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US-Finanzen, die Probleme darin und eine Frage dazu

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 23 April 2011

Dass die USA derzeit erstmals von Standard & Poor’s als tendenzieller Abstufungskandidat geführt werden, hat, trotz der gegenteiligen Intervention der USA, zu einem kleinen Erdbeben der Stärke 3 bis 4 im weltweiten Finanzsystem geführt. Ein Erdbeben der Stärke 3 bis 4  ist üblicherweise nur begrenzt spürbar. Wirkliche Zerstörungen werden dadurch nicht ausgelöst – doch die Leute reden darüber.

Kenneth Rogoff kommentiert in der  Financial Times Deutschland das derzeitige Finanzsystem eingangs mit einem Zitat von Bernhard Madoff wie folgt: „Die ganze Regierung ist ein Schneeballsystem.“ Weiter sagt er „Auch die Schuldenstände vieler anderer Länder liegen ungemütlich nahe an ihren höchsten Werten seit 150 Jahren – obwohl es in weiten Teilen der Welt relativ friedlich zugeht.“.

Das Problem wird klar benannt, ein einfacher Ausweg wird nicht versprochen, sondern als schwierig und nur langfristig lösbar posuliert.

Die Wirtschaftswoche führt in ihrer Bilderübersicht noch ein paar weitere Fakten über die USA zusammen (Link):

Die einzelnen Punkte darin sind:

Schulden, Gesamtverbindlichkeiten, Bundesstaaten, Häusermarkt, Gewerbeimmobilien, Pleitewelle, Arbeitslosenrate, Essensmarken, Einkommensschere und Sozialversicherung.

Bei keinem der Punkte ist das Fazit positiv:

Die USA haben in 2010 fast soviele Schulden aufgenommen, wie der gesamte Rest aller Staaten weltweit zusammen. Die Verbindlichkeiten der USA erreichen mit den Firmen und Privatschulden inzwischen 360 % des Bruttoinlandsprodukts. Deutlich mehr als die Hälfte aller US-Staaten sind nicht mehr in der Lage, eine Arbeitslosenunterstützung zu zahlen. Die Zwangsvollstreckungen von Hauskrediten werden auch in 2011 nicht abebben, sondern weiterhin hoch bleiben.Ebenso sind die Preise für Gewerbeimmobilien seit 2007 stetig gefallen, und erreichen nun nur noch 60% des damaligen Wertes. Dazu passt, dass es eine Leerstandsquote von 20% gibt.Ebenso sind die Zahlen der Privatinsolvenzen bei den US-Bürgern weiter gestiegen, und die Arbeitslosenrate liegt weiter bei 10% offiziell. Inoffiziell sind aber bereits über 18 % arbeitslos oder nur in geringfügiger Beschäftigung untergebracht. Dazu ist eine wirklich unglaublich hohe Anzahl von 40 Millionen Amerikanern auf Essenmarken angewiesen – und dieser Wert soll noch steigen. Was wundert es da, dass die Schere zwischen Arm und Reich stetig weiter aufgeht. So beschreibt eine Studie der Universität Berkeley, dass 2/3 der Einkommenszuwächse im Zeitraum 2002 bis 2007 dem obersten einen Prozent der Bevölkerung angekommen ist. Die Sozialversicherung hat so bereits in 2010 mehr ausgezahlt, als sie eingenommen hat. Das sollte so eigentlich erst 2016 eintreten.

Es ist, das mein nüchternes Fazit hier an dieser Stelle, offensichtlich nicht so, dass die USA derzeit finanziell vollkommen gesund dastehen.

Im Gegenteil kann man von einem sehr ungesunden Bündel von Problemen ausgehen, dessen Lösung nach Meinung der meisten Kommentatoren nur durch ein sehr kräftiges Wirtschaftswachstum möglich sein dürfte, jedoch nicht als wirklich wahrscheinlich angesehen wird.

Zwei Felder werden für die Umsetzung eines aktiven Bekämpfens dieser Probleme als notwendig erachtet:

  1. Das Rückführen des nahezu hemmungslosen Geldausgebens und des faktisch nicht begrenzten Bereitstellens von Liqidität durch die FED.
  2. Das Erhöhen von Steuern.

Die Probleme der Finanzsituation der USA werden als so groß angesehen, dass nur eine der beiden Möglichkeiten als nicht ausreichend angesehen wird. Dummerweise stehen sich mit den beiden Argumenten die Demkraten und die Republikaner diametral gegenüber – was eine Einigung sehr viel schwieriger macht, und vor den nächsten Wahlen als kaum umsetzbar angesehen wird.

Doch abgesehen von der Situation der USA stelle ich mir folgende Frage:

Wieso wirkt das Mittel der unbegrenzt verfügbaren Liquidität nicht mehr so, wie es sonst schon gewirkt hat?

Ich möchte die Frage aufwerfen, wieso die als eigentlich nötig erachtete Liquidität hier auf einmal keinen Effekt mehr zeigt? Die Zurverfügungstellung von Finanzmitteln sorgt doch im allgemeinen dafür, dass mehr Wirtschaft betrieben wird, dass das Bruttosozialprodukt so sich erhöht, dass Wirtschaftswachstum stattfindet.

Ich glaube, eine Antwort darauf zu haben.

Da ich derzeit diese Webseite nur zu meinem eigenen Vergnügen betreibe, und mehr als Gedankenspeicher nutze, beantworte ich diese Frage hier noch nicht öffentlich. Ich möchte hier aber den Hinweis auf Ägypten hinterlassen, der mir als Beispiel dazu heute in den Sinn kam. (Das antike Ägypten ist gemeint.)

Mit meiner Antwort glaube ich berechnen zu können, wie viel Geld in einer Volkswirtschaft in Umlauf sein sollte, und wie stark eine Volkswirtschaft ihr Potential ausnützt oder es verschwendet.

 

 

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