokalypse, seit er vor 40 Jahren im legendären Bericht an den Club of Rome vor den Grenzen des Wachstums warnte und die Erschöpfung der Rohstoffe prophezeite. Nun sitzt der 69-Jährige im Wiener Palais Niederösterreich und blättert in der Tagungsbroschüre herum. Es kommt ihm alles so bekannt vor.
Billiger geht es wohl nicht, oder? Verstehe ich Herrn Jung richtig, und ein Thema ist erst dann interessant für eine ordentliche Berichterstattung im Spiegel, wenn ein bald 70-Jähriger das Programm der Veranstaltung so vollständig im Kopf hat, dass er, während ihm der Spiegel-Reporter beim „Programm-Auswendigwissen“ zuschaut, nicht mehr im Programm blättern darf?

Zitat:“Versammelt hat sich die Association for the Study of Peak Oil & Gas (Aspo), eine internationale Vereinigung von Wissenschaftlern, die beseelt sind von dem Gedanken, die weltweite Ölförderung werde schon bald einen Scheitelpunkt („Peak“) erreichen – mit katastrophalen Folgen für die Menschheit. Verbraucht sie mehr Öl, als sie fördert, seien brutale Verteilungskämpfe unvermeidlich: Börsencrashs, Depression, Chaos.
„Beseelt“ klingt etwas seltsam, wenn man selbst einmal mit diesen Wissenschaftlern redet. „Besorgt“ würde es eher treffen. Dazu sind die genannten Folgerungen nicht von den Wissenschaftlern getroffen worden, sondern von durchaus ernst zu nehmenden Analysten des US Department of Energy, der Bundeswehr, des Joint Forces Command und vielen anderen. Übrigens, Herr Jung: Wenn sie einen Satz mit „brutale Verteilungskämpfe seien unvermeidlich“ beginnen, und dann eine Auflistung anführen, dann sollte das eine Liste dieser angeführten Verteilungskämpfe sein. Ob man Börsenchrashs und eine Depression bereits dazu zählt, ist mir nicht bekannt. Man könnte darüber diskutieren – aber so wirkt es auch mich ein wenig schräg, rein sprachlogisch.

Zitat:“„Peak Oil ist nahe“, lautete also die Schreckensvision beim Jahrestreffen in dieser Woche, die Aspo-Präsidenten Kjell Aleklett wie ein Zeuge Jehovas verbreitete. Wieder einmal. Dieselbe Botschaft habe er schon auf der Aspo-Konferenz vor sechs Jahren gehört, sagt Meadows genervt. In der Tat haben die „Peakniks“, wie die Skeptiker genannt werden, schon etliche Male den Förderhöhepunkt vorausgeahnt. In früheren Szenarien datierten sie ihn auf das Jahr 1998. Später hieß es, 2005 sei es so weit. Einer legte den Peak sogar auf den Tag genau fest, auf den 24. November 2005. Dann wieder wurde 2010 ins Auge gefasst, spätestens.
Yep. Die erste Abschätzung dazu kam von Herr Hubbert, so um 1960 herum. Da hatte er allerdings noch eine Nachfragesteigerung von 5% pro Jahr angenommen … womit der Verbrauch und damit der Scheitelpunkt in der Abschätzung logischerweise früher liegen musste. Die alte Formel mit der tatsächlichen Verbrauchsteigerung von 1956 bis 2000 führt zu einer neuen Zahl – und zwar um das Jahr 2005. Wohlgemerkt eine Abschätzung über einen Zeitraum von über 30 Jahren – ein wenig Unsicherheit ist dabei nicht abwegig.
Die Taggenaue Festlegung ist übrigens eine Rückwärtsbetrachtung – da war einfach die bisherige Crude oil Tagesproduktion auf dem Höhepunkt. Berechnet und als Prognose vorab veröffentlicht hat das niemand.

Zitat:“Mit scheinbar wissenschaftlicher Präzision bestimmen die Peak-Oil-Theoretiker einen Zeitpunkt, von dem an es bergab gehen soll – und werden stets von der Realität widerlegt. In der Praxis nämlich ist das weltweite Ölangebot seither noch praktisch jedes Jahr gewachsen, bislang ist zur Überraschung vieler nie ein echter Engpass aufgetreten.
Nicht mit scheinbarer wissenschaftlicher Präzision, sondern mit wissenschaftlicher Methode. Das ist ein Unterschied, den man vermutlich erst dann begreift, wenn man die Materie selbst beherrscht. Präzision ist nicht absolut herstellbar – weil es bei der Thematik keine absolute Präzision geben kann – und auch gar nicht verlangt und behauptet wird. Wissenschaftlich aber bleibt es: Die Unsicherheiten werden benannt – und die Bandbreite der Unsicherheiten dazu.
Dazu bleibt die Tatsache bestehen, dass die Förderung aus konventionellen Ölfeldern in 2006 ihren Höhepunkt hatte. Das easy oil ist damit auf klar absteigendem Pfad – und allein das ist nicht mehr mit „scheinbarer Präzision“ vorauszusagen, sondern ganz trivial im Bericht der IEA von 2010 (International Energy Agency, World Energy Outlook 2010) nachzulesen.
Der vermeindlich nicht aufgetretene Engpass bestand bereits: In 2008, als der Ölpreis durch die Decke ging, die wenige Jahre zuvor niemand jemals in dieser Höhe vermutete.
Zitat aus den Ölpreisprogrnosen für das Jahr 2030 vom Jahr 2005: 33 Dollar pro Barrel. Ich frage mich, ob Jerr Jung schon mal darüber nachgedacht hat, was ein solcher Mehrpreis von 147 Dollar da an Nachfrage bei den ärmeren Ländern weltweit abschneidet? Die Nachfrage nach Öl war schlicht nicht bedienbar – und der Preis stieg solange, bis die so abgeschnittene Nachfrage dann wieder befriedigt werden konnte.

Zitat:“Gegenwärtig pumpt Saudi-Arabien so viel Öl aus dem Wüstensand wie noch nie. In den USA quellen die Lager über. Derzeit werde eher zu viel als zu wenig gefördert, konstatieren die Rohstoffexperten der Commerzbank. Ihre Kollegen von der Citigroup gehen noch weiter: Sie verkünden schon den „Tod der Peak-Oil-Hypothese“.
Schon mal was von Preiselastizität gehört? Schon mal darüber nachgedacht, dass ein Preis von über 100 Dollar bereits heute einen erheblichen Nachfragesenkenden Effekt hat?
Es gibt Länder auf dieser Welt, die für Öl weit über 20% des GPD (BSP) pro Kopf ausgeben (müssen). Wenn sie das aber nicht können, kaufen sie kein Öl mehr. Daher ist die Preiskurve heute der Nachfragereduktions-Stellhebel.
Der Experte von der Commerzbank, der die „Peak-Oil-Hypothese“ als tot erklärt, hat vermutlich sein Geld mit der Vorhersage der Finanzmarktentwicklung zwischen 2000 und 2012 verdient. Vermutlich hat er sein Fachwissen dazu nun auf diese These angewandt. Herzlichen Glückwunsch, Herr Jung. Mein Kommentar dazu: „Herr, lass Hirn vom Himmel regnen, auf dass es die richtigen trifft!“

Zitat:“Eine These aus den Fünfzigern
Und? Glauben sie damit Meinen zu wollen, dass eine alte These doof ist? Oder weniger wert? Albert Einstein hat seine Relativitätstheorie 1916 niedergeschrieben. Die staubt also bereits … wo ist ihr Verriss dazu?

Zitat:“Das Konzept stammt aus den fünfziger Jahren, ein US-Geologe namens Marion King Hubbert hat es formuliert. Demnach entspricht der Verlauf der Ölförderung stets einer Glockenkurve: Erst steige sie an bis auf ein Plateau, dann fällt sie wieder ab, so unerbittlich wie vorhersehbar. Das Problem: Die Wirklichkeit ist komplizierter.
Ach was. Eine Theorie ist immer eine Abstraktion und eine Modellbildung. Dummerweise zeigen alle Ölfelder weltweit prinzipiell diese Förderkurve. Übrigens auch noch falsch abgeschrieben. Eine Glockenkurve zeigt kein Plateau – sie ist stets eine Kurve, ein Plateau ist aber genau das nicht.

Zitat:“Zum Beispiel nimmt der Preis, der für das Fass Öl zu erzielen ist, einen entscheidenden Einfluss auf die Fördermenge. Je höher die Notierung, desto eher lohnt sich der Aufwand, auch in entlegenen Regionen nach dem Rohstoff zu suchen, in der Tiefsee zum Beispiel oder in der Arktis. Und schon wächst das Ölangebot.
Hallo McFly, jemand zu Hause? Suchen sie mal nach den tausend goldenen Füllern in ihrer Schreibwerkstatt. Es besteht ein Unterschied zwischen Suchen und Finden. Und nicht dass sie vorschnell frohlocken: Bei Ölfeldern ist es nicht wie bei goldenen Füllern. Die muss man erst einmal anbohren und fördern – einen Füller hebt man einfach auf.

Zitat:“Neue Technologien kommen zum Einsatz, die die Fördermenge auf ein Niveau hieven, das bis dahin unvorstellbar war. Ingenieure setzen das sogenannte Fracking, das bislang nur für die Gasproduktion genutzt wurde, nun auch zur besseren Ausbeutung von Ölquellen ein: Unter Hochdruck wird eine Flüssigkeit eingepresst, sie erzeugt Risse tief im Gestein, dadurch wird zusätzliches Öl freigesetzt.
Unvorstellbar ist immer ein schönes Wort. Trifft aber fast nie den Kern. Ich kann mir beispielsweise auch ein Raumschiff Enterprise vorstellen, oder eine Unterhaltung mit einem intelligenten Redakteur.
Die sogenannte EOR, enhanced oil recovery, kann durchaus die Ausbeute aus einem Ölfeld vergrößern – als absolute Menge. Aber die flow-rate, das was pro Tag rauskommt, bei Weitem nicht. Viele Ölfelder liefern nur noch ein ziemlich dünnes Wasser-Öl-Gemisch. Da pumpt man und pumt … und 90% von dem, was man da pumpt, ist Wasser, das man schnellstens wieder wegpumpen muss, weil es hochgradig verseucht ist. Teilweise ist nur noch 10% Öl enthalten … und auch der Anteil sinkt bei alten Feldern immer weiter ab. Fracking in Ölfeldern erhöht vielleicht den Anteil wieder etwas – aber die alten Förderraten kommen damit nicht zurück. Denn das Ölfeld wird ganz sicher eines: immer leerer.

Zitat:“Dank dieses Verfahrens sind die USA zur weltweit schnellstwachsenden Ölförderregion avanciert. Im Bundesstaat North Dakota hat sich die Produktion innerhalb von nur zwei Jahren verdoppelt.
Wow. Tolles Argument. Fragt sich nur von welcher Menge hat sich da was verdoppelt. Die hatten bislang ein altes Ölfeld, und nun zwei? Oder was? Verdoppeln klingt ja immer gut – aber wenn so ohne weitere Daten einfach von „Verdoppelung“ geschrieben wird, sieht das in etwa so schlau aus, wie ich es in der b**dzeitung erwarten würde.

Zitat:“Solche Entwicklungen beeindrucken Aspo-Präsident Aleklett freilich wenig. Er hält Fracking für überschätzt, für einen Hype, der sich bald wieder legen werde. Überhaupt sei doch die Vorhersage eingetreten und Peak Oil im Jahr 2006 erreicht worden, zumindest was das Volumen aus herkömmlichen Fördermethoden angehe, das heißt: ohne das Öl aus kanadischen Teersanden zum Beispiel oder eben das Fracking-Öl aus North Dakota.
Ich hab mir den Vortrag auch reingezogen – und fand die Aussagen zumindest plausibel genug, um eine andere Message daraus abzuleiten.

Zitat:“Diese Erklärung mutet seltsam an, da in der Geschichte der Ölförderung Verfahren, die zunächst als unkonventionell galten, in der Regel sehr schnell gebräuchlich wurden. So war in den siebziger Jahren eine Förderung in mehr als 300 Metern Meerestiefe kaum vorstellbar, heute ist sie Routine.
Ja, klar. Das lohnt sich auch so gigantisch.
Die Deep Water Horizon, also das Dingens, was bei voller Anwendung der Öl-Bohr-Routinen im Golf von Mexiko abgesoffen ist, bohrte beispielsweise das Macondo-Feld an. Dieses Feld sollte insgesamt 50 bis 100 Millionen Barrel Öl enthalten.
Klingt vielleicht viel – reicht aber gerade einmal aus, um den Weltverbrauch von Öl für etwa 16 bis 32 h aufrecht zu erhalten.
Mal als Vergleich: Das Ghawar-Feld in Saudi Arabien liefert seit 1950 allein täglich und durchgehend 5% des Weltölbedarfs.

Zitat:“Der Veteran Meadows jedenfalls hat genug von der Debatte, wann denn nun genau der Höhepunkt erreicht werde. Entscheidend und unstrittig sei doch, dass die Ölvorräte endlich sind und abnehmen. Deshalb hält er es für wichtiger, Strategien zu entwickeln, wie eine Welt mit immer weniger fossilem Brennstoff aussehen kann.
Ein weiser alter Mann hat eine gute Sichtweise. Immerhin hat er, anders als Herr Jung, die Thesen und angeblichen Hypothesen der Peakniks nicht nur akzeptiert, sondern selbst auch damals im Bericht des Club of Rome, der übrigens von der Volkswagen Stiftung in Hannover zu wesentlichen Teilen finanziert wurde, so prognostiziert.

Zitat: „Meadows spricht aus leidvoller Erfahrung. Vor 40 Jahren habe sich der Club of Rome auch bloß darauf beschränkt zu rufen: „Das Unheil ist nahe“, erinnert sich der Wissenschaftler. Ergebnis: „Heute ist der Club of Rome irrelevant.“
Lieber Herr Jung, möchte man sagen, Klasse Schlusswort – nur was wollen sie damit ausdrücken?
Die Diskussionen zu den Prognosen des Club of Rome haben doch wohl sehr entscheidend zur Umweltbewegung, zur Gründung neuer politischer Parteien und allgemein zur Diskussion überhaupt beigetragen. Was bitte erwarten sie vom Club of Rome heute? Noch eine grüne Partei? Noch mehr Umweltbewegung? Etwa Änderungen in den Wirkmechanismen des Kapitalismus?
Eines dürfte klar sein: Die Botschaft von damals ist angekommen – und vermutlich ist deshalb vieles anders gekommen. Wobei noch immer kein Link zu Peak Oil besteht – denn dem kann man nicht durch Politikänderungen ausweichen.
Nur durch Ignorieren: Durch Augen, Ohren und Mund verschließen. Wie die Affen.
Der vierte Affe mit dem leergeschriebenen Stift fehlt noch … Herr Jung, übernehmen sie!

Kleine Panzer, große Motoren

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 14 Februar 2011

Wie ist das eigentlich? Wäre es nicht besser, wir alle würden kleinere Autos fahren?
Sollte man diese großen Spritschlucker nicht verbieten?

Ich bin mir da nicht so sicher. Denn das Öl würde doch trotzdem verbraucht werden.
Es dürfte ziemlich wenig Unterschied bedeuten, wenn wir für den Verbrauch einer bestimmten Menge Öl zwei Autos brauchen, oder die doppelte Zeit … verbraucht werden wird es doch …

Ich bin noch nicht fertig mit diesem Gedanken, aber momentan sieht es so aus, als ob es sogar sinnvoll sein könnte, so schnell als möglich so viel wie möglich Öl zu verbrauchen.
Dann muss der Schock einer nicht gedeckten Nachfrage eher kommen – und ab da wird sich dann möglicherweise niemand mehr dafür interessieren?

Wie gesagt: ich denke darüber nach …

Peak Oil – big numbers

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Big Numbers. BIG numbers.

so etwa 86 Millionen Barrel ver-brauchen wir täglich auf der Erde.
4% davon werden zu Kunststoffen. Zu all dem Plastik, in dem wir leben.
7% davon werden für die Stromerzeugung weltweit in verschiedenen Regionen genutzt.
etwa 70% davon verbrennen wir in Automotoren.

Wieviel ist das, so als Menge? 86.000.000 bbl. Hat jemand eine Vorstellung?

Ein Barrel entspricht 159 Litern. Ganz zu Anfang der Ölförderung, als es weder Pipelines noch große Tankwagen gab, wurde Öl in den Behältern transportiert, die gerade verfügbar waren – und das waren leere Heeringsfässer.
Die Größe entspricht tatsächlich diesen alten Fässern für Fisch, diese Maßeinheit hat sich gehalten. Die Stahlfässer, in denen heute allerdings nur noch ein sehr kleiner Bruchteil des Öls transportiert wird, haben daher noch immer diese Größe.
Und sie haben 60 cm Durchmesser. Damit kann man doch was anfangen.
Wir stellen uns vor, diese 86.000.000 Fässer stellen wir aufrecht in eine Reihe. Jedes aufrecht neben das andere, schön entlang einer imaginären Linie. Wie weit reicht diese Linie?
Einfache Rechnung: 86.000.000 x 0,6 m = 51.600.000 m
Das entspricht dann wiederum 51.600 km – und wenn man das um die Erde wickelt … kommt man gut mehr als einmal rum.
Der Erdumfang am Äquator wurde nämlich auf genau 40.000 km definiert. Eine ziemlich lange Reihe Fässer, und nun bitte das Streichholz …
all das verheizen wir täglich.
Oder genauer: 70% wandelt sich pro Tag in Automotoren in Abgas um. Wieviel CO2 das dann ist?

Die Verbrennung der Kohlenwasserstoffketten im Öl ist ja die Reaktion von „C“ (für Kohlenstoff) und „O“ für Sauerstoff. Es kommen zwei Sauerstoffatome auf ein Kohlenstoffatom, und bilden das Molekül Kohlendioxid.
Es ist nicht ganz einfach, zu bestimmen, welche Anzahl von Kohlenstoffatomen in einem Barrel Öl steckt. Und das variiert auch.
Aber eine Annahme kann man treffen.
Wäre das Fass voll mit Diesel, würde ziemlich genau 420 kg CO2 produziert werden, und wäre es Benzin, also einem anderen Destillat des Öls, wären es etwa 370 kg.
Als Annahme irgendwo in der Mitte sind daher 400 kg CO2 nicht so schlecht. Pro Barrel Öl, wohlgemerkt.

Nun haben wir zwar ein Gewicht – aber keine Vorstellung, wieviel „Gas“ das ist.
Also füllen wir dieses Gas in Flaschen, genauer gesagt, in Tauchflaschen.

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Tauchflaschen gibt es in verschiedenen Größen, eine häufige Größe sind 10 Liter. Das lässt sich gut rechnen.
Und der Druck darin beträgt 200 bar. Nach dem Boyle-Mariottschen Gesetz kann man da ganz leicht ausrechnen, wieviel Gas unter Normaldruck das ergibt. 10 l bei 200 bar = 2000 l bei 1 bar.
Es sind also pro Tauchflasche 2000 Liter „Gas“ (egal welches Gas, ob Luft oder eben CO2) darin speicherbar.

Wir haben aber eine Angabe des Gewichts von CO2, nicht des Volumens.
Da hilft das Wissen, dass ein m³ von CO2 ziemlich genau 2 kg wiegt. (Bei Luft wäre das übrigens nur 1,2 kg).

Fassen wir zusammen:
Wir haben ein Barrel Öl verbrannt, und haben „im Lager“ sauber getrennt, das CO2 liegen, und zwar genau 400 kg als Annahme.
Diese 400 kg CO2 (gasförmig) entsprechen unter Normaldruck einem Volumen von ziemlich genau 200 m³.
Diese 200 m³ kann ich dann mittels eines Kompressors in Tauchflaschen füllen. Pro Flasche passen 2 m³ hinein, also werden wir 100 Tauchflaschen mit dem CO2 aus dem verbrannten einen Faß Rohöl füllen können.

WOW.
100 Flaschen voll CO2 ergibt die Verbrennung des Öls pro Barrel!

Wenn man dieses CO2 daran hindern möchte, in die Atmosphäre zu kommen … und das ebenso mit den weiteren 86 Millionen Barreln Öl machen möchte, dann braucht mal viele Tauchflaschen.
Ach ja. Das war der Verbrauch eines Tages, und nicht etwa eines Jahres – nicht dass da jemand etwas durcheinander wirft.

Peak Oil – problems ahead

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 12 Januar 2011

Hier eine sehr unaufgeregte Rede von Richard Heinberg zu den Problemen, die zu erwarten sind, nach dem Peak of Oil.
Dauer: 25 min. – die es wirklich wert sind, ganz gehört zu werden.

Quelle: Youtube

Peak Oil – einfach erklärt

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 21 Dezember 2010

Peak Oil als Begriff ist überraschend unbekannt.

Dabei ist das nicht sehr schwer zu erklären, was ich hiermit versuche.

Peak Oil als Begriff bezeichnet einen Punkt auf einer Kurve.
Er bezeichnet den höchsten Punkt (Peak) auf einer besonderen Kurve, auf der Kurve der Weltölförderung (Oil).
In der deutschen Übersetzung heißt es Globales Ölfördermaximum.

Diese Kurve der Ölförderung ist in dem Verlauf bis heute die historische Rückschau der Ölförderung.
Der Begriff Peak Oil wurde jedoch schon 1956 von Marion King Hubbert geprägt, weil er von dem „Peak“ der Ölförderung sprach. Er sagte den „Peak of the oil production of the United States“ im Jahr 1956 für den Zeitraum um 1970 voraus. Die Kurzfassung davon war „Peak Oil„.

Er lag sehr richtig. 1970 förderten die USA so viel Öl wie nie zuvor – und wie niemals wieder danach.

Es dauerte noch bis etwa 1974, bis die letzten Kritiker, die ihn fast zwanzig Jahre lang lächerlich gemacht hatten, endlich verstummten.
Das wirklich blödeste Argument, welches seine Kritiker als „Beweis“ gegen ihn anführten, war dabei genau diese Aussage im Jahr 1970:
„Hey, die USA fördern dieses Jahr mehr Öl als je zuvor. Was redet dieser Mensch da für einen Blödsinn von Peak Oil?“

Aber genau das hatte er ja vorhergesagt – das Maximum der Förderung. Für 1970.
… und zwar nicht aus dem Lesen einer Glaskugel oder aus dem Flug der Schwalben, sondern aus einer Berechnung, die er nachvollziehbar dargelegte. Jeder konnte seine Berechnung prüfen, und die Annahmen und Rechnungen darin kontrollieren. Das wurde auch gemacht, nur wurden seine Annahmen als „Unsinn“ bezeichnet, und so lächerlich gemacht.
Alles, was er tat, war zu warten, dass die Förderkurve ihm recht geben würde.

Sie tat es. Ab 1970 – genau wie prognostizert.

1974 war seine Vorhersage endlich in der Wissenschaft und in der Presse als korrekt akzeptiert worden, denn es gab nur noch wenig, was man dagegen sagen konnte.
Die Förderkurve zeigte ja bereits im vierten Jahr in Folge nach Süden (nach unten). Auch als die großen Ölfelder in Alaska in Produktion gebracht wurden, änderte das tatsächlich nichts mehr daran. Obwohl es die Förderkurve der USA noch einmal ein wenig steigen ließ, wurde die Ölförderung der USA von 1970 seitdem nie wieder erreicht.
Und das, obwohl Hubbert die Ölfelder in Alaska gar nicht auf der Rechnung hatte. Doch er hatte sie nicht etwa vergessen, oder falsch gelegen in seier Abschätzung, wieviel Öl es in den USA gab.
Alaska war im Jahr 1956 einfach noch gar nicht USA. Erst im Jahr 1959 kam Alaska als 49. Staat zu den USA hinzu … dass Hubbert das nicht in seine Rechnung einbezog, sei ihm somit nachgesehen. Oder gerade deswegen ist seine Prognose in noch schärferem Licht als korrekt anzusehen.

Peak Oil war damit in der Welt. Zwar erst einmal nur bewiesen für die USA (die über 100 Jahre der weltgrößte Ölförderer gewesen waren), aber der Gedanke lag nahe, dieselbe Berechnung für die Welt zu machen.

Hubbert machte diese Berechnung, und im Jahr 1974 veröffentlichte er eine weitere Prognose.
Die Prognose für Peak Oil der Welt. Das weltweite Fördermaximum von Öl.

Er nahm dieselben Methoden, er traf die gleichen Annahmen – nun jedoch für die gesamte Welt.
Und wieder gab es eine Zahl:

1995.

Und wieder kamen die Kritiker, und sagten, dass das eine vollkommen unsinnige Rechnung sei. Es gäbe doch noch so viel Öl auf der Welt, das erst noch gefunden werden müsse.
Dabei wusste Hubbert genau das ja besser als viele seiner Kritiker.
Er war Erdölgeologe bei Shell.
Genau das hatte er ja abgeschätzt, nach einer einfachen Rechnung. Genau das war die Basis für seine Prognose.
Er sagte klar, wieviel Öl es auf der Welt noch zu finden gab – seiner Einschätzung nach.
Mit dieser Zahl war die Berechnung des Fördermaximums einfach.
Genau das war die Basis für seine Prognose des Weltfördermaximums, des globalen Peak Oil, und damit dessen, was gemeinhin unter dem Begriff Peak Oil heute verstanden wird.

Jedoch: Diese Prognose trat so nicht exakt ein.
Die Ölförderung stieg noch bis ins Jahr 2005 weiter an – aber etwas verwundert dann doch:

Seit 2006 steigt die Förderkurve nicht mehr, es ist eine Art Plateau zu beobachten.

Doch spannender als die Aussage, dass er hier falsch lag, ist es, zu untersuchen, was genau er falsch in seiner Rechnung machte.

Was war es, was in der Rechnung in die Irre führte? Man kann seine Rechnung ja problemlos nachrechnen. Seine alten Annahmen in die Rechnung eingesetzt führen stets zu dieser Zahl.
Was also war falsch?

Er lag vor allem falsch mit der Annahme des Verbrauchs. Die Steigerung des Verbrauchs von Öl nahm er mit 5% an. Real waren es aber nur etwa 2%. Das ist ein großer Unterschied.
Diese eine Annahme führte dazu, dass er die Menge des insgesamt verbrauchten Öls im Laufe der Jahre viel höher berechnete, als dann tatsächlich eintrat.
Es ist klar, dass das Öl länger reicht, wenn man es weniger schnell verbraucht. Spannend ist die Frage, welche Zahl seine alte Rechnung auswirft, wenn man diese Annahme von ihm durch die korrekte historische Zahl ersetzt.
Denn man muss ja bedenken, dass er diese Zahl nur schätzen konnte – er hat in die Zukunft geblickt. Wir können heute jedoch den genauen tatsächlichen Verlauf des Ölverbrauchs genau beziffern.
Die Rechnung wird da also ganz genau sein. und welche Zahl kommt dann heraus?

2005.

Wohlgemerkt: das ist seine alte Prognose, die nur in der Zahl des geschätzten Verbrauchs durch die Zahl des tatsächlichen Verbrauchs korrigiert wurde. Klar ist weiterhin, dass das Öl endlich ist, und dass die Förderung somit zwangsläufig zu einem Zeitpunkt x absinken muss. Spätestens einen Tag bevor das Öl vollständig verbraucht sein wird, muss die Förderung sinken. Hubbert hat diesen Tag versucht zu berechnen.
Nun liegt 2005 auch schon hinter uns. War das Jahr auch das Jahr mit der höchsten Ölförderung?
Jein … nicht ganz.

Wir hatten 2006 eine höhere Ölförderung. Seitdem allerdings bewegt sich die Menge des geförderten Öls „seitwärts“. Diese idiotische Bezeichnung, die Analysten gern nutzen, meint, dass die Kurve waagerecht verläuft.
Bis heute haben wir also ziemlich genau das Niveau von 2006 gehalten. Weder eine Steigerung noch ein Rückgang ist zu verspüren. Nur eine sehr sehr deutliche Verteuerung. In 2008 schwang das Pendel des Ölpreises bis auf 147 Dollar pro Barrel, wobei es bis 2005 eher bei 20 bis 30 Dollar lag. Noch vor fünf Jahren war ein Ölpreis über 100 Dollar „völlig irrational“, „absoluter Unsinn“ und „nicht denkbar“.
Das letzte Argument ist das schönste. „Nicht denkbar“ … wo es doch nur ein anderer Preis ist für etwas, was wir jeden Tag verbrauchen. Denkbar im Sinne von „ich denk mir das mal aus“ ist das in jedem Fall. Was vermutlich gemeint, ist, ist eher eine Aussage wie: „Das halte ich für nicht plausibel begründbar, und jeder Versuch, das zu begründen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt“.
Wie unsinnig die Aussage nur wenige Jahre später bei Erreichen dieses Preises war, wird schnell klar.

Fazit:
Ob Hubbert auch mit seiner Rechenmethode den Weltpeak korrekt berechenbar machte, können wir „heute“ noch nicht ganz genau sagen.
Doch es gibt ein paar wenige Experten, die diese Rechnung als sehr plausibel bezeichnen. Das ist die Die EnergyWatchGroup.

Wer mehr wissen möchte, dem sei dieser Film ans Herz gelegt:

Quelle: Youtube

Ausgebrannt

Geschrieben in Lesen,Peak Oil von Olaf Schilgen am 13 November 2010

Ich habe das Buch Ausgebrannt vor dem 20. Februar 2007, dem Erstverkaufstag, gelesen.

Dieses Buch ist zu keiner Zeit aktueller gewesen als heute – aber das bedeutet keinesfalls, daß das Buch etwa „in diese frische Diskussion hineingeschrieben wurde“, um einfach mal auch dieses Thema als Roman abgehandelt zu haben. Ganz falsch.

Dieses Buch ist sein bisher bestes – oder vielleicht eher wichtigstes und inhaltsreichstes.

Andreas Eschbach lebt seit einiger Zeit in der Bretagne, mit ordentlich Wind und ursprünglicher Natur um die Fenster. Und ich bin sicher, daß dieses Buch so nicht entstanden wäre, hätte er sich nicht als Schriftsteller ein wenig aus dem Trubel dieser Welt an eine der schönen, ursprünglichen Ecken ebenselbiger zurückgezogen, bzw hinbegeben.
Die Welt, so wie wir sie kennen, wird sich verändern. Andreas Eschbach hat in der fernen Bretagne am Fenster gesessen, diese unsere Zukunft vorgedacht, und dann in hochspannender Form zwischen diese Buchdeckel getippt.
Da liegt sie nun, unsere Zukunft. In fast jeder Buchhandlung auf dem Büchertisch, bereit, von Ihnen gelesen zu werden, auf daß sie vielleicht anders wahr werde … .

Das Buch atmet eine Überzeugung, daß diese Welt sich verändern wird, die erschrecken macht. Niemand anderes als ein Sciencefiction-Autor kann diese zukünftige Welt uns wirklich verständlich vor Augen führen, damit man wirklich versteht, daß man real mitfühlt, was es für die Figuren in diesem Buch bedeutet, was es für einen selbst bedeutet. Wie es auch uns treffen könnte …

Auf einen Satz gebracht:
Das Unvorstellbare, das Leben ohne Öl, wird durch dieses Buch erschreckend vorstellbar. Sie werden manches in ihrem Leben neu denken.

Doch es bleibt ein Buch, ein spannendes Buch: damit lässt es sie nicht los, sie wollen einfach das im Keller verborgene Geheimnis erfahren, das Herrn Anstätter sein Haus verkaufen ließ, sie wollen wissen, wie die Geschichte von Markus Westermann, „Mark S. Westman“, weitergeht …

Ach, und wenn sie eine Methode fertig entwickelt haben, mit der sie die tausendfache Menge des heute verfügbaren Erdöls finden werden – dann wissen sie nach der Lektüre dieses Buches genau, was sie mit dieser Methode machen müssen, um die Welt zu retten, … und wer am Ende wirklich den Preis bezahlt.

Wenn sie jedoch einfach nur ein paar verdammt spannende abendliche Lesestunden verbringen wollen – dann lesen sie dieses Buch ebenso unbedingt, ganz unvoreingenommen und entspannt. Obiges wird ihnen dann erst danach dann in den Sinn kommen, und sie sobald nicht mehr loslassen …

Falls sie jemals vor der Frage stehen sollten, welches „eine Buch“ sie auf eine einsame Insel mitnehmen sollten: Nehmen sie dieses.
Ausgenommen den Fall, es ist eine Insel vollkommen frei von Öl. Dann lachen sie einfach, und nehmen ein Buch über Gartenbau …

Peak Oil – eine Einführung

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 13 November 2010

Kennen sie Peak Oil?

Nein? … keine Sorge, das wird bald Thema werden.

Wer mehr dazu schon jetzt wissen will, darf mir hier folgen. Ich stelle hier, heute beginnend, ein paar Informationen dazu zusammen. Es geht, soviel sei verraten, um Öl. Genauer um Rohöl, um fossilen Brennstoff, die Energie, die unser Wirtschaftsleben seit 150 Jahren antreibt.

Peak Oil ist das, was die Ökonomen eigentlich als nicht möglich erachten. Peak Oil sagt, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem die tägliche Fördermenge des Öls unwiderruflich zurückgeht. Das ist eigentlich eine relativ verständliche Sache.

Wichtig ist dabei, dass man bedenkt, dass das Öl in der Erde nicht in einem fest gebauten Stahltank herumschwappt, sondern sich in Sandsteinschichten oder ähnlichen „permeablen“ Gesteinen befindet. Das Öl sitzt dort in den Poren des Gesteins, und muss, wenn man es fördern will, zu dem Bohrloch fließen. Verständlicherweise geht das am Anfang, wenn es noch viel Druck im Bohrloch gibt, schneller, als am Ende.
Das bedeutet, dass die Förderrate, also die Menge des Öls, die von selbst fließt, mit zunehmender Förderung abnimmt.

Oder kurz gesagt: man muss irgendwann anfangen, am Bohrloch zu saugen. Eine schlaue Methode ist auch, ein weiteres Loch zu bohren, und zwar weit unter das Ölfeld. Dorthinein wird dann Wasser gepumpt, und der Druck im Ölfeld steigt wieder. Also kommt wieder mehr Öl.

Aber irgendwann wird es immer weniger, und zum Schluß ist es nicht mehr weiter lohnend, die letzten Öltropfen aus dem Wasser des Bohrlochs zu fischen. Das passiert nämlich, wenn das Öl immer weniger wird. Der Wasseranteil von dem, was man nach oben pumpt, wird immer größer.

Und genau das ist es, was die Ökonomen mit ihrem „Wirtschaftlichkeitsmodell“ nicht akzeptieren wollen.

Dem Ökonom zufolge rentiert sich bei sinkender Förderung eine bessere Technologie, mehr Bohrlöcher, mehr Wasserdruck von unten, mehr Ölscheideanlagen … etc. Dem Ökonom zufolge wird das Öl zwar immer teurer in der Förderung – aber dieses Modell des Ökonomen kennt keinen Stop – der Fall, dass das Öl irgendwann wirklich „alle“ ist, ist in dem Modell des Ökonomen nicht vorgesehen.

Doch irgendwann ist der Kuchen weg.

Die spannende Frage ist, wann das sein wird – oder wann das vielleicht schon war.