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Der Aufbau der Gamme

Geschrieben in Gamme von Olaf Schilgen am 13 Mai 2006

Eine Idee aus dem Jahr 2003 ist nun Realität geworden.
Meine Gamme in Nordnorwegen ist nun fertig. Begonnen hat das Projekt mit den ersten geschlagenen Birken im August 2003. In den folgenden 12 Monaten war ich insgesamt fünfmal dort, und war dabei nicht untätig. Dies ist die Gamme im August 2004. Und seit August 2005 ist sie nun fertig. Und ganz aktuell habe ich nun im April vor Ostern die Einweihungsfeier gehalten.
Zu tun gab es dieses Mal nichts mehr, ganz ungewohnt …

Aber es ist vielleicht besser, wenn ich mal der Reihe nach erzähle und die Bilder vom Aufbau zeige.
Also fange ich mal mit dem Bauplatz an:

(17.03.2005)

Alles sehr schön grün, ganz rechts sieht man noch die eigentliche Hütte hervorlugen, und dazu zwischen den Bäumen den „kleinen“ See (ca. 7km lang) und dann sind wir schon gleich bei dem Bau-Material:
Birken, und zwar nur Birken.

Das ist der Bauplatz mit den ersten Birkenstämmen. Die sehen relativ klein aus, sind aber ganze Bäume. Dass die Stämme nicht gerade sind, ist so ausgesucht. Das wird gleich deutlich, wenn die Grundkonstruktion sichtbar wird.

Hier sieht man zunächst ein Detail. Das ist die zentrale Verbindung der tragenden vier Stämme.

Hier sieht man dieselbe Verbindung in größer. Das wird, wenn man es ein wenig „dreht“, das eine „Tor“, mit den dünnen Firstbalken, der als Bolzen die Verbindung der beiden Stämme sicherstellt.

die Konstruktion ist also klar … nur die Frage, wie man das – allein – aufstellt, hat mich damals ein wenig beschäftigt.

Hier ist schon der zweite Knoten zu sehen, und dabei auch meine Hilfskonstruktion, um die beiden verbundenen Stämme mit dem Firstbalken darin aufzustellen. Immerhin waren das zwei ganze Birken, und keine dünnen Äste, und dazu war die Höhe noch etwas über 3m. Im hinteren Bereich der Hütte war der Boden etwas abschüssig, und daher musste dort die Konstruktion entsprechend hoch liegen, sonst hätte man später in der Hütte nicht stehen können. (Es kam ja noch ein Bodenbelag hinein, der die Schräge ausgleichen sollte.)

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Gamme – Baudokumentation Teil 2

Geschrieben in Gamme von Olaf Schilgen am 22 April 2006

Die gesamte Baudokumentation habe ich nun aus der alten Webseite übernommen.
 
Da steht es wie folgt:
 
„Also fangen wir mal mit dem Bauplatz an:
 

 
Alles sehr schön grün, ganz rechts sieht man noch die
eigentliche Hütte
hervorlugen, und hinter den Bäumen den kleinen See (ca. 7km lang)
und dann sind wir schon gleich bei dem Material:
 
Birken, und zwar nur Birken.
 

 
alle selbst ausgesucht, selbstgesägt, allein (!) aus dem Wald
geschleppt, geschält und dann verarbeitet …
 

 
… wie man hier sieht „mit Vollschutz“:
Helm, Ohrenschutz, Schnitt-Schutzhose und Handschuhen, und vor allem
einem guten Händchen und Vorsicht und Konzentration.
 
Aber spannend ist, was ich da gerade säge: die wichtigen
Löcher in den großen Haupt-tragwerk-Stämmen:
 

 
Durch diese Verbindung halten die großen Stämme
gegeneinander. Das schönste (bis dahin) war das erste „Richtfest“:
 

 
da war ich nämlich noch immer quasi allein, und musste mir was
einfallen lassen, um die ziemlich saftig schweren Stämme
hochzuwuchten. Es geht doch nichts über die guten alten
Hebelgesetze…
 

 
… so ging es langsam und in Stufen immer weiter nach oben. Bei diesem
kam übrigens der durchgesteckte Stamm erst danach hinein. Bis
dahin steckte der kleine Ast als Platzhalter drin. Im Hintergrund sieht
man nun ein wenig mehr der anderen Hütte. Auf dem nächsten Bild steht die hintere Hauptträgerkonstruktion schon
fertig in der Luft Dies Aussicht vom Inneren
der Gamme wird man so frei nicht mehr lange
genießen können …
 

 
Grund genug, nun mal langsam Hilfe zu bekommen, damit es noch schneller voran
geht. Aber zuerst einmal ein Bild, wo ich
auf dem zweiten Teil der Hauptverbindung
sitze:!
 

 
Nicht, dass ich es nicht auch alleine fertigbekommen hätte, nein,
nein.
Aber wenns der eigene Vater ist, ist die Hilfe gern gesehen …
 

 
… hier sieht man nun auch sehr schön die ganze Hütte im
Hintergrund. Da wird es auch weiterhin gemütlicher bleiben, nur
das Prädikat „urig“ – das wird die Gamme beanspruchen wollen. Na,
mal sehen.
 

 
und am nächsten Tag ist es schon wieder ganz hell und sonnig! Also geht es munter
weiter…
 

 
… mit ein paar kleinen Pinnen, schon mal zur Probe drangestellt. Und
die müssen alle geschält werden.
 
Ohje – das wird noch eine Heidenarbeit. … ob das jemals fertig wird?
 

 
Sieht ja ziemlich dünne aus, noch ist die Gamme nicht von ein paar trockenen
Bäumen im Wald zu unterscheiden, nur die
frisch geschälten Stämme leuchten etwas
heller als normal. Doch wir müssen erst einmal zusammenpacken, denn ich muss wieder
nach Ingolstadt. So schön wie auf dem Bild hier oben haben wir das also hinterlassen,
das war 2003 im August.
 
Wiedergekommen sind wir dafür schon im November
2003
, und da lag dann
schon etwas Schnee:
 

 
was einen aber nicht beim Arbeiten stört. Hier ist die Hütte
schon ein wenig weiter gewachsen, der Eingang vorn wird erkennbar.
Stabil ist es jedenfalls, wie meine Sitzprobe beweist, und ein wenig kalt dazu …
 

 
… wird es einem auch nicht, wenn man schön konstant arbeitet.
Hier sieht man schön die Birkenrinde, die wir von allem
Stämmen und Knüppeln abschaben (mit einem speziellen
Schieber/Schaber) und abschlagen (mit der Axt) – aber wir haben die
Rindenreste ständig aufs Feuer geschmissen, es war ein gigantischer Haufen.
 

 
Überhaupt: Hier mal ein schönes Detail der Konstruktion,
alles hält vollkommen ohne Nägel zusammen, wenn man genug
Astgabeln unterstellt und den Anstellwinkel richtig hält – gar
kein Problem!
 

 
Nein, doch nicht ganz, hier ist mal ein Nagel zu sehen. Der
abgesägte Pinn in der Mitte wird übrigens später die
Türhinterkante und Scharnierbolzen in einem. Da in der Astgabel
wird sich die Tür einmal drehen.
 

 
Hier sieht man die Tür, der obere Querriegel bleibt dort, nur die
diagonale Strebe, die wird noch wieder nach außen wandern. hier
steckt sie für den dunklen Winterschlaf bereit sicher und fest.
 

 
Zum Schluß für diesen Urlaub wird nur noch ein wenig aufgeräumt, …
 

 
… und ein paar Pinne sortiert.
 

 
Genau so müssen wir wir die Gamme ein weiteres Mal
zurücklassen, ab jetzt kommt der richtige Winter, das Holz kann
aber dafür schon sehr gut an der Luft trocknen. Viel weiter gekommen sind wir
ja augenscheinlich nicht, aber es geht voran.
Doch halt, ein kleiner
Funktionstest vor der Abfahrt kann nicht schaden:
 

 
Da liegt doch glatt schon jemand in einer Hängematte drin!
 
Wer könnte das sein?
 

 
Per! Na, wer denn auch sonst!     😉
 
Jedenfalls steht die Gamme danachgenauso wie vorher, sie ist also
einwandfrei konstruiert und steht stabil.
 

 
Die letzten Reste der Birkenrinde landen auf dem Feuer.
 
Das ist ziemlich schön, so nach einem ganzen Tag Arbeit sich an
einem Feuer etwas auszuruhen …
 

 
… spät in der Nacht, die jetzt im November schon viel eher da
ist, noch ein letztes Bild. Und dann geht das Jahr 2003 irgendwann
danach zuende.
 
Und das Jahr 2004 begrüßt mich (nun mal wieder allein) mit
dem perfektesten Märzwetter, das man sich denken kann. … und
zuhause meimelt es in
Strömen!  Genau so muss es sein.
 

 
Hier ist übrigens schon die nun funktionierende Tür im Bild!
Im Hintergrund der tief und fest zugefrohrene See. So etwa 50cm pures
Eis.
 

 
Hier die ganze Tür! Und in diesem Winter (2003 auf 2004) liegt ziemlich wenig Schnee,
zum Ende des Urlaubs wird es sogarnoch viel weniger sein, die
Sonne, die den ganzen, schon wieder sehr langen Tag über scheint,
tut ihre Wirkung…
 

 
… aber es liegt oben auf den Bergen noch einiges mehr an Schnee,
jedenfalls absolut genug, um mit dem Snowscooter zum Holzholen zu
fahren.
 
Wir haben übrigens ziemlich viel gearbeitet, und alle Nachbarn,
die so leichtsinnig waren, vorbeizuschauen, haben mitgeholfen, Pinne
abzuschälen. Es geht nun mit viel Elan schnell weiter!
 
Man sieht im Hintergrund schon eine Menge mehr bearbeitetes Holz vor
der Hütte…
 

 
… oder auf der Hütte, je
nach Standpunkt!
 

 
Es sieht jedenfalls auch von oben alles einfach TOP aus…
 

 
und auch wenn man so davor steht,
 

 
und das Licht noch passt, …
 

 
… dann ist es schon wieder Zeit zu gehen.
 
Juni 2004
 
Dieses Mal bin ich bin nicht hochgefahren, sondern gesegelt
(siehe Törnbilder)

 
Aber angekommen bin ich doch, es war nur nicht so viel Zeit zum Bauen, aber etwas geht immer:
 

 
Wie man sieht, ist es inzwischen auch richtig schön Sommer.
 
Auf dem Bild sind wir gerade dabei, einen Haufen Kartoffeln mit
Rentierfleischbrocken zu braten.
 

 
Natürlich haben wir da Besuch, denn der Geruch zieht meilenweit!
 

 
So, allzuviele Bilder habe ich nicht gemacht, aber noch ein
schönes mit der Aussicht zum See:
 

 
Hier ist übrigens Marius, gerade auf dem Weg zurück nach
Stockmarknes, zur Arbeit:
 

 
Das Feuer ist (fast) aus, …
 

 
… nun gehen wir nach Haus.
 

 
Das ist also der aktuelle Stand, genauer: vom 28.06.2004.
 
Nur eine kurze Pause diesmal, denn ich
binam 20. August 2004 schon wieder hochgeflogen
 
Wir haben auch ein neues Arbeitsgerät, ein ATV:
 

 
Was? Das sieht nicht nach Arbeit aus? Sondern nach purem Vergnügen?
 
Falsch! Das ist der direkteste Weg, den vollkommen Schlammverschmierten
ATV wieder sauber zu bekommen. Außerdem haben wir Steine in
Mengen gebraucht, und die liegen nun mal am Wasser rum.
 

 
Der ATV in Parkposition zum Steineabladen. Rausnehmen und in die Hütte werfen – obercool.
 

 
DAS war nicht so ganz einfach. Wir haben einen schönen Stein zur Verwendung
als
Tisch gespaltet, nur passte er beim besten Willen nicht mehr durch
die Tür. Also öffneten wir die Wand von hinten, legten ein
Seil quer durch die Hütte und dann zogen wir mit dem ATV …
 

 
Dieses Einkaufnetz für große Steine ist ein Beweis meiner
Handwerkskunst. Es hielt zumindest alles aus. Hier sieht man
übrigens schön den Stein in Zugrichtung …
 

 
… und da das Loch schon mal da war, haben wir auch gleich dort den Kies eingefüllt.
 

 
Hier ist schon alles sehr wohnlich geworden, die Treppe passt, der
Tisch ist noch mit alkoholfreien Getränken fehlbelegt, aber steht
immerhin schon gerade, das Feuer brennt, alles wird gut!
 

 
EIn letzter Blick, die Bänke stehen drin, der
Boden ist aufgefüllt, die Feuerstelle bereit, und der Kaffeepott
wartet auf die nächste Ladung. Nur die schützende Außenhaut fehlt noch.
 
Aber keine Bange: ich komme wieder!
 
(Wenn es nicht ganz blöd kommt, auch in einigen Jahren noch ab und zu, und dann
kann ich das mal irgendwann meinen
Kindern zeigen, das wird bestimmt Klasse!)
 
August 2005
 

So,
noch immer ist es nicht vorbei, das Abrinden
von Birken. Nochmal etwa 10 kleinere Birken
werden gebraucht, die letzten Lücken zu
füllen.
.
Aber
es macht ja auch etwas Spaß, wenn nur der
Hund Brummle nicht immer in die Stöckchen
beißen würde …


aber gleich mal einen Sprung zu dem Material,
was wir bald in großen Mengen brauchen:
der Torf, also Grassoden, gut durchwurzelte
Grasnarbe.

Wir
holen das mit dem etwas umfunktionierten
Baumstammtransporter, der seit neuestem
Pers Fuhrpark erweitert

und
hier schon fertig auf der Hütte (hatte keine
Zeit, zwischendurch noch Bilder zu machen)
liegt auch die Birkenrinde, die wir glücklicherweise
nicht selbst schneiden mussten, sondern
von einem alten Haus, welches abgerissen
worden war, erben konnten. Die Rinde ist
übrigens seit 1930 im Einsatz gewesen, und
hat das Haus darunter dicht gehalten! Nun
dient sie uns …

Die
letzten Birkenholzpinne werden mit der Motorsäge
so gekürzt, daß sie eine ebene Oberfläche
ergeben, auf der die Birkenrinde ohne Verletzung
aufliegen kann. und hier sieht man auch
schön, daß die Grasnarbe umgekehrt gestapelt
wird, damit sie dann umso dichter wieder
nach oben durchwurzelt.

Ein
paar letzte Transportfahrten …


und bald sieht die Gamme ganz anders aus,
als noch am Tag zuvor.

Auch
das noch kurzfristig eingeplante Fenster
ist nun mit Dach und provisorischem Fensterglas
aus Holz versehen …


aber schon ein paar Tage später sieht die
Sache noch besser aus, nun kann man auch
durch das Glas hindurchschauen.

Hier
ein Blick auf meine Dachlukenkonstruktion, wenn
auch nicht
ganz stilecht mit einem kleinen Extradach
versehen. Aber man gönnt sich ja sonst nichts.

Hier
der Eingang, mit der mit zwei Rentierfellen
bezogenen Tür. Die von selbst zufällt, und
durch den kleinen Stecken gehalten wird.

Wieder
ein Blick ins Innere, nun mit Grassoden
außen davor – und ja, noch mit der Holzverschalung,
die noch zum Schutz vor dem Glas sitzt.
 

Das
sind die Werkzeuge gewesen, mit denen ich
die Gamme gebaut habe. Ein zwei andere Äxte
waren auch noch dabei, ebenso noch ein zweiter
Rindenabschaber. Und ja, der Hammer hat
auch manchen Nagel geschlagen, aber die
Konstruktion hält ohne jede Nagelkrücke.
Allein das Eigengewiicht und ein paar schlau
gesetzte Astgabeln und Verschränkungen bewahren
die Gamme vor dem Zusammensturz.
Die
Einweihungsfeier fällt diesmal aber leider
aus Zeitgründen aus. Doch das folgt schon
sehr bald, zu Ostern im Jahr darauf:
April 2006
Einweihungsfest / Inflyttefest

 
Es
ist soweit: Snusmumrikens Heim wird eingeweiht!

Das
Feuer brennt, die Hütte wird kräftig eigeheizt.
Noch ist kein Gast da, ein spannender Moment



und Gelegenheit, sich noch einmal umzuschauen.
Alles wohlgeraten.

Doch
nun ist die Party im Gange, Es wird gefeiert,
daß es kracht. Original Lappisches Bidost
wird dazu gereicht, der Topf hat knappe
60 Liter Inhalt …


und jeder bekommt mehr als einen Nachschlag.


hier in der Mitte bin ich nun auch mal im
Bild. Und dazu glücklich, daß die Gamme
fertig ist, und die Gäste feiern. Mein Werk,
mit eigener Hand gebaut, und ich sitze darin,
und kann mich am Feuer wärmen. Wirklich
ein Grund zum Feiern … !

Hier
Per und Marius, die beiden tatkräftigen
Helfer und Besitzer der Hütte „nebenan“.

Oistein
spielt Gitarre – das ist ziemlich selten,
da er sonst eher auf Flöten abfährt, und
sie zu Dutzenden, wenn nicht Hunderten zu
Hause beherbergt und selbst auch baut.

Frode
tanzt und singt, und der Abend wird noch lang
und lustig.

Am
nächsten Morgen die Überaschung: Es gibt kein Saubermachen.
Alles, was auf den Boden gefallen ist, kann
dort liegen bleiben, oder landet bei Gelegenheit
im Feuer. Die Gamme jedenfalls steht wieder
unbeeindruckt ruhig und schweigsam da.

Bei
Tag sieht sie ein wenig grau aus, noch fehlt
der Frühling, der aus den Grassoden wieder
neues Gras sprießen läßt.

Doch
wenn die Nacht anbricht, dann entflammt
darin ein Feuer.
Esleuchtet jedem, der die
Gamme passiert, durch das Fenster entgegen,



und spricht so ein warmes Willkommen. Es
liegt stets alles bereit, sich darin zu
wärmen. Feuer, Holz und Kochkaffee
liegen bereit …

Auch
der Kaffeekessel selbst hängt schon über den Flammen,
um mit dem Kokkaffe den lieben Besucher
mit kleinen Schlucken zu wärmen. Sobald
er mit etwas Schnee oder Wasser aus dem
See gefüllt ist, und das Feuer darunter
flackert, ist der Trank bald fertig.
 
 
 
 
 
Was noch fehlt:
 
Ein Blick auf die Natur in der näheren
Umgebung. Hier ein kleines Blatt, welches von
der Sonne im Schnee auf dem meterdicken
Eis des Sees versenkt wurde, und
wohl bald im Wasser des Rostavann untergehen
wird, sobald das Eis vollends darunter geschmolzen
sein wird.

 
Aber
auch, wenn man den Blick hebt, und mit dem
Snowscooter ein wenig in die Berge fährt,



ein wenig Spaß mit 300 Turbo-PS hat, …

 
…kann man Augenblicke der Ewigkeit
sehen:


wenn man hier im Bild der Spur folgend links
um die Ecke biegt, dann noch ein weiteres
Tal durchquert, die Grenze zu Schweden
überquert, und danach an langsam flacher
werdenden Bergkuppen vorbeifährt, gelangt
man bald nach Jukkasjärvi.
Auf dem Weg
dorthin wird einem niemand sonst begegnen,
außer vielleicht ein paar wenigen anderen
Suchenden.
250 km Einsamkeit liegen dann
hinter einem. Die größte Wildnis Europas,
und ein guter Moment, ab und zu darüber
nachzudenken, woher das alles kommt, und
wohin wir alle gehen.
Die Antwort darauf
werde ich wohl nicht finden, aber darüber
nachzudenken, das ist schon schön genug.
 
Und
darüber nachdenken kann man auch sehr gut,
wenn man ohne Party abends am Feuer in der
Gamme sitzt, in die Flammen schaut, und
nebenbei einen Blick in den Sonnenuntergang
werfen kann. Man ist weit weg von allem,
was einem sonst noch wichtig ist, und kann
so besser sortieren, was wichtig ist, und
was vielleicht nicht.
 

 
Olaf
Schilgen,
 
22.April 2006