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Das Projekt Gamme Nuvolari quattro Allroad Zebra editione Törn 2004

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Bilder vom Aufbau der Hütte

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Bilder vom Törn







Bilder von meiner Gamme in Nordnorwegen

Last Update: 22. April 2006

 





Eine Idee aus dem Jahr 2003 ist nun Realität geworden.
Meine Gamme in Nordnorwegen ist nun fertig. Begonnen hat das Projekt mit den ersten geschlagenen Birken im August 2003. In den folgenden 12 Monaten war ich insgesamt fünfmal dort, und war dabei nicht untätig. Dies ist die Gamme im August 2004. Und seit August 2005 ist sie nun fertig. Und ganz aktuell habe ich nun im April vor Ostern die Einweihungsfeier gehalten.
Zu tun gab es dieses Mal nichts mehr, ganz ungewohnt ...

 


 



Aber es ist vielleicht besser, wenn ich mal der Reihe nach erzähle und die Bilder vom Aufbau zeige.

Also fangen wir mal mit dem Bauplatz an:

Alles sehr schön grün, ganz rechts sieht man noch die eigentliche Hütte hervorlugen, und hinter den Bäumen den kleinen See (ca. 7km lang) und dann sind wir schon gleich bei dem Material:
Birken, und zwar nur Birken.

alle selbst ausgesucht, selbstgesägt, allein (!) aus dem Wald geschleppt, geschält und dann verarbeitet ...

... wie man hier sieht "mit Vollschutz": Helm, Ohrenschutz, Schnitt-Schutzhose und Handschuhen, und vor allem einem guten Händchen und Vorsicht und Konzentration.
Aber spannend ist, was ich da gerade säge: die wichtigen Löcher in den großen Haupt-tragwerk-Stämmen:

Durch diese Verbindung halten die großen Stämme gegeneinander. Das schönste (bis dahin) war das erste "Richtfest":

da war ich nämlich noch immer quasi allein, und musste mir was einfallen lassen, um die ziemlich saftig schweren Stämme hochzuwuchten. Es geht doch nichts über die guten alten Hebelgesetze...

... so ging es langsam und in Stufen immer weiter nach oben. Bei diesem kam übrigens der durchgesteckte Stamm erst danach hinein. Bis dahin steckte der kleine Ast als Platzhalter drin. Im Hintergrund sieht man nun ein wenig mehr der anderen Hütte. Auf dem nächsten Bild steht die hintere Hauptträgerkonstruktion schon fertig in der Luft Dies Aussicht vom Inneren der Gamme wird man so frei nicht mehr lange genießen können ...

Grund genug, nun mal langsam Hilfe zu bekommen, damit es noch schneller voran geht. Aber zuerst einmal ein Bild, wo ich auf dem zweiten Teil der Hauptverbindung sitze:!

Nicht, dass ich es nicht auch alleine fertigbekommen hätte, nein, nein. Aber wenns der eigene Vater ist, ist die Hilfe gern gesehen ...
 
... hier sieht man nun auch sehr schön die ganze Hütte im Hintergrund. Da wird es auch weiterhin gemütlicher bleiben, nur das Prädikat "urig" - das wird die Gamme beanspruchen wollen. Na, mal sehen.

und am nächsten Tag ist es schon wieder ganz hell und sonnig! Also geht es munter weiter...

... mit ein paar kleinen Pinnen, schon mal zur Probe drangestellt. Und die müssen alle geschält werden.
Ohje - das wird noch eine Heidenarbeit. ... ob das jemals fertig wird?

Sieht ja ziemlich dünne aus, noch ist die Gamme nicht von ein paar trockenen Bäumen im Wald zu unterscheiden, nur die frisch geschälten Stämme leuchten etwas heller als normal. Doch wir müssen erst einmal zusammenpacken, denn ich muss wieder nach Ingolstadt. So schön wie auf dem Bild hier oben haben wir das also hinterlassen, das war 2003 im August.

Wiedergekommen sind wir dafür schon im November 2003, und da lag dann schon etwas Schnee:

was einen aber nicht beim Arbeiten stört. Hier ist die Hütte schon ein wenig weiter gewachsen, der Eingang vorn wird erkennbar. Stabil ist es jedenfalls, wie meine Sitzprobe beweist, und ein wenig kalt dazu ...

... wird es einem auch nicht, wenn man schön konstant arbeitet. Hier sieht man schön die Birkenrinde, die wir von allem Stämmen und Knüppeln abschaben (mit einem speziellen Schieber/Schaber) und abschlagen (mit der Axt) - aber wir haben die Rindenreste ständig aufs Feuer geschmissen, es war ein gigantischer Haufen.

Überhaupt: Hier mal ein schönes Detail der Konstruktion, alles hält vollkommen ohne Nägel zusammen, wenn man genug Astgabeln unterstellt und den Anstellwinkel richtig hält - gar kein Problem!

Nein, doch nicht ganz, hier ist mal ein Nagel zu sehen. Der abgesägte Pinn in der Mitte wird übrigens später die Türhinterkante und Scharnierbolzen in einem. Da in der Astgabel wird sich die Tür einmal drehen.

Hier sieht man die Tür, der obere Querriegel bleibt dort, nur die diagonale Strebe, die wird noch wieder nach außen wandern. hier steckt sie für den dunklen Winterschlaf bereit sicher und fest.

Zum Schluß für diesen Urlaub wird nur noch ein wenig aufgeräumt, ...

... und ein paar Pinne sortiert.

Genau so müssen wir wir die Gamme ein weiteres Mal zurücklassen, ab jetzt kommt der richtige Winter, das Holz kann aber dafür schon sehr gut an der Luft trocknen. Viel weiter gekommen sind wir ja augenscheinlich nicht, aber es geht voran.
Doch halt, ein kleiner Funktionstest vor der Abfahrt kann nicht schaden:

Da liegt doch glatt schon jemand in einer Hängematte drin!
Wer könnte das sein?

Per! Na, wer denn auch sonst!     ;-)
Jedenfalls steht die Gamme danachgenauso wie vorher, sie ist also einwandfrei konstruiert und steht stabil.

Die letzten Reste der Birkenrinde landen auf dem Feuer.
Das ist ziemlich schön, so nach einem ganzen Tag Arbeit sich an einem Feuer etwas auszuruhen ...

... spät in der Nacht, die jetzt im November schon viel eher da ist, noch ein letztes Bild. Und dann geht das Jahr 2003 irgendwann danach zuende.

Und das Jahr 2004 begrüßt mich (nun mal wieder allein) mit dem perfektesten Märzwetter, das man sich denken kann. ... und zuhause meimelt es in Strömen!  Genau so muss es sein.

Hier ist übrigens schon die nun funktionierende Tür im Bild! Im Hintergrund der tief und fest zugefrohrene See. So etwa 50cm pures Eis.

Hier die ganze Tür! Und in diesem Winter (2003 auf 2004) liegt ziemlich wenig Schnee, zum Ende des Urlaubs wird es sogar noch viel weniger sein, die Sonne, die den ganzen, schon wieder sehr langen Tag über scheint, tut ihre Wirkung...

... aber es liegt oben auf den Bergen noch einiges mehr an Schnee, jedenfalls absolut genug, um mit dem Snowscooter zum Holzholen zu fahren.
Wir haben übrigens ziemlich viel gearbeitet, und alle Nachbarn, die so leichtsinnig waren, vorbeizuschauen, haben mitgeholfen, Pinne abzuschälen. Es geht nun mit viel Elan schnell weiter!
Man sieht im Hintergrund schon eine Menge mehr bearbeitetes Holz vor der Hütte...

... oder auf der Hütte, je nach Standpunkt!

Es sieht jedenfalls auch von oben alles einfach TOP aus...

und auch wenn man so davor steht,

und das Licht noch passt, ...

... dann ist es schon wieder Zeit zu gehen.

Juni 2004
Dieses Mal bin ich bin nicht hochgefahren, sondern gesegelt (siehe Törnbilder)
Aber angekommen bin ich doch, es war nur nicht so viel Zeit zum Bauen, aber etwas geht immer:


Wie man sieht, ist es inzwischen auch richtig schön Sommer.
Auf dem Bild sind wir gerade dabei, einen Haufen Kartoffeln mit Rentierfleischbrocken zu braten.

Natürlich haben wir da Besuch, denn der Geruch zieht meilenweit!

So, allzuviele Bilder habe ich nicht gemacht, aber noch ein schönes mit der Aussicht zum See:

Hier ist übrigens Marius, gerade auf dem Weg zurück nach Stockmarknes, zur Arbeit:

Das Feuer ist (fast) aus, ...

... nun gehen wir nach Haus.

Das ist also der aktuelle Stand, genauer: vom 28.06.2004.

Nur eine kurze Pause diesmal, denn ich bin am 20. August 2004 schon wieder hochgeflogen
Wir haben auch ein neues Arbeitsgerät, ein ATV:

Was? Das sieht nicht nach Arbeit aus? Sondern nach purem Vergnügen?
Falsch! Das ist der direkteste Weg, den vollkommen Schlammverschmierten ATV wieder sauber zu bekommen. Außerdem haben wir Steine in Mengen gebraucht, und die liegen nun mal am Wasser rum.

Der ATV in Parkposition zum Steineabladen. Rausnehmen und in die Hütte werfen - obercool.


DAS war nicht so ganz einfach. Wir haben einen schönen Stein zur Verwendung als Tisch gespaltet, nur passte er beim besten Willen nicht mehr durch die Tür. Also öffneten wir die Wand von hinten, legten ein Seil quer durch die Hütte und dann zogen wir mit dem ATV ...

Dieses Einkaufnetz für große Steine ist ein Beweis meiner Handwerkskunst. Es hielt zumindest alles aus. Hier sieht man übrigens schön den Stein in Zugrichtung ...

... und da das Loch schon mal da war, haben wir auch gleich dort den Kies eingefüllt.

Hier ist schon alles sehr wohnlich geworden, die Treppe passt, der Tisch ist noch mit alkoholfreien Getränken fehlbelegt, aber steht immerhin schon gerade, das Feuer brennt, alles wird gut!

EIn letzter Blick, die Bänke stehen drin, der Boden ist aufgefüllt, die Feuerstelle bereit, und der Kaffeepott wartet auf die nächste Ladung. Nur die schützende Außenhaut fehlt noch.
Aber keine Bange: ich komme wieder!

(Wenn es nicht ganz blöd kommt, auch in einigen Jahren noch ab und zu, und dann kann ich das mal irgendwann meinen Kindern zeigen, das wird bestimmt Klasse!)


 

 

August 2005


So, noch immer ist es nicht vorbei, das Abrinden von Birken. Nochmal etwa 10 kleinere Birken werden gebraucht, die letzten Lücken zu füllen.
.
Aber es macht ja auch etwas Spaß, wenn nur der Hund Brummle nicht immer in die Stöckchen beißen würde ...

... aber gleich mal einen Sprung zu dem Material, was wir bald in großen Mengen brauchen: der Torf, also Grassoden, gut durchwurzelte Grasnarbe.

Wir holen das mit dem etwas umfunktionierten Baumstammtransporter, der seit neuestem Pers Fuhrpark erweitert

und hier schon fertig auf der Hütte (hatte keine Zeit, zwischendurch noch Bilder zu machen) liegt auch die Birkenrinde, die wir glücklicherweise nicht selbst schneiden mussten, sondern von einem alten Haus, welches abgerissen worden war, erben konnten. Die Rinde ist übrigens seit 1930 im Einsatz gewesen, und hat das Haus darunter dicht gehalten! Nun dient sie uns ...

Die letzten Birkenholzpinne werden mit der Motorsäge so gekürzt, daß sie eine ebene Oberfläche ergeben, auf der die Birkenrinde ohne Verletzung aufliegen kann. und hier sieht man auch schön, daß die Grasnarbe umgekehrt gestapelt wird, damit sie dann umso dichter wieder nach oben durchwurzelt.

Ein paar letzte Transportfahrten ...

... und bald sieht die Gamme ganz anders aus, als noch am Tag zuvor.

Auch das noch kurzfristig eingeplante Fenster ist nun mit Dach und provisorischem Fensterglas aus Holz versehen ...

... aber schon ein paar Tage später sieht die Sache noch besser aus, nun kann man auch durch das Glas hindurchschauen.

Hier ein Blick auf meine Dachlukenkonstruktion, wenn auch nicht ganz stilecht mit einem kleinen Extradach versehen. Aber man gönnt sich ja sonst nichts.

Hier der Eingang, mit der mit zwei Rentierfellen bezogenen Tür. Die von selbst zufällt, und durch den kleinen Stecken gehalten wird.

Wieder ein Blick ins Innere, nun mit Grassoden außen davor - und ja, noch mit der Holzverschalung, die noch zum Schutz vor dem Glas sitzt.

Das sind die Werkzeuge gewesen, mit denen ich die Gamme gebaut habe. Ein zwei andere Äxte waren auch noch dabei, ebenso noch ein zweiter Rindenabschaber. Und ja, der Hammer hat auch manchen Nagel geschlagen, aber die Konstruktion hält ohne jede Nagelkrücke. Allein das Eigengewiicht und ein paar schlau gesetzte Astgabeln und Verschränkungen bewahren die Gamme vor dem Zusammensturz.
Die Einweihungsfeier fällt diesmal aber leider aus Zeitgründen aus. Doch das folgt schon sehr bald, zu Ostern im Jahr darauf:
 

 

 

April 2006
Einweihungsfest / Inflyttefest


Es ist soweit: Snusmumrikens Heim wird eingeweiht!

Das Feuer brennt, die Hütte wird kräftig eigeheizt. Noch ist kein Gast da, ein spannender Moment ...

... und Gelegenheit, sich noch einmal umzuschauen. Alles wohlgeraten.

Doch nun ist die Party im Gange, Es wird gefeiert, daß es kracht. Original Lappisches Bidost wird dazu gereicht, der Topf hat knappe 60 Liter Inhalt ...

... und jeder bekommt mehr als einen Nachschlag.

... hier in der Mitte bin ich nun auch mal im Bild. Und dazu glücklich, daß die Gamme fertig ist, und die Gäste feiern. Mein Werk, mit eigener Hand gebaut, und ich sitze darin, und kann mich am Feuer wärmen. Wirklich ein Grund zum Feiern ... !

Hier Per und Marius, die beiden tatkräftigen Helfer und Besitzer der Hütte "nebenan".

Oistein spielt Gitarre - das ist ziemlich selten, da er sonst eher auf Flöten abfährt, und sie zu Dutzenden, wenn nicht Hunderten zu Hause beherbergt und selbst auch baut.

Frode tanzt und singt, und der Abend wird noch lang und lustig.

Am nächsten Morgen die Überaschung: Es gibt kein Saubermachen. Alles, was auf den Boden gefallen ist, kann dort liegen bleiben, oder landet bei Gelegenheit im Feuer. Die Gamme jedenfalls steht wieder unbeeindruckt ruhig und schweigsam da.

Bei Tag sieht sie ein wenig grau aus, noch fehlt der Frühling, der aus den Grassoden wieder neues Gras sprießen läßt.

Doch wenn die Nacht anbricht, dann entflammt darin ein Feuer.
Es leuchtet jedem, der die Gamme passiert, durch das Fenster entgegen, ...

... und spricht so ein warmes Willkommen. Es liegt stets alles bereit, sich darin zu wärmen. Feuer, Holz und Kochkaffee liegen bereit ...

Auch der Kaffeekessel selbst hängt schon über den Flammen, um mit dem Kokkaffe den lieben Besucher mit kleinen Schlucken zu wärmen. Sobald er mit etwas Schnee oder Wasser aus dem See gefüllt ist, und das Feuer darunter flackert, ist der Trank bald fertig.

 

 

Was noch fehlt:

Ein Blick auf die Natur in der näheren Umgebung. Hier ein kleines Blatt, welches von der Sonne im Schnee auf dem meterdicken Eis des Sees versenkt wurde, und wohl bald im Wasser des Rostavann untergehen wird, sobald das Eis vollends darunter geschmolzen sein wird.



Aber auch, wenn man den Blick hebt, und mit dem Snowscooter ein wenig in die Berge fährt, ...

... ein wenig Spaß mit 300 Turbo-PS hat, ...

...kann man Augenblicke der Ewigkeit sehen:

... wenn man hier im Bild der Spur folgend links um die Ecke biegt, dann noch ein weiteres Tal durchquert, die Grenze zu Schweden überquert, und danach an langsam flacher werdenden Bergkuppen vorbeifährt, gelangt man bald nach Jukkasjärvi.
Auf dem Weg dorthin wird einem niemand sonst begegnen, außer vielleicht ein paar wenigen anderen Suchenden.


250 km Einsamkeit liegen dann hinter einem. Die größte Wildnis Europas, und ein guter Moment, ab und zu darüber nachzudenken, woher das alles kommt, und wohin wir alle gehen.
Die Antwort darauf werde ich wohl nicht finden, aber darüber nachzudenken, das ist schon schön genug.

Und darüber nachdenken kann man auch sehr gut, wenn man ohne Party abends am Feuer in der Gamme sitzt, in die Flammen schaut, und nebenbei einen Blick in den Sonnenuntergang werfen kann. Man ist weit weg von allem, was einem sonst noch wichtig ist, und kann so besser sortieren, was wichtig ist, und was vielleicht nicht.



Olaf Schilgen,

22.April 2006