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Seminar Wolfenbüttel

Geschrieben in Schreiben von Olaf Schilgen am 21 November 2010

Bin soeben wieder zurück aus Wolfenbüttel, genauer, der Bundesakademie für kulturelle Bildung dort.

Erstmals musste ich mich entscheiden zwischen zwei Seminaren, die ich gern beide belegt hätte. Mir wurde aber von der Seminarleiterin des einen nahegelegt, das Thema Plotten mir näher anzuschauen – was ich dann auch getan habe. Und ich habe es nicht bereut. Es gab sehr viele Ideen und Anregungen für meinen Plot von Vaticano, der zugegebenermaßen nicht ganz in die Schublade „historischer Roman“ passte. Denn genau das war der exakte Titel des Seminars: Plotten im historischen Roman.

Es war mal wieder zuwenig Zeit, und zuwenig Schlaf war so die altbekannte Konsequenz. Ich bin nun rechtschaffend platt. Aber trotzdem werde ich ab heute eine Stunde Plotten – und wenn das fertig ist, werde ich eben umsteigen auf das Schreiben.

Es gibt nun keine Ausrede mehr, die Werkzeuge liegen auf dem Tisch …

Geld – was ist es wirklich wert?

Geschrieben in Wirtschaftstheorie von Olaf Schilgen am 14 November 2010

Dass Geld derzeit im Gespräch ist, ist kein Wunder. Es liegt ja quasi überall in Mengen herum, die es unmöglich machen, darüber hinweg zu sehen. Aus dem Nichts werden Abermilliarden neuen Geldes gezogen, und der Wirtschaft als Doping untergeschoben. Volker Pispers sagt dazu, dass die USA ein Problem damit hatten, zuviele ungesicherte Kredite, zuviele Kredite ohne den dahinterliegenden Wert in Umlauf zu haben. Die Lösung für dieses Problem sieht derzeit so aus, dass noch sehr viel mehr Geld in Umlauf zu bringen.

Nicht nur der Normalbürger hat Schwierigkeiten, das zu verstehen. Es gibt sehr hochstehende Mahner, die das ebenso kritisch sehen, und es als ein sehr riskantes Experiment betrachten, dessen Ausgang keineswegs sicher ist.

Die Mechanismen, die da gezogen werden, sind bekannt. Geld ist, zumindest in den Augen der FED, in beliebiger Menge vorhanden, und wird als Mittel eingesetzt, die Wirtschaft zu stimulieren. Mancher vermag das nicht zu verstehen, doch bislang ist diese Theorie in der Praxis sogar belegt. Wenn die FED die Zinsen in der Vergangenheit gesenkt hat, hatte das stets einen Effekt auf die Wirtschaft. Die Wirtschaft begann, lohnendere Investments als die Geldanlage auf der Bank, stärker zu verfolgen. Der Effekt, der von den Ökonomen vorhergesagt wurde, war bis heute da.

Dass das möglicherweise eine Beobachtung war, die auf falschen Annahmen beruhte, und verschiedene Faktoren schlicht nicht berücksichtigte, ist ein Verdacht von mir. Wie viele andere schon zuvor, habe ich mich gefragt, was Geld genau ist.

Bevor ich darauf eingehe, wie ich das sehe, möchte ich Wikipedia zitieren:

Geld (abgeleitet vom indogermanischen ghel=Gold und dem Althochdeutschen gelt ,Vergeltung, Vergütung, Einkommen‘ oder ,Wert‘[1]) ist ein Begriff für ein Wertäquivalent. Dieser Ausdruck kann in Form von sinnlich wahrnehmbaren oder auch in Form von ideellen Gegenständen stattfinden. Geld als sinnlich wahrnehmbare Gegenstände sind beispielsweise Geldmünzen oder Wertpapiere wie etwa Banknoten oder Wechsel. Geld liegt als ideeller Gegenstand zum Beispiel in Form eines Bankguthabens oder einer Kreditzusage vor. Im praktischen Gebrauch ist Geld ein Zwischentauschmittel, das sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern auf Grund allgemeiner Anerkennung zu weiterem Tausch eingesetzt werden kann.
Quelle: wikipedia.org/Geld

Das ist eine Definition, die aus der von vielen redigierten Meinung von Nutzern von Wikipedia zusammengetragen wurde. Daher darf man annehmen, dass viele diese Definition so auch als korrekt bezeichnen würden. Es sind wesentliche Aspekte darin angesprochen. Ein Problem aber ist, dass nicht alle Aspekte von Geld hier enthalten sind.

Es fehlen in meinen Augen zwei wesentliche Punkte. Diese zwei fehlenden Punkte sind folgende:

  1. Die Mengenbegrenzung
  2. Die Ableitung auf eine physikalische Größe

Und genau diese beiden Punkte sind es, die mich zu meiner Theorie eines Geldwertes geführt haben. Ich werde sie hier im folgenden darstellen.

Einfach gesprochen

Ich bin kein Ökonom. Vielleicht ist das ein Vorteil, wenn man sich solche Gedanken macht. Ich werde keine Formel verwenden, sondern nur darlegen, wie ich das Geld gerne definiert haben würde.

Mein Gedanke bedarf keiner sehr langen Ausarbeitung. Ich finde den Gedanken so einfach und nachvollziehbar, dass ich mich wundere, dass ich darüber noch nichts gelesen habe. Doch vielleicht lese ich nur die falschen Bücher?

Nun denn, hier meine Gedanken dazu:

1. Die Geldmengenbegrenzung

Sofort fällt das Wort „Goldstandard“, wenn es um eine Begrenzung der Geldmenge geht. Wenn es, wie es zu Zeiten von Bretton Woods war, eine feste Bindung z.B. des Dollars an eine Menge Goldes gibt, dann kann man nicht beliebig viel Geld drucken. Die Menge des vorhandenen Goldes begrenzt die Geldmenge.

Eine Reaktion, wie sie die FED derzeit zeigt, wäre nicht möglich. Man kann nicht „mal eben“ ein paar Dutzend Tonnen Gold fördern. Gold ist ein seltenes Metall, und die Förderung ist begrenzt.

Mein Gedanke ist jedoch nicht, dass ein Goldstandard wieder eingeführt werden sollte!

Denn es gibt einen ganz erheblichen Nachteil an diesem Goldstandard. Die Menge, also die absolute Menge, ist nicht irgendwie begrenzt, und vor allem auch nicht nachvollziehbar begründet. Warum Gold? Man könnte die Geldmenge ebenso an andere seltene Dinge knüpfen. Wie wäre es mit einem festen Umtauschkurs von Dollar in Quadratmeter eines Landes? Das wäre ebensowenig vermehrbar, oder, wie man in Holland sehen kann, vielleicht zwar vermehrbar, aber nur mit viel Aufwand, dem dann ein realer messbarer Bodenwert entspringt.

Man könnte die Geldmenge auch an die Verfügbarkeit von Tantal, von Lithium, von Bor, von Uran, von Titan, oder von anderen seltenen Metallen binden.

Man könnte es auch, wie es bereits zu Anbeginn des Kulturgutes Geld einmal der Fall war, an eine Ressource aus der Biosphäre binden. An die Verfügbarkeit von Kaurimuscheln.

Kaurimuscheln als Währung?

Was genau ist eine Kaurimuschel, und wie kann es sein, dass das ein Zahlungsmittel war? Eine Kaurimuschel ist zunächst einmal handlich, man kann sie einfach in Beuteln transportieren. Doch es ist etwas, was man auch selbst im Meer finden kann. Wieso gehen die Fischer dann noch fischen? Wieso tauchen sie nicht nach Kaurimuscheln und füllen ihre Taschen?

Es scheint so zu sein, dass es annähernd gleichgültig ist, was als Geld genutzt wird. Es scheint so zu sein, dass es nur praktische Erwägungen sind, die die Form des Geldes bestimmen. Heute sind das zumeist nur Nullen und Einsen auf Konten. Real ist es schon lange unmöglich, alles weltweit zirkulierende Geld als Banknoten anzuschauen.

2. Die Ableitung auf eine physikalische Größe

Meine Geldtheorie fußt auf der Idee, dass man sowohl die Geldmenge, als auch den Geldwert an eine physikalische Größe bindet.

Um diese Idee zu erläutern, möchte ich vorab etwas ausholen, und wieder zu dem plastischen Beispiel des Kaurigeldes verweisen. Die Menschen, die das Kaurigeld akzeptierten, wussten vermutlich, dass man sich dieses Geld auch selbst suchen kann. Jeder Bürger hätte zum Strand gehen können, und diese Muscheln suchen können. Vermutlich taten das auch einige, die sich so ihren Lebensunterhalt sicherten. Sie hoben die Gegenstände auf, die ihnen andere für andere Waren wieder abnahmen.

Meine Theorie

Meine Theorie sagt aus, dass die Geldmenge an die Leistungsfähigkeit eines Volkes gebunden sein soll.

Zu diesen Bemessungsfaktoren gehören die Leistungsfähigkeit der Bewohner des Landes (oder der Welt),

  • eine Größe für die derzeitige Leistungsfähigkeit und die zukünftige Leistungsfähigkeit dieser Bewohner (Einflussgrößen sind die Bevölkerungspyramide und Geburtenzahl)
  • die „Zuschüsse“ an Leistungskraft in Form von zu Tage geförderter fossiler Energie, die als einmaliger Zugewinn an Leistungskraft verbucht werden muss
  • die realen Zuschüsse durch die Gewinnung von regenerativer Energie, die als dauernder Zustrom von Leistungskraft verbucht werden kann,
  • ein Effizienzfaktor, der beschreibt, inwieweit durch gedankliche Leistungen physikalische Leistungen ersetzt oder effizienter verbucht werden können.

Die Folgerungen, die sich daraus ergeben, sind vielfältig. Dazu komme ich in den nächsten Beiträgen.


Home – Hallo Welt

Geschrieben in Home von Olaf Schilgen am 14 November 2010

Hallo Welt,

ich glaube, das sind die Worte, die zu Beginn im Web modern waren.

Ich habe nun gestern meine Webseite erweitert um ein Web-Log-, kurz Blog, und werde Zug um Zug die Inhalte transferieren.
Das klingt nach Arbeit … und viel Zeit, die ich derzeit nicht in der Menge habe, wie ich es mir wünsche.

Grüße,

OlafS

Ausgebrannt

Geschrieben in Lesen,Peak Oil von Olaf Schilgen am 13 November 2010

Ich habe das Buch Ausgebrannt vor dem 20. Februar 2007, dem Erstverkaufstag, gelesen.

Dieses Buch ist zu keiner Zeit aktueller gewesen als heute – aber das bedeutet keinesfalls, daß das Buch etwa „in diese frische Diskussion hineingeschrieben wurde“, um einfach mal auch dieses Thema als Roman abgehandelt zu haben. Ganz falsch.

Dieses Buch ist sein bisher bestes – oder vielleicht eher wichtigstes und inhaltsreichstes.

Andreas Eschbach lebt seit einiger Zeit in der Bretagne, mit ordentlich Wind und ursprünglicher Natur um die Fenster. Und ich bin sicher, daß dieses Buch so nicht entstanden wäre, hätte er sich nicht als Schriftsteller ein wenig aus dem Trubel dieser Welt an eine der schönen, ursprünglichen Ecken ebenselbiger zurückgezogen, bzw hinbegeben.
Die Welt, so wie wir sie kennen, wird sich verändern. Andreas Eschbach hat in der fernen Bretagne am Fenster gesessen, diese unsere Zukunft vorgedacht, und dann in hochspannender Form zwischen diese Buchdeckel getippt.
Da liegt sie nun, unsere Zukunft. In fast jeder Buchhandlung auf dem Büchertisch, bereit, von Ihnen gelesen zu werden, auf daß sie vielleicht anders wahr werde … .

Das Buch atmet eine Überzeugung, daß diese Welt sich verändern wird, die erschrecken macht. Niemand anderes als ein Sciencefiction-Autor kann diese zukünftige Welt uns wirklich verständlich vor Augen führen, damit man wirklich versteht, daß man real mitfühlt, was es für die Figuren in diesem Buch bedeutet, was es für einen selbst bedeutet. Wie es auch uns treffen könnte …

Auf einen Satz gebracht:
Das Unvorstellbare, das Leben ohne Öl, wird durch dieses Buch erschreckend vorstellbar. Sie werden manches in ihrem Leben neu denken.

Doch es bleibt ein Buch, ein spannendes Buch: damit lässt es sie nicht los, sie wollen einfach das im Keller verborgene Geheimnis erfahren, das Herrn Anstätter sein Haus verkaufen ließ, sie wollen wissen, wie die Geschichte von Markus Westermann, „Mark S. Westman“, weitergeht …

Ach, und wenn sie eine Methode fertig entwickelt haben, mit der sie die tausendfache Menge des heute verfügbaren Erdöls finden werden – dann wissen sie nach der Lektüre dieses Buches genau, was sie mit dieser Methode machen müssen, um die Welt zu retten, … und wer am Ende wirklich den Preis bezahlt.

Wenn sie jedoch einfach nur ein paar verdammt spannende abendliche Lesestunden verbringen wollen – dann lesen sie dieses Buch ebenso unbedingt, ganz unvoreingenommen und entspannt. Obiges wird ihnen dann erst danach dann in den Sinn kommen, und sie sobald nicht mehr loslassen …

Falls sie jemals vor der Frage stehen sollten, welches „eine Buch“ sie auf eine einsame Insel mitnehmen sollten: Nehmen sie dieses.
Ausgenommen den Fall, es ist eine Insel vollkommen frei von Öl. Dann lachen sie einfach, und nehmen ein Buch über Gartenbau …

Über das Schreiben

Geschrieben in Schreiben von Olaf Schilgen am 13 November 2010

Zum Schreiben gibt es nur soviel zu sagen, dass es etwas ist, was man ohne Worte nur schwer zuwege bringt.

Peak Oil – eine Einführung

Geschrieben in Peak Oil von Olaf Schilgen am 13 November 2010

Kennen sie Peak Oil?

Nein? … keine Sorge, das wird bald Thema werden.

Wer mehr dazu schon jetzt wissen will, darf mir hier folgen. Ich stelle hier, heute beginnend, ein paar Informationen dazu zusammen. Es geht, soviel sei verraten, um Öl. Genauer um Rohöl, um fossilen Brennstoff, die Energie, die unser Wirtschaftsleben seit 150 Jahren antreibt.

Peak Oil ist das, was die Ökonomen eigentlich als nicht möglich erachten. Peak Oil sagt, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem die tägliche Fördermenge des Öls unwiderruflich zurückgeht. Das ist eigentlich eine relativ verständliche Sache.

Wichtig ist dabei, dass man bedenkt, dass das Öl in der Erde nicht in einem fest gebauten Stahltank herumschwappt, sondern sich in Sandsteinschichten oder ähnlichen „permeablen“ Gesteinen befindet. Das Öl sitzt dort in den Poren des Gesteins, und muss, wenn man es fördern will, zu dem Bohrloch fließen. Verständlicherweise geht das am Anfang, wenn es noch viel Druck im Bohrloch gibt, schneller, als am Ende.
Das bedeutet, dass die Förderrate, also die Menge des Öls, die von selbst fließt, mit zunehmender Förderung abnimmt.

Oder kurz gesagt: man muss irgendwann anfangen, am Bohrloch zu saugen. Eine schlaue Methode ist auch, ein weiteres Loch zu bohren, und zwar weit unter das Ölfeld. Dorthinein wird dann Wasser gepumpt, und der Druck im Ölfeld steigt wieder. Also kommt wieder mehr Öl.

Aber irgendwann wird es immer weniger, und zum Schluß ist es nicht mehr weiter lohnend, die letzten Öltropfen aus dem Wasser des Bohrlochs zu fischen. Das passiert nämlich, wenn das Öl immer weniger wird. Der Wasseranteil von dem, was man nach oben pumpt, wird immer größer.

Und genau das ist es, was die Ökonomen mit ihrem „Wirtschaftlichkeitsmodell“ nicht akzeptieren wollen.

Dem Ökonom zufolge rentiert sich bei sinkender Förderung eine bessere Technologie, mehr Bohrlöcher, mehr Wasserdruck von unten, mehr Ölscheideanlagen … etc. Dem Ökonom zufolge wird das Öl zwar immer teurer in der Förderung – aber dieses Modell des Ökonomen kennt keinen Stop – der Fall, dass das Öl irgendwann wirklich „alle“ ist, ist in dem Modell des Ökonomen nicht vorgesehen.

Doch irgendwann ist der Kuchen weg.

Die spannende Frage ist, wann das sein wird – oder wann das vielleicht schon war.