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Peak Oil – big numbers

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 5 Februar 2011

Big Numbers. BIG numbers.

so etwa 86 Millionen Barrel ver-brauchen wir täglich auf der Erde.
4% davon werden zu Kunststoffen. Zu all dem Plastik, in dem wir leben.
7% davon werden für die Stromerzeugung weltweit in verschiedenen Regionen genutzt.
etwa 70% davon verbrennen wir in Automotoren.

Wieviel ist das, so als Menge? 86.000.000 bbl. Hat jemand eine Vorstellung?

Ein Barrel entspricht 159 Litern. Ganz zu Anfang der Ölförderung, als es weder Pipelines noch große Tankwagen gab, wurde Öl in den Behältern transportiert, die gerade verfügbar waren – und das waren leere Heeringsfässer.
Die Größe entspricht tatsächlich diesen alten Fässern für Fisch, diese Maßeinheit hat sich gehalten. Die Stahlfässer, in denen heute allerdings nur noch ein sehr kleiner Bruchteil des Öls transportiert wird, haben daher noch immer diese Größe.
Und sie haben 60 cm Durchmesser. Damit kann man doch was anfangen.
Wir stellen uns vor, diese 86.000.000 Fässer stellen wir aufrecht in eine Reihe. Jedes aufrecht neben das andere, schön entlang einer imaginären Linie. Wie weit reicht diese Linie?
Einfache Rechnung: 86.000.000 x 0,6 m = 51.600.000 m
Das entspricht dann wiederum 51.600 km – und wenn man das um die Erde wickelt … kommt man gut mehr als einmal rum.
Der Erdumfang am Äquator wurde nämlich auf genau 40.000 km definiert. Eine ziemlich lange Reihe Fässer, und nun bitte das Streichholz …
all das verheizen wir täglich.
Oder genauer: 70% wandelt sich pro Tag in Automotoren in Abgas um. Wieviel CO2 das dann ist?

Die Verbrennung der Kohlenwasserstoffketten im Öl ist ja die Reaktion von „C“ (für Kohlenstoff) und „O“ für Sauerstoff. Es kommen zwei Sauerstoffatome auf ein Kohlenstoffatom, und bilden das Molekül Kohlendioxid.
Es ist nicht ganz einfach, zu bestimmen, welche Anzahl von Kohlenstoffatomen in einem Barrel Öl steckt. Und das variiert auch.
Aber eine Annahme kann man treffen.
Wäre das Fass voll mit Diesel, würde ziemlich genau 420 kg CO2 produziert werden, und wäre es Benzin, also einem anderen Destillat des Öls, wären es etwa 370 kg.
Als Annahme irgendwo in der Mitte sind daher 400 kg CO2 nicht so schlecht. Pro Barrel Öl, wohlgemerkt.

Nun haben wir zwar ein Gewicht – aber keine Vorstellung, wieviel „Gas“ das ist.
Also füllen wir dieses Gas in Flaschen, genauer gesagt, in Tauchflaschen.

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Tauchflaschen gibt es in verschiedenen Größen, eine häufige Größe sind 10 Liter. Das lässt sich gut rechnen.
Und der Druck darin beträgt 200 bar. Nach dem Boyle-Mariottschen Gesetz kann man da ganz leicht ausrechnen, wieviel Gas unter Normaldruck das ergibt. 10 l bei 200 bar = 2000 l bei 1 bar.
Es sind also pro Tauchflasche 2000 Liter „Gas“ (egal welches Gas, ob Luft oder eben CO2) darin speicherbar.

Wir haben aber eine Angabe des Gewichts von CO2, nicht des Volumens.
Da hilft das Wissen, dass ein m³ von CO2 ziemlich genau 2 kg wiegt. (Bei Luft wäre das übrigens nur 1,2 kg).

Fassen wir zusammen:
Wir haben ein Barrel Öl verbrannt, und haben „im Lager“ sauber getrennt, das CO2 liegen, und zwar genau 400 kg als Annahme.
Diese 400 kg CO2 (gasförmig) entsprechen unter Normaldruck einem Volumen von ziemlich genau 200 m³.
Diese 200 m³ kann ich dann mittels eines Kompressors in Tauchflaschen füllen. Pro Flasche passen 2 m³ hinein, also werden wir 100 Tauchflaschen mit dem CO2 aus dem verbrannten einen Faß Rohöl füllen können.

WOW.
100 Flaschen voll CO2 ergibt die Verbrennung des Öls pro Barrel!

Wenn man dieses CO2 daran hindern möchte, in die Atmosphäre zu kommen … und das ebenso mit den weiteren 86 Millionen Barreln Öl machen möchte, dann braucht mal viele Tauchflaschen.
Ach ja. Das war der Verbrauch eines Tages, und nicht etwa eines Jahres – nicht dass da jemand etwas durcheinander wirft.

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